„Biberschwanz“ für drei besondere Narren

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Besondere Preisverleihung (v. l.): Peter Neudert, Landrat Heiko Schmid, Polde Maucher und Peter Bucher.
Besondere Preisverleihung (v. l.): Peter Neudert, Landrat Heiko Schmid, Polde Maucher und Peter Bucher. (Foto: WEISS)

Auf dem Zunftmeisterempfang des Landrats, zu dem Dr. Heiko Schmid nach Bad Buchau geladen hatte, wurden drei Ehrenzunftmeistern aus dem Landkreis Biberach mit einem neuen Orden ausgezeichnet: Der „goldene Biberschwanz“ ging an Peter Bucher aus Riedlingen, Peter Neudert aus Bad Buchau und Polde Maucher aus Eberhardzell.

Dezernatsleiter Manfred Storrer vom Landratsamt Biberach organisierte alles, was mit dem Ehrenorden zu tun hatte. Bei Gerold Jäggle waren seine Anforderungen an den Künstler erfüllt und so ging an ihn der Auftrag, den Orden zu gestalten. Der Ertinger hatte gleich das Bild eines Bibers im Kopf und konnte es dann auch umsetzen. Der Biber hält das Wappen des Landkreises und trägt ein freches Grinsen im Gesicht. Der Orden wurde aus Bronze gegossen und die Ertinger Goldschmiedin Ulrike Weinl gravierte die Schrift auf die Rückseite. Die Kordel hat Angela Eitel, ebenfalls aus Ertingen, handgefertigt. „Es handelt sich also um ein echtes Ertinger Gesamtkunstwerk“, so Jäggle.

Geehrt wurden Peter Bucher aus Riedlingen, Peter Neudert aus Bad Buchau und Polde Maucher aus Eberhardzell. Alle drei haben für die Fasnet über Jahrzehnte viel geleistet. Manfred Storrer, „Humorbürokrat“ des Landratsamts, übernahm diese Ehrung und zwar so, wie es sich angeblich für einen Beamtem gehöre: unverzüglich, ohne unnötig witziges Beiwerk und in der stets verständlichen Sprache der Verwaltung.

Peter Bucher war ab 1983 Narrenbüttel und danach zwölf Jahre lang engagierter Zunftmeister der Riedlinger Gole-Zunft. 2009 wurde er zum Ehrenzunftmeister ernannt. Er kümmerte sich um die Neuerweckung der Maskengruppe „Laufmohr und Waschweiber“. Auch seine handwerklichen Fähigkeiten möchte seine Zunft nicht missen. Der „goldene Biberschwanz“ ist nicht sein erster Kontakt mit Gerold Jäggle: Dank Bucher findet sich in Riedlingen ein von Jäggle gestalteter Narrenbrunnen.

Karl-Heinz Maucher, besser bekannt als Polde, wurde als Zweiter mit dem „goldenen Biberschwanz“ ausgezeichnet. Er ist der Narrenzunft Zeller Schwarze Katz in Eberhardzell zugehörig und war dort erst acht Jahre lang Zunftrat, bevor er für 40 Jahre das Amt des Zunftmeisters innehatte. 2019 wurde er zum Ehrenzunftmeister ernannt. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit der Goldenen Narrenkappe des ANRs und dem Verdienstorden in Gold des Bunds Deutscher Karneval. Dank seiner Aktivität für die Zunft konnte sieauf inzwischen 1300 Mitglieder anwachsen.

Peter Neudert ist aus der Buchauer Fasnet nicht wegzudenken. Seit 1965 ist er Mitglied der Moorochsen und war ab 1971 im Zunftrat. Von 1989 an war er dann auch Zunftmeister, bis er das Amt im Jahr 2000 ablegte. Aufgrund der vielen Jahre im Präsidium der VFON wurde er 2013 zum Ehrenpräsident der Vereinigung ernannt. Er fungierte als Fasnetsbotschafter in aller Welt und in Funk und Fernsehen. Mit ihm reisten die Moorochsen nach Irland, Amerika und Frankreich. Brauchtum wird bei ihm großgeschrieben und sein Leitspruch „Fasnet isch Hoimat“ beschreibt sehr passend, für was er sich nun fast 50 Jahre eingesetzt hat. Neudert erhielt schon mehrere Ehrungen, unter anderem die Narrenkappe des Regierungspräsidiums Tübingen, auf die er besonders stolz ist.

Gemeinsam mit Polde Maucher hat Peter Neudert die Fasnet im Biberacher Landratsamt initiiert. 1996 wurden die ersten Einladungen verschickt. Diese erste Fasnetsfeier war ein voller Erfolg und so wurden in den darauffolgenden Jahren immer andere Zünfte aus dem Landkreis eingeladen. Im zweiten Jahr waren es zum Beispiel die Zünfte aus Kirchdorf, Ingerkingen, Bad Schussenried und Uttenweiler. Die beiden Narrenzünfte aus Bad Buchau und Eberhardzell waren aber jedes Jahr mit von der Partie. Unter dem damaligen Landrat Peter Schneider befreiten die Narren aus die Mitarbeiter des Landratsamts und anschließend wurde gemeinsam Fasnet gefeiert. Die Zunftmeister und der Landrat schwangen jedes Jahr närrische Reden, es gab Kostümprämierungen und es wurde gelacht, getrunken und gegessen. Diese närrischen Festlichkeiten hielten bis ins Jahr 2014, denn nachdem alle Zünfte aus dem Landkreis einmal ins Landratsamt eingeladen wurden, war leider Schluss damit.

Jetzt wurde ein neues Konzept ausgearbeitet, sodass Narren und Landrat wieder gemeinsam Fasnet feiern können. Landrat Heiko Schmid hatte erstmals Abordnungen aus allen Zünften und Vereinen aus dem Landkreis eingeladen. Die neuen „Landrats-Fasnets-Ehrenorden-Träger“, so wurden die drei von Manfred Storrer genannt, freuten sich natürlich, die Ersten zu sein, die mit dem „goldenen Biberschwanz“ ausgezeichnet wurden.

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