Ergebnisse der Juniorwahl

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Bei der Bundestagswahl der 70 Schüler des Progymnasiums (Klassen 9 und 10) gab es mehrere Überraschungen. Bei einer ungewöhnlich hohen Wahlbeteiligung von 98,6 % (bundesweit 88,5 % bei über 500 000 Teilnehmern), schnitten die Volksparteien sehr schlecht ab: Die CDU erreichte nur 28%, die SPD 12 %. Dafür punkteten die kleineren Parteien, allen voran die Piraten mit 21% der Zweitstimmen. Die Grünen kamen auf 12%.

Bei den Erststimmen zeigte sich jedoch eine andere Tendenz: Wohl aufgrund medialer Präsenz und hohem Bekanntheitsgrad lag hier Josef Rief mit 48 % klar an der Spitze, gefolgt von Lisa Rudolph, Piratenpartei (30 %), eine 18jährige Schülerin, mit der sich viele Schüler besser identifizieren können.

Im Vergleich mit den beteiligten Schulen im Wahlkreis und in Baden-Württemberg (insgesamt etwa 70000 Teilnehmer) hatte die Schule den höchsten Anteil von Erststimmen für den CDU-Kandidaten, bundesweit nur leicht übertroffen von einigen Schulen in Bayern. Aber auch mit den Erststimmen für die Piratenpartei liegt Bad Buchau bundesweit im Spitzenbereich (12,2 % bundesweit). Die Schüler des PG sind also etwas Besonderes: Kaum sonst sind Positionen so ungewöhnlich deutlich und zugleich gegensätzlich, auch die starke Orientierung an den Persönlichkeiten der Politiker ist selten zu finden.

Im Vergleich mit der Erwachsenenwahl fällt auf, dass die konservative Grundorientierung bei vielen Familien problemlos von den Eltern an die Kinder tradiert wird, dass aber bei etwa einem Drittel bis zur Hälfte der Schüler (der 9. und 10. Klassen) eine Neuorientierung mit Distanzierung von den elterlichen Werten einsetzt.

Langfristige Trends aus dem Wahlergebnis abzuleiten, ist schwierig. Es darf vermutet werden, dass die Bindung an die bisherigen Volksparteien nachlassen und neue Parteien die Landschaft weiter verändern werden.

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