Auch Bildungsreisen sind jetzt möglich

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Durch die Kooperation mit anderen Volkshochschulen kann die VHS Oberschwaben nun auch Bildungsreisen anbieten.
Durch die Kooperation mit anderen Volkshochschulen kann die VHS Oberschwaben nun auch Bildungsreisen anbieten. (Foto: dpa)

Die Volkshochschule Oberschwaben möchte ihre Qualität steigern. Derzeit befinde sich die VHS mittendrin in einem aufwendigen Verfahren, um sich nach dem Modell des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg zertifizieren zu lassen, berichtete VHS-Leiterin Annabel Munding am Montagabend in der Verbandsversammlung in Bad Buchau. Daraus könnten sich in Zukunft auch finanzielle Vorteile ergeben.

Etwa zwei Jahre lang werde das aufwendige Zertifizierungsverfahren des baden-württembergischen VHS-Verbands in Anspruch nehmen, so Leiterin Annabel Munding in ihrem Geschäftsbericht. Dazu war unter anderem auch die Erstellung eines Leitbilds nach dem Muster des Landesverbands notwendig. Die VHS Oberschwaben, die von Altshausen, Aulendorf, Bad Buchau, Bad Schussenried und Bad Saulgau gemeinsam getragen wird, versteht sich demnach als „Garant des gesetzlichen Weiterbildungsauftrags“. Daraus ergibt sich die Pflicht, die Kursgebühren sozialverträglich zu gestalten und immer wieder „neue, nicht immer lukrative Bildungsangebote“ ins Programm aufzunehmen.

Ein weiterer Teil der Zertifizierung ist eine Stärken-Schwächen-Analyse, die derzeit vorgenommen werde, so Munding. Ein beträchtlicher Aufwand, der sich aber durchaus lohne, ist sich die VHS-Leiterin sicher: „Davon hängt auch finanziell einiges ab.“ So sei eine Zertifizierung notwendig, um bestimmte Kurse nach dem Bildungszeitmodell anerkennen zu lassen. Zudem strebe die VHS Oberschwaben eine Zulassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge an, um künftig zertifizierte Integrationskurse anbieten zu können, so Mundig weiter. Und auch was die Anwerbung von Drittmitteln betrifft, könnte sich eine Zertifizierung als vorteilhaft erweisen.

Schon jetzt ist die VHS in diesem Bereich nicht untätig und wendet sich etwa an Vereine und Stiftungen in der Region. So habe nun die Bürgerstiftung Bad Schussenried zugesagt, ein Medienprojekt für Senioren an der Volkshochschule zu unterstützen, berichtete Munding. Ein weiteres Seniorenprojekt werde mit Hilfe der Bürgerstiftung Seniorenhilfe Altshausen verwirklicht. Mit einem anderen Projekt in Altshausen bewerbe sich die VHS derzeit um den Landesweiterbildungspreis Baden-Württemberg.

Auch die jeweiligen Landkreise unterstützen die VHS Oberschwaben mit Drittmitteln. Der Löwenanteil stamme dabei aus dem Kreis Ravensburg, der etwa Integrationskurse fördere. Mit Hilfe des Landkreises Biberach wurden ebenfalls 300 Unterrichtseinheiten für Flüchtlinge verwirklicht und in Zusammenarbeit mit dem Biberacher Landwirtschaftsamt werden Kurse in gesunder Ernährung angeboten. Für das Erziehungsprogramm „Stärke“ fließen dagegen Landesmittel.

Doch auch in anderen Bereichen setzt die VHS auf starke Partnerschaften. Das VHS-Bildungsreisenprogramm ist eine landesweite Kooperation verschiedener Volkhochschulen. Der Beitritt ermögliche auch kleinen Volkshochschulen, Bildungsreisen anzubieten. „Viele Kunden erwarten dieses Angebot“, hat Munding beobachtet, die nun darauf gespannt ist, wie sich die Nachfrage im nächsten Semester entwickelt.

Im aktuellen Semester habe die VHS dagegen mit gewissen Herausforderungen zu kämpfen. Mit Altshausen, Aulendorf und Bad Schussenried herrschten an drei der fünf Standorte eine veränderte Raumsituation. Besonders für die Vormittagskurse sei es nicht immer leicht, Ersatzräume zu organisieren. Derzeit beschäftigt die VHS-Geschäftsführung zudem die Umsetzung der neuen Datenschutzgrundverordnung. Doch diese Aufgabe, so Munding, „läuft ganz gut“.

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