Buchauer Schüler üben Demokratie

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Schüler des Bad Buchauer Progymnasiums haben eine Juniorwahl vorbereitet und durchgeführt.
Schüler des Bad Buchauer Progymnasiums haben eine Juniorwahl vorbereitet und durchgeführt. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

64 Schüler der Klassen 9 und 10 des Progymnasiums Bad Buchau haben an der Juniorwahl für das Europa-Parlament teilgenommen. Die Wahl fand bundesweit statt, in Baden-Württemberg beteiligten sich etwa 90 Schulen. In Bad Buchau hatte die CDU bei der schulinternen Wahl die Nase klar vorn.

Vorher hatten die Schüler im Gemeinschaftskundeunterricht das Wichtigste zu Europa und zur Wahl behandelt. Mit Hilfe des „Wahlomaten“ haben sie sich mit den Thesen der unterschiedlichen Parteien zu 38 Themengebieten auseinandergesetzt und sich eine Meinung gebildet, die sie dann in der Klassendiskussion vertreten sollten. Dabei war es wichtig, die Empfehlung des Wahlomaten natürlich nicht unbesehen für die passende zu halten, gibt es doch neben den 38 Thesen auch noch andere, und manche davon hat ein höheres als nur das doppelte Gewicht.

Außerdem erkannten die Schüler, dass die Entscheidung auch von den Persönlichkeiten abhängt, die zur Wahl stehen. Die Glaubwürdigkeit der Umsetzung und der Stil, mit dem dies geschieht, lässt sich nicht allein mithilfe der programmatischen Sätzen einer Partei beurteilen.

Nach der gründlichen Vorbereitung ging es zum Wahlakt. Dabei bildeten Schüler aus allen Klassen das Wahlkommitee, bereiteten die Wahl vor und organisierten den Ablauf. Die Wahl wurde ganz modern durchgeführt – wie es in Deutschland allgemein noch nicht üblich ist – nämlich als Onlinewahl nach dem Pin und Tan-Prinzip, das vom Onlinebanking her vertraut ist.

Ergebnis weicht deutlich ab

Das Ergebnis der Buchauer Wahl ist auffällig, weicht es doch in einigen Punkten deutlich vom bundesweiten Ergebnis der über 900 beteiligten Schulen ab: Die CDU kam auf 37,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, die Grünen auf 15,6 Prozent, die SPD auf nur 6,25 Prozent. Der Rest der Stimmen verteilte sich auf Piraten, Tierschutzpartei, Linke und „Die Partei“.

Im Bundesergebnis der Juniorwahl war die CDU deutlich schwächer (22,5 Prozent), die SPD stärker (21,4 Prozent) und die Grünen etwa auf dem selben Niveau (17,2 Prozent).

Das Ziel der Juniorwahl wurde erreicht, so die Verantwortlichen Schule im Fazit: Das Interesse an politischen Themen und den Parteien sei spürbar gewachsen, auch über die Wahl hinaus. Besonders aber auch das Bewusstsein demokratischer Verantwortung durch positive Teilhabe an politischen Prozessen.

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