Funde von der Jungsteinzeit bis ins Hochmittelalter

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An der Fundstelle Alleshausen haben die Mitarbeiter des Landesdenkmalamts Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung entdeckt.
An der Fundstelle Alleshausen haben die Mitarbeiter des Landesdenkmalamts Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung entdeckt. (Foto: P. Scherrer/LAD)
Schwäbische Zeitung

Seit Mitte Juli führt das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart in der Kirchstraße in Alleshausen eine Rettungsgrabung durch. Bereits 2019 hatte die Gemeinde Alleshausen an dieser Stelle mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens begonnen und war auf archäologische Funde gestoßen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger lädt das LAD am Donnerstag, 17. September, von 16 bis 18 Uhr zur offenen Grabung ein. Spezialisten des LAD geben Auskunft zu Fragen rund um die neue Fundstelle und das Thema der Feuchtbodenarchäologie.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Besichtigung der Grabung allerdings nur eingeschränkt und unterteilt in Kleingruppen sowie unter Einhaltung der Abstands- sowie Hygieneregeln möglich. Das LAD bittet um Verständnis dafür, dass eine Teilnahme nur möglich ist, wenn alle Teilnehmenden ihre Daten für eine etwaige Kontaktpersonennachverfolgung vollständig vor Ort angeben und zur Verfügung stellen. Diese Daten werden vier Wochen nach der Erhebung vernichtet. Es gelten die allgemeinen Bestimmungen über die Verarbeitung personenbezogener Daten.

Der Besuch der Fundstelle ist kostenlos. Die Fundstelle liegt am Ortsrand von Alleshausen, gegenüber dem Gebäude Kirchstraße 22. Das Tragen von festem Schuhwerk und gegebenenfalls wetterfester Kleidung wird empfohlen. Alle Teilnehmer haben zu Beginn am Treffpunkt einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Maske kann dann abgenommen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Nicht teilnehmen dürfen Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder die in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, oder wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage (ausgehend vom Termin der Führung) vergangen sind, oder die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur aufweisen.

Bei der neuen Fundstelle handelt es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um den Randbereich einer am Ufer des ehemaligen Federsees gelegenen Siedlung des Jungneolithikums. Der Schwerpunkt des sehr umfangreichen Fundmaterials gehört in die späte Schussenrieder Kultur und ist rund 6000 Jahre alt. Aus dieser Zeit waren bisher kaum Funde vom Federsee bekannt. Das Spektrum der Funde reicht insgesamt vom frühen Neolithikum bis ins Hochmittelalter.

Die Fundstelle liegt höher als die bisher bekannten Feuchtbodensiedlungen um den Federsee. Überraschend ist, dass trotzdem noch Hölzer erhalten geblieben sind. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings noch nicht klar, ob diese prähistorisch oder jünger zu datieren sind. Die Funde der Grabung werden später auch im Federseemuseum zu sehen sein.

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