Einblicke in findige „schwäbische Köpfe“

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 Mit insgesamt 4750 Euro unterstützt die Volksbank Ulm-Biberach Vereine aus Bad Buchau und Bad Schussenried.
Mit insgesamt 4750 Euro unterstützt die Volksbank Ulm-Biberach Vereine aus Bad Buchau und Bad Schussenried. (Foto: Alexander Speiser)
Alexander Speiser

Gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Weggenmann und Dominik Seeburger überreichte Albert Ederle Spendenschecks in Höhe von 2500 Euro an die Narrenzunft Moorochs in Bad Buchau für die Jugendarbeit, dem Rad- und Motorsportverein Bad Schussenried 1250 Euro zur Förderung der zwölften „Tour de Barock“ und dem DRK Ortsverein Bad Schussenried 1000 Euro für die Anschaffung neuer Helme. Damit so Ederle, seien bislang 40 318 von 57 500 Euro Gesamtsumme an gemeinnützige und soziale Einrichtungen geflossen.

Mit einem launigen Vortrag über „Schwäbische Köpfe – und was drin ist…“ hat Pfarrer Dr. Wolfgang Schöllkopf aus Ulm am Dienstagabend beim Mitgliederforum der Volksbank Ulm-Biberach die rund 300 Gäste unterhalten. Zunächst aber gaben Vorstandsmitglied Stefan Hell und Albert Ederle, Direktor Gewerbe- und Unternehmenskunden in Biberach, einen Überblick über die aktuelle Wirtschaftslage im Allgemeinen und die Geschäftsentwicklung der Bank im Besonderen. Bürgermeister Peter Diesch begrüßte die Gäste im Großen Saal des Kurzentrums Bad Buchau.

Zahlreiche alte und neue Herausforderungen stünden der Bank ins Haus, so Vorstandsmitglied Stefan Hell. Die seit 14 Jahren anhaltenden Niedrigzinsen, veränderte Ansprüche der Gesellschaft an die Bank und auch das Thema Digitalisierung sind Aufgaben, die innovative, zeitgemäße Lösungen erfordern. Trotz dieser extremen Bedingungen habe es die Volksbank Ulm-Biberach geschafft, 2017 ein solides Ergebnis zu erwirtschaften, das auch in diesem Jahr erwartet werde.

Albert Ederle sprach von einem Zuwachs bei den Krediten, denen allerdings ein rückläufiger Zinsüberschuss gegenüber stehe, was überwiegend an der anhaltenden Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) liege. Der Provisionsüberschuss zeige aktuell einen leichten Zuwachs und auch das betreute Kundenvolumen führe erneut ein positives Vorzeichen, so Ederle. Die Bilanzsumme habe sich im vergangenen Jahr um 99 Millionen Euro auf 2713 Millionen Euro erhöht, aktuell lägen jedoch die Zahlen leicht unter dem Vorjahr.

Einen neuen Service bietet die Volksbank Ulm-Biberach mit dem „Volksbank-Sekretär“ an, mit der man vor allem der älteren Kundschaft Hilfen im Alltag vermitteln wolle. Für die Besucher des Forums lagen hierzu Vordrucke aus, auf denen sie ihre Wünsche eintragen konnten; weitere Vordrucke gibt es auch in den Geschäftsstellen der Bank.

Buchauer Tüftler

Wer beim Vortrag von Pfarrer Dr. Schöllkopf erwartet hatte, zu erfahren, was sein schwäbischer Nachbar im Kopf hat, lag falsch. Gleichwohl sorgten seine schwäbischen Berühmtheiten und deren Sprüche und Anekdoten für große Heiterkeit. Schöllkopf meinte, in Bad Buchau sei ja wohl das Rad erfunden worden, da hier eines der weltweit ältesten Räder gefunden wurde. Kein Wunder, dass von hier auch so findige Köpfe wie Albert Einstein oder August Fischer kommen, der den Uhu-Kleber erfunden hat. Dann Johannes Kepler, der in die Reichsstadt Ulm geflüchtet war und dort ein Eichsystem für alle Gewichte, Hohl- und Längenmaße entwickelte – der Kepler-Kessel steht noch heute in Ulm. Oder Sebastian Sailer, der Gedichte und Theaterstücke wie „Die schwäbische Schöpfung“ geschrieben hat und noch heute in Obermarchtal allgegenwärtig ist.

Carlo Schmid, legendär als Minister, Sozialdemokrat, Zigarrenraucher und Leibesfülliger war bekennender Schwabe. Von ihm stammt die Anekdote, wonach er seine kleine Tochter von der Mädchenschule abholen wollte und ihn die Rektorin fragte, ob er ein Kind erwarte. Worauf Carlo Schmid antwortete: „Nein, ich sehe nur so aus.“ Auch Eduard Mörike, von dem unter anderem „Die schöne Lau“ stammt, war lange Zeit in Oberschwaben, am Bussen, in Buchau, in Scheer und dann als Pfarrverweser in der Pflummern tätig, wo er wohl auch maßgeblich am Bau der Kirche beteiligt war. Zumindest habe Mörike eine „Amtsmiene gegen die Handwerker aufgesetzt“, damit diese spuren, so Pfarrer Schöllkopf. Der Schwabe Gustav Werner schuf in Reutlingen das Bruderhaus als beschützende Werkstätte sowie 32 weitere Anstalten im Land und versuchte Begabungen zusammen zu führen. Sein damaliger Werkmeister Gottlieb Daimler soll so Wilhelm Maybach unter seine Fittiche bekommen haben – der Rest der Geschichte dürfte bekannt sein.

Auch Margarete Steiff sei eine Vorzeigeschwäbin so Schöllkopf, da sie sich mit einer ungeheuren Energie gegen alles, was ihr im Wege stand, durchgesetzt hat. Von ihr soll der Spruch stammen: „Behindert ist man nicht, behindert wird man.“ Der Erfolg gibt ihr Recht, mit ihrer Stofftierproduktion hatte sie in den Glanzzeiten 400 Arbeiterinnen in ihrer Fabrik in Giengen an der Brenz beschäftigt und nochmals 1800 Frauen als Heimarbeiterinnen in Lohn und Brot. Nicht zu vergessen, Theodor Heuss, der legendäre erste Präsident der noch jungen Bundesrepublik, dem zahlreiche charmante Geschichten zugeschrieben werde. Oder Friedrich Schiller, von dem der Satz „Das Herz und nicht die Meinung ehrt den Mann“ stammt. Pfarrer Schöllkopf kam beim Publikum mit seiner launigen Art bestens an und bekam denn auch den verdienten Applaus für seine Einblicke in „Schwäbische Köpfe“.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Peter Weggenmann und Dominik Seeburger überreichte Albert Ederle Spendenschecks in Höhe von 2500 Euro an die Narrenzunft Moorochs in Bad Buchau für die Jugendarbeit, dem Rad- und Motorsportverein Bad Schussenried 1250 Euro zur Förderung der zwölften „Tour de Barock“ und dem DRK Ortsverein Bad Schussenried 1000 Euro für die Anschaffung neuer Helme. Damit so Ederle, seien bislang 40 318 von 57 500 Euro Gesamtsumme an gemeinnützige und soziale Einrichtungen geflossen.

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