Der „Starfighter“ ist der Star am Himmel

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Das Modell des Starfighters beeindruckte in Seekirch.
Das Modell des Starfighters beeindruckte in Seekirch. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

Alles was fliegen konnte, hat die Seekircher Modellfluggruppe zum „Tag der deutschen Modellflieger“ am Feiertag aufgeboten. Ideales Flugwetter bescherte zum erhöhten Flugaufkommen hunderte Besucher auf dem Seekircher Flugplatz. Um die 50 Piloten von befreundeten Modellfluggruppen aus der Region, von der Alb bis zum Bodensee, waren gekommen. Der Flugtag zum Saisonende kann als Höhepunkt des Vereinsjahrs bezeichnet werden.

Dicht gedrängt standen um die fünfzig Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen auf dem Vorfeld in Seekirch. Von den kleineren Flitzern aus Polystyrol oder Styropor mit Elektromotoren bis zum Düsenjäger mit über vier Metern Länge reichte das Spektrum. Aber auch Flugzeuge mit Verbrennungsmotoren waren zu sehen – allerdings nur in relativ großen Flugmodellen mit Spannweiten bis zu drei Metern und mehr.

Pilot Jürgen Sickinger aus Hechingen, ein Freund großer Modelle und nicht zum ersten Mal in Seekirch dabei, trumpfte mit seiner „ Suchoi 27“, einem russischen Jagdflugzeug, auf. Mit drei Metern Länge und 2,5 Metern Spannweite ist es eines der großen Jets am Himmel über Seekirch. Mit bis zu 350 Stundenkilometer heult die Jagdmaschine über den Flugplatz. Deren Turbine erzeugt zwanzig Kilopond Schub, was bei einem Startgewicht von 23 Kilogramm auch notwendig ist.

Absoluter Star am Himmel: die F 104, besser bekannt als „Starfighter“, die auch bei der Luftwaffe geflogen wurde. Im Modell ist das Flugzeug 4,40 lang und hat ein Startgewicht von 35 Kilogramm. Um die Spitzengeschwindigkeit von etwa 350 Stundenkilometer zu erreichen benötigt der Jet etwa einen Liter Treibstoff pro Minute aus dem 7,5 Liter Tank im Rumpf der Maschine.

Überhaupt scheinen die großen Jets der neue Trend bei den Modellfliegern zu sein. Dabei zeigen auch große Modelle mit zwei und drei Meter Spannweite mit Propeller anspruchsvolle Flugformationen – ob Doppeldecker aus den Anfängen der Fliegerei oder Sportflugzeuge, hochkarätig motorisiert mit fast 50 Kubikzentimeter Hubraum und um die sieben PS Leistung. Auch diese Flugzeuge sind kein Spielzeug für kleine Kinder.

Beeindruckend war die simulierte Luftschlacht am Himmel mit vier Modellen aus dem 2.Weltkrieg. Zum einen die legendäre Stuka Ju 87, die Me 109, eine russische JAK 1 B und die japanische Mitsubishi „Zero“. Bekannt wurde die „Zero“ im zweiten Weltkrieg durch den Luftangriff auf Pearl Harbour. Die Flugschau zeugte vom Können der Piloten an den Fernsteuerungen, die ihre Maschinen oftmals nur wenige Meter aneinander vorbei fliegen ließen.

Bei einer eindrucksvollen Vorführung mit dem Nachbau des ersten Düsenjägers, der Me 163 mit einer 22 Kilopond Turbine, zeigte der Pilot was in dem „Kraftei“ steckte. Mit fast drei Meter Spannweite heulte die Me 163 mit gut 350 Stundenkilometer und dem typischen Turbinensound über den Platz, um dann fast senkrecht in den Himmel über Seekirch zu gehen. Diese Aktion hinterließ bei den Zuschauern staunende Gesichter.

Immer interessant bei Flugtagen ist das sogenannte 3D-Kunst-Fliegen. Dreidimensionale Flugformationen die gegen jede aerodynamische Logik stehen. Ob das Flugzeug oder der Hubschrauber senkrecht in der Luft stehen oder fast gar rückwärts fliegen, alles ist scheinbar möglich – und ein Rätsel für die Zuschauer.

Kein unbekannter in Seekirch ist der Heroldstatter Pilot Wolfgang Magiera, der auch die Stuka beim Luftkampf steuerte. Sein Polizeizhubschrauber Eurocopter ec 135 fliegt elektrisch und ist bis ins kleinste Detail nachgebaut. Sogar ein Bierkasten kann der Betrachter unter dem Pilotensitz erkennen.

Alle Piloten und deren Maschinen wurden von Rico Marquart in gewohnter Weise vorgestellt und auch die Flugformationen ausführlich erklärt. Bis in den späten Nachmittag herrschte reger Flugbetrieb am Himmel, die Zuschauer kamen auf ihre Kosten, und die Modellfluggruppe Seekirch kann nun die Modelle winterfest machen.

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