Blick in die Speisekammer der Stein- und Bronzezeit

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Wie in der Steinzeit wird im Federseemuseum gekocht.
Wie in der Steinzeit wird im Federseemuseum gekocht. (Foto: Federseemuseum)
Schwäbische Zeitung

Das Team des Federseemuseums gewährt am Sonntag, 12. August, einen besonderen Blick in die Speisekammer der Stein- und Bronzezeit. Zwischen 12 und 17 Uhr wird anschaulich präsentiert, welche Produkte in der Vor- und Frühgeschichte den Speiseplan bestimmten, was angebaut und gesammelt wurde und welche Tiere gejagt oder gezüchtet wurden. Zum Probieren gibt es kleine, einfache Kostproben, deren Rezeptur gerne zur Verfügung gestellt wird. Dabei gibt es für Erwachsene und Besucherkinder reichlich Gelegenheit zum Mitmachen, zum (Aus-) probieren und auch zum Kennenlernen einer erstaunlichen Produktpalette aus längst vergangen Zeiten.

Über viele tausend Jahre hinweg hat der feuchte Moorboden im Federseeried tierische und botanische Schätze erhalten, die Hinweise auf die Ernährungsgrundlage und -gewohnheit unserer Vorfahren geben. Archäologische Zeugnisse wie Siedlungsreste, Werkzeuge aus Stein, Tierknochen und Blütenpollen geben Aufschluss auf die jeweilige Lebensform einer Epoche.

Vor rund 7000 Jahren gestaltete sich der Mensch seine Umwelt nach seinen Bedürfnissen: Wälder wurden gerodet und auf den fruchtbaren Böden der jungsteinzeitlichen Felder gediehen fortan Emmer und Einkorn. Daneben sicherten Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen und Öl- bzw. Faserpflanzen eine weitgehend ausgewogene Ernährung; verfeinert wurden die Mahlzeiten mit Beeren, Nüssen oder auch Fleisch aus eigener Tierhaltung. Zunehmend wurde der Mensch zum „Selbstversorger“ und die Produktion der Lebensmittel lag von nun an in seinen eigenen Händen.

Wie sich die Ernährung zusammensetzte und was der Speiseplan unserer Vorfahren anzubieten hatte, können wir heute aus den verschiedenartigen Funden schließen, die im Federseeried zu Tage kamen und der Stein- und Bronzezeit zuzuordnen sind. Neben Knochenfunden von Wild, Rind, Schaf, Ziege und Schwein ergaben archäobotanische Analysen, dass mehrere Getreidearten, Hülsenfrüchte, Nüsse und Waldbeeren genutzt und verarbeitet wurden. Neben den Makroresten von Früchten, Samen oder Holzfragmenten geben auch Mikroreste wie Pollen und Sporen Hinweise auf die Vegetation vergangener Zeiten und ermöglichen Rückschlüsse auf die Ernährungsgewohnheiten und Anbaumethoden dieser Zeit.

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