Mehr Abstand zum Naturschutzgebiet

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Mehr Abstand zum Naturschutzgebiet
Mehr Abstand zum Naturschutzgebiet (Foto: Gesundheitszentrum)

Das Gesundheitszentrum Federsee wächst und wächst. Um die bauliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, beschäftigt sich der Bad Buchauer Gemeinderat derzeit mit der Erweiterung des Bebauungsplans. Hier hat sich nun eine Änderung ergeben: Für ihre anstehenden Bauprojekte steht der Moorheilbad Buchau gGmbH nun ein halber Hektar weniger zur Verfügung.

Im Gesundheitszentrum Federsee stehen in nächster Zeit größere Veränderungen an: Neben einer Seniorenwohnanlage mit Pflegeheim, Service-Wohnen und Tagespflege soll in naher Zukunft auch ein neuer Eingangsbereich für die Adelindis-Therme entstehen. Die baurechtliche Grundlage dazu stellt der Bebauungsplan „Änderung und Erweiterung Sondergebiet Moorbadzentrum“ dar, dessen Entwurf nach dem Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats zuletzt für die Öffentlichkeit auslag.

Von Seiten der Bürger seien hier keine Anregungen eingegangen, fasste Architekt Clemens Künster im Buchauer Gemeinderat das Ergebnis der Auslegung zusammen. Allerdings gelte es archäologische und naturschutzrechtliche Belange zu beachten. So weist das Landesamt für Denkmalpflege darauf hin, dass im Planbereich Siedlungsreste gefunden werden könnten. Zusammen habe man sich darauf geeinigt, die erforderlichen archäologischen Untersuchungen baubegleitend vorzunehmen, so Künster. Der Umfang der Untersuchung soll gemeinsam abgestimmt werden.

Deutliche Änderungen ergeben sich aus der vorgeschriebenen natur- und artenschutzrechtlichen Prüfung. Das Plangebiet wird im Osten durch die Federseeklinik, im Süden durch die Wuhrstraße, im Westen durch die Teuchelwiese und im Norden durch den Kurpark und landwirtschaftliche Flächen begrenzt. Der Geltungsbereich grenzt damit direkt an das FFH-Gebiet „Federsee und Blinder See bei Kanzach“ an, das nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtline als besonders schützenswert ausgewiesen wurde.

Der Naturschutz befürchte, „dass eine weitere Bebauung nordwestlich des Mühlbachs erhebliche Auswirkungen“ auf das FFH-Schutzgebiet haben könnte, so die Verwaltung. „Deshalb wurde das Gebiet verkleinert, so gibt es den Konflikt nicht mehr“, sagte Architekt Künster. Die Fläche der Abgrenzung umfasst demnach noch 5,4 Hektar, gegenüber des ursprünglichen Entwurfs 0,48 Hektar weniger.

Nach wie vor stellen die geplanten Maßnahmen aber einen Eingriff in die Natur dar. Rund 503 000 Ökopunkte werden benötigt, um den Eingriff zu kompensieren, so das Ergebnis der Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung. Dafür sei vorgesehen, den Mühlbach zu renaturieren, so Künster. Der Bach soll verlegt werden, um das Gewässer wieder durchgängig für Fische und Kleintiere zu machen.

Bei einstimmigem Beschluss hat der Gemeinderat den Entwurf des Bebauungsplans gebilligt, der nun für einen Monat erneut öffentlich ausgelegt werden soll.

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