Grober Leberkäs schmeckt den Narren am besten

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Klaus Weiss

Viel Fasnet bot das närrische Wochenende der Narrenzunft Moorochs – vom närrischen Kurkonzert über das Narrenbaumstellen bis zur Moorochsenzeltparty. Der Höhepunkt war gestern ein beeindruckender Narrensprung mit rund 4000 Maskenträgern und Musikanten.

Vor dem großen Umzug hatten die Moorochsen Abordnungen der teilnehmenden Zünfte und Musikgruppen zum standesgemäßen Zunftmeisterempfang eingeladen. Aber auch zahlreiche „Promis“ aus Politik und Wirtschaft konnte Zunftmeister Uwe Vogelgesang im vollen Saal des Kurzentrums begrüßen, darunter die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle, den Bundestagsabgeordneten Josef Rief und den Landtagskollegen Eugen Schlachter. Ebenso vertreten waren Ehrenbürger, Zunftehrenmitglieder und natürlich „Schultes“ Peter Diesch, der an diesem Tag Geburtstag feierte, was mit einem Ständchen der gesamten Besucherschar gewürdigt wurde.

Peter Neudert als Präsident der Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte (VFON) nutzte die Gelegenheit für einige hochkarätige Verbandsehrungen. Mit der Verbandsehrennadel wurde Klaus Merz, Feuerwehrkommandant und Vorsitzender im Löschverband, für seine ehrenamtliche Mitwirkung in der Fasnet ausgezeichnet. Bürgermeister Diesch erhielt die bronzene Ehrennadel und Ehrenzunftrat Otto Kirchenbauer konnte gar die silberne Verdienstnadel ans Revers geheftet werden.

Als ehemaliger Zunftmeister der Moorochsen beklagte dieser den Umstand, dass es entgegen der jahrzehntelangen Tradition kein sauren Kutteln mit Bratkartoffeln zum Essen gebe. Neudert hatte aber vorsorglich selbst Kutteln im Essensträger mitgebracht. Allerdings waren diese noch in der Dose und demnach nicht gleich zum Essen gedacht.

In die gleiche Kerbe schlug die Gabelzunft Ertringen, die dann auch gleich ein Testessen mit verschiedenen Leberkäs-Laugenwecken machten. Damit solle dann sicher sein, dass beim nächsten Empfang wenigstens der richtige Leberkäs verabreicht werde. Mit verbunden Augen mussten Bürgermeister Diesch, Zunftmeister Vogelgesang und Erich Renner den besten Leberkäs bestimmen. Ganz klar das Rennen machte der grobe Leberkäs. Aber trotzdem sei erwähnt, dass Gulasch mit Teigwaren ebenfalls nicht verschmäht wurde. In den Pausen unterhielt die Steelband „Kolibris“ die Gäste mit flotten Melodien auf ihren „Blechfässern“ und sorgte auch vor dem Umzug für die Unterhaltung der Umzugsbesucher.

Zwei Stunden wälzte sich der Umzug durch die Buchauer Straßen. 50 Zünfte mit Musikkapellen, Fanfaren,-und Schalmeienzüge, Guggen und sonstigen „Krachmachern“ kamen in die Federseemetropole, um Fasnet zu feiern. Rund 4000 Teilnehmer sollen es gewesen sein, darunter altbekannte, aber auch einige zum ersten mal in Bad Buchau. Lautstark wurden die Zünfte mit ihren Narrenrufen von den Zuschauern am Straßenrand – mehrere tausend dürften es gewesen sein – begrüßt. Großzügig wurden Konfetti und Süßigkeiten ausgeteilt, wobei die Promis auf der Tribüne reichlich davon abbekamen.

Die meisten Konfetti aber hatte Frau Holle parat. Fast während des gesamten Umzugs rieselte der Schnee vom Himmel, was der Stimmung unter den Umzugsteilnehmern keinen Abbruch tat. Trotz der großen Teilnehmer- und Besucherzahl verlief alles friedlich und ohne jegliche Probleme, wie Rettungsdienst und Feuerwehr auf Nachfrage sagtzen.

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