80 Einsätze für die 79 Feuerwehrleute

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 40 Jahre Dienst in der Feuerwehr (von links): Alexander Müller, Klaus Frankenhauser, Wolfgang Dreher, Wilhelm Rothmund, Georg S
40 Jahre Dienst in der Feuerwehr (von links): Alexander Müller, Klaus Frankenhauser, Wolfgang Dreher, Wilhelm Rothmund, Georg Selig, Jürgen Grimm und Klaus Merz. (Foto: KLAUS WEISS)
Klaus Weiss

2135 ehrenamtlichen Stunden haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Buchau im vergangenen Jahr geleistet – nicht nur an den 80 Einsätzen, sondern auch bei Übungen, Sicherheitswachen und Sitzungen. Bei der gut besuchten Hauptversammlung standen neben den üblichen Regularien auch Beförderungen, Ehrungen und Wahlen an.

„Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind – andere gibt’s nicht“: Mit dieser treffenden Bemerkung begann Kommandant Klaus Merz seine Ansprache an die Versammlung, darunter auch einige Stadträte, Ehrenmitglieder und andere Ehrengäste sowie die Abordnungen der Feuerwehren Kanzach und Moosburg, mit denen die Buchauer enge Verbindungen und eine konstruktive Zusammenarbeit pflegen. Stolz zeigte sich Merz, dass sein Stellvertreter Gerhard Blank zum Geschäftsführer im Kreisfeuerwehrverband Biberach gewählt wurde und somit die Buchauer Wehr in dessen Vorstand vertreten ist.

Zu 80 Einsätzen wurden die 79 aktiven Feuerwehrleute im vergangenen Jahr gerufen. 206 Eintragungen sind im Rapportbuch verzeichnet. Einsätze, Übungen, Sicherheitswachen und Sitzungen erbrachten 2135 Stunden Zeitaufwand und 2290 Kilometer für die Einsatzfahrzeuge. 39 Lehrgangsbesuche auf Kreis- und Landesebene haben die Mitglieder der Buchauer Wehr absolviert.

Neue Anschaffungen erforderlich

Die Bau- und Sanierungsarbeiten am Feuerwehrgerätehaus neigen sich vorerst dem Ende zu und dürften dann in der Nähe der ursprünglichen Kostenplanung von etwa 1,1 Millionen Euro liegen. Aber weitere Anschaffungen seien schon im Anmarsch, legte Merz dem Dienstherr und dem Gemeinderat schon mal nahe. Wegen der Datenschutzgrundverordnung würden neue Meldeempfänger notwendig. Außerdem sollte der jetzige Mannschaftstransporter nach 130 000 Kilometern ersetzt und ein weiterer beschafft werden. Hier würde sich die Wehr auch mit eigenen Mittel beteiligen und gut erhaltene, gebrauchte Fahrzeuge seien ebenfalls in Ordnung.

Die Regularien jeder Hauptversammlung, wie Kassen- und Kassenprüfungsberichte sowie Berichte der einzelnen Abteilungen waren reine Formsache. Im Bericht der aktiven Wehr zählte Michael Briem jedoch einige besondere Einsätze auf, etwa der Dachstuhlbrand in Ahlen, der Wohnungsbrand in Tiefenbach oder der Brand der beiden Fahrsilos in Oggelshausen und etliche Verkehrsunfälle. Auf die Leinwand projizierte Bilder illustrierten den Einsatzbericht.

Die Berichte der einzelnen Abteilungen wie Jugendfeuerwehr, Altersabteilung und Notfallseelsorge sowie von Demenzlotse Michael Wissussek gaben Einblick in die vielseitigen Aktivitäten. Als oberster Dienstherr ging Bürgermeister Peter Diesch in seiner Laudatio auf die Feuerwehrgeschichte ein. Offiziell sei die Buchauer Feuerwehr 156 Jahre alt, aber in alten Geschichtsbüchern finden sich ernstzunehmende Hinweise, dass es schon vor mehr als 200 Jahren so etwas wie eine Feuerwehr in Buchau gegeben habe. Den Freiwilligen Feuerwehren sei es gelungen, bis heute die wichtigsten Tugenden und Traditionen, Freiwilligkeit und Ehrenamt, zu bewahren. Viel Freizeit opfern die Feuerwehrangehörigen für den Feuerwehrdienst, was nicht oft genug gewürdigt werden könne. Dass die Feuerwehren bei Ausbildung und Ausstattung heute so gut dastünden, sei zwar Ländersache, aber es sei und bleibe der Verdienst der Kommunen schlechthin, genauso wie der besondere Kreisfeuerlöschverband, der sich mehr als bewährt habe und trotzdem im Landkreis teilweise in Frage gestellt werde.

Stolz konnte Jugendbetreuer Johannes Daiber verkünden, dass die Jugendfeuerwehr inzwischen auf 33 Mitglieder aus Bad Buchau, Kanzach, Moosburg und Oggelshausen angewachsen sei. Zwölf davon wurden bei der Hauptversammlung als Neuaufnahmen begrüßt. Wenn nur ein Teil davon später in die aktive Wehr übernommen werden könne, gebe es so gut wie keinen Mangel an Einsatzkräften. Allerdings hielten 33 Jugendliche die Jugendleiter schon mal auf Trab – „aber wir machen das gerne“, sagte Daiber.

Bei der Einsatzabteilung gab es vier Neuzugänge, ein Mitglied wurde aus den Reihen der Wehr verabschiedet. Bei den Wahlen zum Ausschuss in der Jugendfeuerwehr haben die 27 Wahlberechtigten mit 24 Stimmen Jannes Zell zum Jugendgruppenleiter und Keno Scheffold mit 25 Stimmen zu seinem Stellvertreter gewählt, Johannes Blank zum Kassierer (24 Stimmen) und Jana Glaser als Schriftführerin (24 Stimmen).

Für die erfolgreiche Teilnahme an der Grenzlandmeisterschaft im Elsass durften die Teilnehmer ihre Diplome in Empfang nehmen. Sieben Mitglieder – Wolfgang Dreher, Klaus Frankenhauser, Jürgen Grimm, Klaus Merz, Alexander Müller, Wilhelm Rothmund und Georg Selig – durften sich über das Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg freuen.

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