Eine Stimme für Udo Lindenberg

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 Ein geeigneter Bürgermeister für Bad Buchau? Sänger Udo Lindenberg hat bei der Wahl eine Stimme erhalten.
Ein geeigneter Bürgermeister für Bad Buchau? Sänger Udo Lindenberg hat bei der Wahl eine Stimme erhalten. (Foto: Georg Wendt/dpa)

Ihr Name stand nicht auf dem Stimmzettel und sie haben auch keinen Wahlkampf geführt – dennoch haben nicht nur die offiziellen Kandidaten an der Bad Buchauer Bürgermeisterwahl Stimmen eingeheimst. Insgesamt 59 Stimmen entfielen auf 22 weitere Personen: Stadträte hauptsächlich, aber auch ganz normale Bürger und große Prominenz.

Nicht nur offizielle Kandidaten können Bürgermeister werden. Theoretisch steht es jedem Wähler frei, eine x-beliebige Person auf den Wahlzettel zu schreiben – vorausgesetzt, die Person ist wählbar und durch zusätzliche Angaben wie Beruf oder Anschrift zweifelsfrei identifizierbar. Diese Stimmen werden dann gültig gewertet und werden bei der Veröffentlichung des Wahlergebnisses meist unter „weitere Personen“ zusammengefasst.

Bei der Buchauer Bürgemeisterwahl entfielen 59 Stimmen auf diese „weiteren Personen“ – immerhin knapp fünf Prozent. Diese 59 Stimmen verteilen sich jedoch auf 22 Personen, wobei 14 von ihnen auf lediglich eine Stimme kommen. Der „Stimmenkönig“ unter ihnen mit elf Stimmen ist Stadtrat Klaus Schultheiß, dicht gefolgt von seinem Ratskollegen und Bürgermeisterstellvertreter Gerwig Müller mit zehn Stimmen. Auch sonst waren die Buchauer Stadträte gut bei der Bürgermeisterwahl vertreten – was ein halbes Jahr vor der nächsten Kommunalwahl auch als Signal gewertet werden kann: Auf Bürgermeisterstellvertreterin Angelika Lipke kommen drei Stimmen, je zwei Stimmen haben Heinz Weiss und Sebastian Sandmaier erhalten, jeweils eine Stimme ging an Charlotte Mayenberger und Michael Wissussek.

Den Namen von Peter Dieschs Vorgänger, Bad Buchaus Bürgermeister a. D. Harald Müller, haben immerhin sechs Wähler auf den Stimmzettel geschrieben. Und dass sich der Betzenweiler Bürgermeister Tobias Wäscher auch gut in Bad Buchau machen würde, hat sich ebenfalls ein Wähler gedacht. Er erhielt eine Stimme.

Ob aus Jux oder Überzeugung, auch einige ganz normale Buchauer Bürger wurden auf dem Stimmzettel aufgeführt. Unter ihnen sticht Ralf-Heinrich Wedel heraus, der mit neun Wählerstimmen stärker vertreten ist als so mancher Stadtrat.

Und stärker auch als die Prominenz. Wenn schon ein Spaßkandidat, dann schon ein professioneller – das mag sich der Wähler gedacht haben, der Otto Waalkes auf den Stimmzettel hinzufügte. Ob sich ein ostfriesischer Komiker auch als oberschwäbischer Rathauschef gut machen würde? Das werden die Buchauer nie erfahren, genauso wenig, wie es sich unter Bürgermeister Udo Lindenberg so leben würde. Beide Promis erhielten jeweils nur eine Stimme.

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