Exot von herausragender Bedeutung

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Progymnasium Open House
Progymnasium Open House (Foto: Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Gut angenommen wurde das „Open House“, bei dem das Progymnasium seine Türen für jedermann öffnete. Eine überwältigende Besucherschar zeigte, zur Freude der Schulleitung, das Interesse am Progymnasium im ländlichen Raum.

Schon beim kleinen Festakt im Evangelischen Gemeindehaus reichten die Sitzplätze nicht aus, und Schulleiter Dr. Matthias Hoffmann zeigte sich da schon überwältigt, wie er sich ausdrückte. Der Schülerchor der Klassen fünf bis neun eröffnete musikalisch den Festakt dem auch die beiden ehemaligen Schulleiter Werner Dammert und Eberhard Bürger beiwohnten. Es solle keiner der üblichen Tage der offenen Tür werden, sagt Schulleiter Hoffmann. Vielmehr sollte alle interessierten Bürger, zukünftige oder ehemalige Schüler einfach mal die Möglichkeit haben, einen Blick in das Progymnasium zu werfen, um zu sehen was sich hinter den Mauern des Progymnasiums so tut. Im ganzen Schulgebäude könnten die Besucher einen Eindruck über den ganz normalen Schultag und die Besonderheiten der Schule verschaffen. Auch die gerade abgeschlossenen Brandschutz-Baumaßnahmen könnte man als Anlass für eine Besichtigung nehmen, bei dem die Stadt Bad Buchau als Schulträger, trotz Fördermittel, noch einmal tief in die Tasche greifen hätte müssen.

Während der Bauarbeiten hatte Hoffmann auf dem Dachboden einige Schultagebücher entdeckt, eines davon zeigte, dass Fürst von Thurn und Taxis den Langen Bau 1875 an die Stadt Buchau verkaufte. Nach dreijährigem Umbau wurde das Gebäude 1879 dem Schulbetrieb übergeben, so dass die Latein-und Realschule, die christliche Elementarschule, die israelische Schule und eine Kleinkinderschule die Arbeit aufnehmen konnten. Seit nunmehr fast genau 140 Jahre werde also im Langen Bau unterrichtet und immer den Schülern das notwendige Rüstzeug für ihren beruflichen Werdegang zu vermitteln. In dieser Tradition sieht Hoffmann auch das Progymnasium als allgemeinbildendes Gymnasium.

Die Schulart „Progymnasium“ so Bürgermeister Peter Diesch, sei in Baden-Württemberg zweifellos ein „Exot“. Aber für den ländlichen Raum ein Exot von herausragender Bedeutung. Biete diese Schulart doch eine Möglichkeit für eine wohnortnahe Beschulung auf gymnasialem Niveau. Auch deshalb genieße das Progymnasium bei der Stadt als Schulträger die volle Unterstützung. Man müsse zwar bei Investitionen sparen, aber nicht bei der Bildung. Denn Investitionen in der Bildung seien Investitionen in die Zukunft.

Tief beeindruckt, was an einer Schule mit 152 Schülern alles machbar sei, zeigte sich Andreas Hachenberg, Schulreferent am Regierungspräsidium Tübingen. Das sei aber nicht nur seine eigene Meinung, sondern zeige sich auch bei den hervorragenden Ergebnissen des Progymnasiums Bad Buchau bei zentralen Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten. Der Erziehungs- und Bidungsauftrag werde an der Schule mit einem herausragenden Maß an Professionalität wahrgenommen und gesteuert. Worte, die bei der Buchauer Schulleitung gerne gehört wurden.

Ein kurzer Schulfilm gab danach kurzweilige Einblicke in den Schulalltag und in die Ansichten einiger Schüler dazu. Danach war im ganzen Schulgebäude allerhand geboten. So fanden die Besucher Informationsstände zu zahlreichen schulischen Themen wie Stunden- und Vertretungspläne, Förderkonzept und Hausaufgabenbetreuung, Busverbindungen, Fragen an den Elternbeirat, Unesco-Projektschule, Ausstattung und Räumlichkeiten, Digitalpakt und digitale Medien, Kursstufe und Übergang an die weiterführenden Schulen, Studienfahrten und Schüleraustausch, „Demokratie am Progymnasium – die SMV“ und Kooperationen. Für alle Fragen standen Fachkräfte Rede und Antwort.

In den Klassenräumen zeigten die Schüler, was machbar ist. Roboter und kleine Drohnen gaben einen Einblick in den Informatikunterricht, „Glibber und Karamellbonbons“ in das Fach Chemie, die Frage „Kann man Lernen sichtbar machen?“ in das Fach Naturwissenschaft und Technik und Aktionen unter der Überschrift „Einfach mal kreativ sein“ in die Bildende Kunst. Außerdem gab es eine Schulrallye mit i-Pads, physikalische Experimente und Spielereien zum Mitmachen und ein „Wer wird Millionär“-Quiz mit Fragen aus der Geschichte und Gemeinschaftskunde. Auch konnten die Besucher unter anderem den Eiffelturm aus Papier selbst zusammenbasteln und mit nach Hause nehmen.

Nach so viel Bildungsinfo luden Kaffee und Kuchen oder auch etwas Herzhafteres in der Cafeteria zum verweilen ein. Hinterher gefragt zeigte sich die Schulleitung über das große Interesse freudig angetan.

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