Das Eigenheim der Steinzeitmenschen

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Hannes Wiedmann zeigt seine Hausmodelle.
Hannes Wiedmann zeigt seine Hausmodelle. (Foto: Federseemuseum)
Schwäbische Zeitung

Informationen: Federseemuseum Bad Buchau, Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Telefon 07582/8350,

www.federseemuseum.de

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Archäologe Hannes Wiedmann aus Blaubeuren zeigt am Sonntag, 8. Juli, von 10 bis 18 Uhr im Federseemuseum Bad Buchau ein beeindruckendes Repertoire an Materialien und technischem Know-how, das unter anderem zum steinzeitlichen Hausbau notwendig war. Im praktischen Versuch stellt er verschiedene Handwerkstechniken vor, wobei auch Besucher mitmachen können.

Anhand der Hausrekonstruktionen im archäologischen Freigelände gibt Hannes Wiedmann detaillierte Informationen zu einem frühen Kapitel der Architekturgeschichte. So veranschaulicht der Archäologe an Ort und Stelle die Hauskonstruktionen vom Fußboden bis zum Dachfirst, gibt Einblicke in die Wohn- und Wirtschaftsweise der ersten Bauern und erklärt die Funktion und Verwendung der entsprechenden Werkzeuge. Anhand eines Modells erklärt Wiedmann die bautechnischen Finessen und wichtigen Details der örtlichen Pfahlbauarchitektur.

Ausgrabungen im Federseeried brachten immer wieder Hölzer und andere pflanzliche Funde in den verschiedensten Erscheinungsformen zu Tage, die vor zirka 6000 Jahren vielfältig genutzt wurden. Insbesondere Pfähle und Bohlen aus Holz geben Aufschluss über die Nutzung der Waldressourcen und die zentrale Rolle von Holz als Baumaterial, wofür Hunderte von Bäumen am Federsee mit der Steinzeitaxt gefällt werden mussten.

Doch wie entstanden die eigenen vier Wände unserer Vorfahren? Der Verwendung von Pflanzenfasern zu Bast für die Herstellung von Schnüren und Matten kommt eine besondere Bedeutung für den Hausbau zu. Funde von geschälten Eichenrinden wurden beispielsweise als Dachdeckungsmaterial von Pfahlbauten der Jungsteinzeit identifiziert, während elastische Ruten von Haselnuss, Ahorn oder Erle zum Flechten von Wänden verwendet wurde. Mit Lehm verputzt boten diese Hauswände Schutz vor Wind und Wetter.

Begeh- und begreifbar

Das archäologische Freigelände des Federseemuseums bietet dem Besucher begeh- und begreifbare Architektur aus 15 000 Jahren Menschheitsgeschichte. Basierend auf den modernen stein- und bronzezeitlichen Archäologie-Befunden am Federsee bieten die charakteristischen Dorfausschnitte der stein- und bronzezeitlichen Siedlungen des Federseegebiets einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die Feuchtbodenbauweise.

Informationen: Federseemuseum Bad Buchau, Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Telefon 07582/8350,

www.federseemuseum.de

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