Historisch und modern zugleich

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drei der Nixen beraten sich wie sie Irmelia helfen können
drei der Nixen beraten sich wie sie Irmelia helfen können (Foto: KLAUS WEISS BAD BUCHAU)
Klaus Weiss

Zum Sommertheater hat am Donnerstagabend die Gemeinschaftsschule am Federsee ins Bischof-Sproll-Haus eingeladen. Aufgeführt wurde vom Theaterclub der Lerngruppen fünf und sieben „Das Nebelmännlein vom Federsee“ in einer eindrucksvollen Aufführung. Gesamtleitung hatte Miriam Fetscher.

Das Nebelmännlein, das am Federsee sein Unwesen treiben soll, ist in der Buchauer Sagen-Geschichte gut bekannt. Inspiriert von diesen alten Geschichten schrieb Miriam Fetscher, Lehrerin an der Buchauer Schule, das Theaterstück für den Theaterclub der Gemeinschaftsschule und hat die Rollen auf die Jugendlichen perfekt zugeschnitten. Es ist ein bewusst regionales Stück vom sagenumwobenen Federsee, ein historisches und zugleich modernes Stück, das der althergebrachten Sprache ebenso zur Geltung verhalf wie die modernen Ideen, Tänze und Rhythmen.

Der Sage nach soll das Nebelmännlein (überzeugend gespielt von Max Friedrich) immer wieder Menschen, die sich zu weit in den Nebel wagten, orientierungslos gemacht haben, die als Gefangene des Nebels verloren waren. Auch Irmela (Emilia Jastrzembski) wurde Opfer des Nebels am Federsee. Nebelschwaden der Nebelgeister, gespielt ebenfalls vom Theaterclub der Lerngruppe sieben (Leitung Alica Ebbers), wallten über die Bühne, mit den schönen Kulissen des Federseesteges im Hintergrund die vom Club „Kunst und Soziales“ der Lerngruppen acht unter Eva Schier ebsno wie die Kostüme der Schauspieler selbst hergestellt wurden.

Die mutigen Geschwister von Irmela wollten sich mit dem Verlust ihrer Schwester aber nicht abfinden, und suchten nach Möglichkeiten die Schwester wieder zu finden. Im mystischen Nebelschloss traf Irmela ein weiteres Nebel-Opfer und fand mit Pinkas (Raul Adam) in der „Unterwelt“ des Federsees einen Mitstreiter, um wieder nach Hause zu kommen. Als Helfer zeigten sich der uralte Wels (Maximilian Hopp) und die Wassernixen als ideale Unterstützer. Dass es im Federsee auch hübsche Wassernixen geben soll, wurde im Theaterstück dann auch sichtbar, die zudem an der Befreiung der Gefangen beteiligt waren. Allerdings war der Vater der Nixen „Wassernickel“ (Paul Zinser) nicht begeistert davon. In der Schatzkammer auf dem Federseegrund fanden die Gefangenen dank der Hilfe des uralten Wellers das begehrte Nebelglöckchen, mit dem der Zauberbann im Federseenebel beendet werden konnte. Auch heute noch soll am Federsee bei Nebel das Nebelglöckchen zu hören sein.

Seit Schuljahresbeginn haben die Schauspieler hoch motiviert auf die Premiere hin gearbeitet, Tänze einstudiert, viel Texte gelernt und jedem war bei der Premiere die Freude am Theater anzusehen. Über 30 Schauspieler, ohne die Helfer im Hintergrund, boten den Zuschauern im vollen Saal ein interessantes Theaterstück aus der Sagenwelt des Federsees.

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