Arbeiten und genießen im Mittelalter

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 Handwerker wie der Schuhmacher schuften noch am Samstagnachmittag, während Herr und Herrin sich im Badezuber bedienen lassen.
Handwerker wie der Schuhmacher schuften noch am Samstagnachmittag, während Herr und Herrin sich im Badezuber bedienen lassen. (Foto: Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Leider in Grenzen hat sich der Besucherandrang zum Saisonstart auf der Kanzacher Bachritterburg gehalten. Am Startprogramm kann es nicht gelegen haben, denn mit „Reisecen und Freunden“ war das Programm durchaus sehenswert und interessant.

Schon am Karfreitag, bei kühlem regnerischem Wetter, haben die Mittelalterdarsteller die Burg bezogen und wohnlich eingerichtet. Am Samstag zeigte sich dann die Sonne und im Burghof konnte das Leben wie im 13. Jahrhundert beginnen. Wie Lederschuhe damals hergestellt wurden, führten die Schuhmacher detailliert vor.

Färberkamille, Walnussschalen, Korn- und Ringelblumen sowie Kermesläuse sind nur einige der Zutaten, benötigt werden, um Stoffe zu färben. Wobei letztere für ein kräftiges Rot sorgen. Im großen Kessel auf der Feuerstelle wurden die Stoffe gefärbt und anschließend zum Trocknen aufgehängt.

Die Kinder der Bachritter machen sich einige schöne Tage, schnitzen an Holzstücken oder bastelten ein kleines Floß, das im Burggraben dann seine Runden zog. Vor dem Essen musste natürlich gekocht werden, wozu gleich mehrere Mitglieder der Ritterfamilie in die „Küche“ ,ein großer Holztisch im Freien, abkommandiert wurden. Kleidungsstücke wurden geschneidert, Tischläufer gestickt und alle Arbeiten wurden bereitwillig den Besuchern erklärt.

Wie hölzerne Dachschindeln akkurat hergestellt wurden, zeigten die Holzbearbeiter. Timo Diem, einer der Zimmerleute und im bürgerlichen Leben Maschinenbautechniker, bearbeitete mit dem Beil einen etwa 35 Zentimeter starken Fichtenstamm zu einem quadratischen Balken – eine schweißtreibende Arbeit. Noch etliche Stämme lagen zur Bearbeitung bereit, mit denen irgendwann ein weiteres Gebäude im Burgareal entstehen soll. Was genau, sei noch nicht sicher, aber in der Werkstatt steht schon das Modell einer Mühle mit Wasserrad.

Etwas Komfort müsse schon sein. meinte der Chef des schweizerischen „Roten Hufen“ – und nahm mit seiner Herrin im Holzzuber auf dem Burghof pudelnackt ein heißes Bad. Das Gesinde sorgte dabei laufend für Nachschub an Getränken und heißem Wasser. So lässt es sich doch leben!

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