Das blaue Wunder ist verblüht

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Auch in den Ferien sind einige Schulkinder der Federseegrundschule Alleshausen mit dem Flachsprojekt verbunden.
Auch in den Ferien sind einige Schulkinder der Federseegrundschule Alleshausen mit dem Flachsprojekt verbunden. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

„Steinzeitkinder“ aus der Alleshausener Grundschule haben im Frühjahr auf prähistorische Art den Leinsamen ausgebracht. Nun konnten im Rahmen des Kinder-Ferienprogrammes einige Kinder den Faserlein wie damals raufen.

Etliche Kinder haben sich zum Kinderferienprogramm auf dem Flachsacker eingefunden, um den im Frühjahr gesäten Leinsamen nun zu ernten – oder zu raufen wie es richtig heißen muss. Das Wort kommt von rupfen, und so werden die Faserleinpflanzen auch geerntet. Auch in den Schulferien sind einige Schulkinder der Federseegrundschule Alleshausen mit dem Flachsprojekt verbunden. Der große Acker zwischen Moosburg und Alleshausen wurde natürlich überwiegend und maschinell mit Ölleinsamen bestellt. Nur eine kleine Fläche von etwa 150 Quadratmetern wurde im Rahmen eines prähistorischen Projektes des Federseemuseums und der Grundschule Alleshausen von Hand mit Faserlein angesät.

Das Flachsanbauprojekt sollte auf die einst so fortschrittlichen Flachsbauern der Jungsteinzeit am Federsee aufmerksam machen, war das erklärte Ziel der Initiatorin Regina Lutz (Museumsführerin). Bei Ausgrabungen in der Vergangenheit, unweit Alleshausens, konnten die Archäologen Leinsamen nachweisen. Büschel für Büschel raufen die Steinzeitjungbauern den ausgereiften Flachs aus dem trockenen Ackerboden, während Regina Lutz mit ihrem Mann Herbert hilfreich zur Seite steht und auch mal etwas genauer erklärt. Noch für einige Zeit haben die Kinder den noch etwas feuchten Faserlein neben dem Acker ausgelegt, damit die Flachsbüschel dann je nach Wetter einige Wochen verrotten (Tauröste) können, um dann der Weiterverarbeitung zugeführt werden.

Feldarbeit macht hungrig. Dazu hat Regina Lutz Flachswickel gebacken, die reißenden Absatz bei den Kids finden, und sich als Leckerbissen herausstellen. Für die Kinder jedenfalls war der Ernteeinsatz eine lehrreiche Sache, durften sie doch bei einer weiteren Verarbeitungsstufe des selbst gesäten Flachs dabei sein. Erst vor kurzem konnten die Schüler der Federsee-Grundschule bei einem Besuch im Federseemuseum einzelne Verarbeitungsschritte selbst in der Praxis angehen. Dabei wurde geriffelt, gehechelt, gebrochen und sogar mit selbst getonten Spindeln gesponnen.

In Sichtweite des Flachsackers, in den Täschenwiesen, haben zurzeit die Ausgräber des Landesdenkmalamtes ihre Zelte aufgeschlagen. Klar, dass die „Erntehelfer“ nach getaner Arbeit einen Abstecher dahin machten. Freundlich seien sie empfangen worden, meinte einer der Jungs, und vieles hätten man ihnen erklärt. Zumindest seien jetzt alle gespannt, ob die jetzige Ausgrabung auch wieder den Nachweis von Leinsamen erbringen wird.

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