Fast 60 Jahre der Freundschaft über Grenzen

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Klaus Weiss

Mit dem Abschlussabend in der Kanzacher Halle am Bahnhof ist der Partnerschaftsbesuch der französischen Freunde aus Segonzac und aus dem italienischen Segonzano zu Ende gegangen. Seit 58 Jahren wird die deutsch-französische Freundschaft schon gepflegt und bei jedem Besuch weiter vertieft. Auch neue Freundschaften werden geschlossen.

In die Halle am Bahnhof hatte der Verein zur Pflege der Partnerschaft Segonzac-Kanzach, dem auch die Dürnauer angehören, am Freitagabend zum Abschluss der Begegnungswoche eingeladen. Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich die Besucher aus Segonzac und Segonzano mit ihren Gastgebern an der Halle zum Apéritif. Vieles gab es bei Sekt und Pineau und einigen Happen noch zu erzählen.

Währenddessen trafen sich die Vorstände der Partnerschaftsvereine, Gemeindevertreter und einige Gäste beim Sportheim zu einem deutsch-französisch-italienischen Dialog. Mit dabei waren auch noch einige Freunde aus der Anfangszeit der Partnerschaft wie etwa Karl Schwehr, Alberte Jamin oder Christl Braig, deren verstorbener Mann Albert damals mit Jacques Bardy den Grundstein gelegt hatte. Fotografien von damals wurden gezeigt, ein Wimpel von 1961 und einige Urkunden machten die Runde. Christl Braig erzählte der interessierten Runde, zu der auch die ehemalige Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle stieß, aus ihren Erinnerungen, wie es damals im Hause Braig bei diesem Thema zuging. (SZ berichtete)

Zum Auftakt des Festabends in der festlich geschmückten Halle am Bahnhof unterhielten die Musiker der Riedlinger Trachtengilde die Gäste mit typischer Stubenmusik und später mit Gesang, bevor Christine Braig, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, die Festgesellschaft begrüßte. Braig freute sich auch über die anwesenden Besucher, die die Anfänge der Partnerschaft vor 58 Jahren miterlebt hatten. Alberte Jamin zum Beispiel war eine der ersten in Segonzac, die damals zwei junge Kanzacher Fußballspieler bei sich aufgenommen hatte.

Viele Partnerschaftsfeiern durfte die ehemalige Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle in ihren 15 Dienstjahren besuchen. Aber eine Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen, die auf das Jahr 1961 zurückgehe und die dann auch noch eine Freundschaft mit italienischen Partnern einschließe, habe sie noch nie erlebt. „Chapeau“ und großen Respekt all den Personen, die nur wenige Jahre nach dem schrecklichen Krieg den Mut, Weitblick und auch Herzensgröße gezeigt hätten, eine Freundschaft über alle damals noch vorhandenen Grenzen hinweg zu beginnen, so Jeggle.

Anerkennungsmedaille

Der Bundestagsabgeordnete Josef Rief gratulierte schon mal vorab den Kanzachern zur 850-Jahrfeier und dem Partnerschaftsverein für die Pflege von fast sechs Jahrzehnten deutsch-französischer Freundschaft. Gelebte Partnerschaft und Begegnungen zwischen Menschen seien allemal bedeutender als Staatsbesuche oder Grußworte, wie die seinen hier im Saal. Für großes Engagement überreichte Rief den drei Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine und den beiden Bürgermeistern Klaus Schultheiß und Bernhard Merk eine Anerkennungsmedaille mit dem Brandenburger Tor.

Die Welt habe sich seit 1986 gewaltig verändert, so Kanzachs Bürgermeister Klaus Schultheiß. Damals beschloss der Gemeinderat mit einer Partnerschaftsurkunde, die Bedeutung der bereits 25 Jahre bestehenden Gemeindepartnerschaft mit Segonzac nochmals deutlich hervorzuheben. Nicht verändert habe sich hingegen die Tatsache, dass die Partnerschaft mit Segonzac nach wie vor gut aufgestellt sei. Wichtiger denn je seien diese freundschaftlichen Bande. Deshalb unterstützen und fördern Verwaltung und Gemeinderat diese Verbindung, die in den vergangenen Jahren entstanden sei. Dankesworte gingen an alle, die zum Erfolg der Gemeindepartnerschaft beitragen und beigetragen haben. Nicht zuletzt durch das große ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder in beiden Ländern wurde aus der Gemeindepartnerschaft zwischen Kanzach und Segonzac gelebter Austausch und gelebte Freundschaft.

Nach dem Abendessen folgten noch weitere Gesangsstücke der Trachtengilde, Dankesworte der Delegationen, der Austausch der Gastgeschenke und das Schlusswort von Christine Braig. Danach klang der Abschlussabend mit Musik und Tanz gemütlich aus.

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