Geheimnisvolle Maske aus dem Moor geht auf Reisen

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 Die Totenmaske ist Teil der Dauerausstellung im Federseemuseum.
Die Totenmaske ist Teil der Dauerausstellung im Federseemuseum. (Foto: Barbara Sandmaier)
Schwäbische Zeitung

Die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Gropius-Bau Berlin ist vom 21. September 2018 bis 6. Januar 2019 zu sehen. Geöffnet: Mittwoch bis Montag 10 bis 19 Uhr; Dienstag geschlossen.

Einem der spektakulärsten Fundstücke aus dem Federseeried, dem Fragment einer Maske aus der Zeit um 4000 vor Christus, wird dieser Tagen eine besondere Ehre zuteil. Sie soll bei der Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Gropius-Bau in Berlin gezeigt werden.

Die Ausstellung dokumentiert die wichtigsten Funde der deutschen Archäologie der vergangenen 20 Jahre. Das Maskenfragment wird dort neben so berühmten Funden wie der „Himmelsscheibe von Nebra“ und dem Berliner „Goldhut“ zu sehen sein.


 Bei der formellen Übergabe (von links): Dr. Helmut Schlichtherle, Hans Jörg Wall, eine Mitarbeiterin des Transportunternehmens
Bei der formellen Übergabe (von links): Dr. Helmut Schlichtherle, Hans Jörg Wall, eine Mitarbeiterin des Transportunternehmens und Dr. Karl Sandmaier. (Foto: Barbara Sandmaier)

Das Stück Keramik hatte Ernst Wall in den 1960er-Jahren in Riedschachen ausgegraben. Forscher konnten das Fundstück aber lange Zeit nicht zuordnen. Erst rund 50 Jahre später wurde seine Bedeutung erkannt und der Fund als Teil einer Gesichtsmaske aus der Jungsteinzeit identifiziert – eine Sensation. Denn bisher wurden erst zwei Masken aus dieser Zeit in Europa entdeckt, in Rumänien und Ungarn. Bei dem Fragment handelt es sich um die rechte Gesichtshälfte einer aus Ton gebrannten Maske mit zwei Löchern zur Befestigung vor dem Gesicht. Die Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege unter Archäologe Helmut Schlichtherle ergänzten das Maskenstück durch eine spiegelverkehrte Rekonstruktion. Laut dem Reigerungspräsidium Stuttgart könnte es sich um eine Totenmaske zur Ahnenverehrung handeln.

Für die Große Landesausstellung 2016 wurde die Maske rekonstruiert und im Neuen Kloster Schussenried ausgestellt. Mittlerweile ist sie Teil der neuen Dauerstellung im Federseemuseum. Von dort tritt sie nun als Leihgabe ihre Reise nach Berlin an. Hans-Jörg Wall, als Vertreter der Eigentümerfamilie, Dr. Helmut Schlichtherle und Dr. Karl Sandmaier, Vorsitzender des Altertumsvereins, übergaben am Donnerstag die Maske für den Transport nach Berlin.

Die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Gropius-Bau Berlin ist vom 21. September 2018 bis 6. Januar 2019 zu sehen. Geöffnet: Mittwoch bis Montag 10 bis 19 Uhr; Dienstag geschlossen.

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