Bei der Hospizarbeit begleiten Ehrenamtliche Menschen auf ihrem letzten Stück Lebensweg.
Bei der Hospizarbeit begleiten Ehrenamtliche Menschen auf ihrem letzten Stück Lebensweg. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Schwäbische Zeitung

Mit dem Zusammenschluss der beiden Hospizgruppen Bad Schussenried und Bad Buchau-Federsee im Februar 2019 zur Hospizgruppe Bad Schussenried-Federsee ist eine stabile tragfähige Grundlage bei der Hospizarbeit sichergestellt worden.

Die Buchauer Hospizgruppe hatte sich mit drei Ehrenamtlichen schon immer der Schussenrieder Gruppe der Johanniter-Unfall-Hilfe angeschlossen, sodass die Gruppe aktuell 19 aktive Ehrenamtliche hat. Durch die gemeinsamen Fortbildungen, den Meinungs- und Informationsaustausch und andere Gruppenaktivitäten konnte über die Jahre ein tragfähiges Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, teilen die Verantwortlichen mit. Die bisherige Buchauer Trägergemeinschaft, bestehend aus den beiden Kirchengemeinden und der Bürgerinitiative Bad Buchau Alten- und Pflegeheim, hat dem Zusammenschluss ebenfalls zugestimmt, sodass die Arbeitsgemeinschaft Hospiz nun auch den Namen Bad Schussenried-Federsee führt. Außerdem gehören der GVV Bad Buchau und das Marienheim zu dieser Arbeitsgemeinschaft, die sich bei ihrer Gründung vor 20 Jahren zum Ziel gesetzt hat, die Hospizarbeit finanziell zu unterstützen und den Hospizgedanken weiterzutragen.

Intensive Gespräche

Bei einem Vortrag im Bürger-Café Bad Buchau konnte die Leiterin der vereinigten Hospizgruppe, Isolde Löffller-Bertl, zwar nur wenige Besucher begrüßen. Dafür waren die Gespräche auch im Beisein der früheren Leiterin der Buchauer Hospizgruppe, Roswitha Blender, um so intensiver.

Auch wenn sich, seit der Entstehung der Hospizbewegung in Deutschland, viel getan hat, zeigt sich in der geringen Besucherzahl doch, dass Sterben und Tod für viele Menschen ein Thema ist, das verdrängt wird. Hospizarbeit bedeutet, Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebenswegs zu begleiten, zuhause, in stationären Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus und Angehörige dadurch zu entlasten. Der Leitsatz „Den letzten Tagen mehr Leben geben“ will deutlich machen, dass das Leben auch im Sterben in die Mitte gestellt werden soll. Wenn möglich werden Herzenswünsche und Bedürfnisse erfüllt. Die Ehrenamtlichen haben Zeit für Gespräche oder zum Schweigen. Außerdem geben sie Hilfestellung beim Umgang mit Ängsten, Schmerzen, Alleinsein und Hilflosigkeit und unterstützen bei der Auseinandersetzung mit spirituellen Fragen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Hospizgruppe, nicht erst, wenn das Sterben sich ankündigt, ermöglicht Betroffenen und Ehrenamtlichen gleichermaßen eine persönliche Vertrauensbasis aufzubauen.

Viele Menschen haben den Wunsch auch in der letzten Phase ihres Lebens in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Angehörige, die in einer solchen Situation Unterstützung durch die Hospizgruppe hatten, sind sehr dankbar und sagen im Rückblick: „Wir hätten schon früher bei euch anrufen sollen.“

Die speziell geschulten Hospizmitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, für die Betroffenen kostenfrei und verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Frauen und Männer im gesamten Einsatzgebiet der Hospizgruppe, die sich in der Hospizarbeit engagieren möchten, sind willkommen.

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