In einem schönen Festzug begaben sich die Allmannsweiler und ihre Gäste nach dem Gottesdienst ins Dorfgemeinschaftshaus.
In einem schönen Festzug begaben sich die Allmannsweiler und ihre Gäste nach dem Gottesdienst ins Dorfgemeinschaftshaus. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

Unter dem Motto „Feiern Sie mit uns“ hat Allmannsweiler mit einem großen Dorffest und vielen Gratulanten den 750. Geburtstag begangen. Tausende besuchten nach dem Festakt noch die Gewerbeschau (SZ berichtete).

Auf 750 Jahre kann die drittkleinste Gemeinde im Kreis Biberach zurückblicken. 750 Gründe, um ausgiebig Geburtstag zu feiern. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz, der von Pfarrpensionär Joachim Meckler zelebriert wurde, begann am Sonntag der Festtag. Musikalisch hat den Gottesdienst der Allmannsweiler Freizeitchor unter Leitung von Angela Eisele und Sharon Gnann am Klavier mit gestaltet.

Die Musikkapelle Reichenbach begleitete nach dem Gottesdienst die Festgäste und Gratulanten mit einem Festzug ins Dorfgemeinschaftshaus zum offiziellen Festakt. Bürgermeister Stefan Koch eröffnete den Reigen der Ansprachen. Unter den Gratulanten befanden sich der CDU-Bundestagsabgeordneten Josef Rief, der Erste Landesbeamte Walter Holderried, die Bürgermeister aus dem Gemeindeverwaltungsverband und die beiden Vorgänger Kochs, Georg Dudik und Karl Sontheimer, ferner die Abordnungen der Allmannsweiler Vereine und Gruppen. Sharon Gnann stimmte am Klavier auf die Feierstunde ein.

Bürgermeister Koch blickte kurz in die 750-jährige, mehr als wechselhafte Geschichte Allmannsweilers. Ganz besondere Willkommensgrüße richtete er an Pfarrer Joachim Meckler, der, obwohl im Ruhestand, noch einmal an seine frühere Wirkungsstätte gekommen war und den Gottesdienst zelebrierte. Dankesworte richtete Koch an alle Helfer im Hintergrund, ohne die eine Gemeinde nicht funktioniere. Stellvertretend nannte er die Backfrau Ida Maigler, die schon seit mehr als 53 Jahren ihren Dienst verrichtet. Über Jahrhunderte habe sich Allmannsweiler entwickeln können. Trotz Epochen der Kriege, Armut und Rechtlosigkeit. Heute präsentiere sich die Gemeinde als noble Kleingemeinde mit vorhandener Infrastruktur, ländlichem Charme mit Wohlfühlcharakter.

Der Erste Landesbeamte Walter Holderried überbrachte die Glückwünsche vom Kreis Biberach. Allmannsweiler sei jetzt ein dreiviertel Jahrtausend alt. In dieser Zeit seien ganze Länder von der Weltkarte verschwunden. Geschichte, so Holderried, erschöpfe sich nicht allein in der erstmaligen urkundlichen Erwähnung. Die Geschichte einer Gemeinde sei lebendige Vergangenheit, ein Erbe, das zu verwalten auch Ehre und Verpflichtung sei. Eine Linde brachte Holderried als Geburtsgeschenk mit. Eine Dorflinde, die das Zentrum eines Dorfes bilden und Treffpunkt für Nachrichtenaustausch oder auch Brautschau werden könnte.

Verkauft an Schussenried

Ein weiteres Musikstück mit Theresa und Gudrun Heinzelmann gab der Feierstunde einen festlichen Rahmen, bevor Gemeindeverwaltungsvorstand Bürgermeister Peter Diesch ans Rednerpult trat. Allmannsweiler habe eine besondere Stellung im Verband inne, stellte Diesch fest: die Postleitzahl von Bad Saulgau, Pfarrei, Musikkapelle und Narrenzunft gehörten zu Reichenbach, Fußball zu Renhardsweiler, die „Schwäbische Zeitung“ wird hauptsächlich in der Saulgauer Ausgabe gelesen, die Kinder besuchen die Grundschule Oggelshausen, die Kleinkinder gehen in den Reichenbacher Kindergarten – und der Bürgermeister sei gebürtiger Buchauer. Vielen „Herren“ habe Allmannsweiler gedient und sei 1392 von den Buchauern an Schussenried verkauft worden. Der Bad Schussenrieder Bürgermeister nahm das lächelnd zu Kenntnis. Allerdings musste Diesch auch zugeben, dass seine Vorfahren um 1880 auch in Allmannsweiler gewohnt hätten. Diesch sprach von Seiten des Verbands und auch im Namen der Schussenrieder seine Glückwünsche zum Geburtstag aus.

Dass Allmannsweiler schon etwas Besonderes sei, stelle auch der Bundestagsabgeordnete Josef Rief fest: seit 1973 im Gemeindeverband mit Bad Buchau und trotzdem eine stolze, eigene Gemeinde. Der Ort sei gepflegt, habe aktive Vereine und eine Freiwillige Feuerwehr. Rief sprach allen Allmannsweilern Bürgern seinen Glückwunsch aus, nicht ohne vorher noch einen Abstecher in die große Politik nach Berlin zu machen.

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