450 Einsatzkräfte suchen fieberhaft nach diesem Mann

Klaus Weiss
Freier Mitarbeiter

Seit Freitagvormittag ist ein 87-jähriger Mann in einem Bad Buchauer Altenheim abgängig, und trotz einer umfangreichen Suchaktion konnte der Mann noch nicht gefunden werden.

Rund 450 Einsatzkräfte waren von Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen aufgeboten. Die Suche musste am Samstagabend vorerst erfolglos eingestellt werden. Am Sonntag hat die Kriminalpolizei das Zepter übernommen. Sie verlagerte die Suche in Richtung Federseegebiet, Bad Schussenried und Stafflangen.

Schon eine erste Suchaktion durch die Polizei und einem Hubschrauber der Polizei am Freitag um die Mittagszeit war erfolglos. Gegen 15.30 Uhr wurde die Feuerwehr Bad Buchau zur Personensuche alarmiert. Nachdem am Freitag gegen Abend ein Polizei-Suchhund die Fährte des Mannes vom Altenheim bis zu einer Bushaltestelle aufnahm, ging die Polizei davon aus, dass der rüstige aber demente Mann, in einen Bus eingestiegen sein könnte, der in Richtung Biberach fuhr. Daher wurde eine Suchaktion der Buchauer Feuerwehr vorerst eingestellt.

Gegen 18 Uhr jedoch wollen Autofahrer den Mann auf der Landstraße bei Kanzach in Richtung Marbach gesehen haben. Eine sofortige Überprüfung durch die Polizei blieb jedoch erfolglos. Daher forderte die Polizei nicht nur eine Rettungshundestaffel aus Orsenhausen sondern auch eine Drohnengruppe des DRK an. Gegen 20.30 Uhr wurden dann die Feuerwehr und weitere Rettungskräfte vom DRK und ASB an den Kanzacher Sportplatz alarmiert. Der Hubschrauber der Polizei kreiste wieder über dem ausgedehnten Waldstück beim Blinden See, zwei Drohnenstaffeln des DRK Biberach suchten ebenfalls das Waldstück ab. Die Hundestaffeln aus Orsenhausen, Ulm, Ravensburg und Reutlingen mit zusammen 27 Hunden nahmen die Fährtensuche auf, aber ohne Erfolg.

Die Drohnengruppe aus Laupheim macht sich auf die Suche.
Die Drohnengruppe aus Laupheim macht sich auf die Suche. (Foto: KLAUS WEISS BAD BUCHAU)

Mit den Feuerwehren aus Bad Buchau, Kanzach, Dürmentingen, Marbach und Herbertingen, den Drohnengruppen und dem Rettungsdienst und DRK waren dann 235 Einsatzkräfte an der nächtlichen Suche beteiligt. Mit dabei waren der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Merz, der Organisationsleiter vom DRK Biberach Michael Mutschler und der Demenzlotse der Buchauer Feuerwehr Michael Wuissussek. Auch Kanzachs Bürgermeister Klaus Schultheiß hielt sich die ganze Zeit am Einsatzort auf. Schultheiß zeigte sich dann auch später tief beeindruckt von der Organisation und dem Ablauf der Suchaktion der doch immerhin freiwilligen Helfer.

Lange nach Mitternacht, so gegen 1.30 Uhr, musste dann die Suchaktion abgebrochen werden, da auch die Hunde am Ende ihrer Kräfte waren. Aber kurz war die Nacht dann doch für die Hilfskräfte. Kurz nach 5 Uhr am frühen Samstagmorgen sollte die Suchaktion weitergehen. Auf dem Parkplatz beim Blinden See wurde das Lagezentrum eingerichtet, und die Suchtrupps der Feuerwehren eingeteilt. Der Polizeihubschrauber war wieder am Himmel zu sehen, und mit zwei Drohnengruppen des DRK und einer weiteren der Feuerwehr Laupheim wurde weiträumig nach dem Vermissten gesucht. Wieder waren die Rettungs-und Suchhunde aus Orsenhausen dabei, und gleich mit vier Suchhunden kam sogar die Hundestaffel aus Schwäbisch Gmünd. Aber der Mann blieb spurlos verschwunden.

450 Einsatzkräfte suchen Vermissten - erfolglos
450 Einsatzkräfte suchen Vermissten - erfolglos (Foto: KLAUS WEISS BAD BUCHAU)

Am späteren Vormittag machten dann Hinweise aus der Bevölkerung Hoffnung. In Kanzach-Seelenwald soll jemand schon am sehr frühen Morgen an eine Haustür geklopft haben, aber niemand sei dann zu sehen gewesen. Sofort wurde die Drohne der Feuerwehr Laupheim und die Suchhunde in den Seelenwald verlegt, auch das Lagezentrum wurde im Seelenwald neu eingerichtet. In dem Waldstück in Richtung Dürmentingen-Betzenweiler jedenfalls nahmen die Rettungs-und Suchhunde eine Fährte auf die hoffnungsvoll stimmte aber sich bald zerschlagen sollte. Die Drohne konnte auch keinen Erfolg vermelden.

Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller traf am Lagezentrum ein, und ließ sich über den Stand der Lage informieren. Weitere Feuerwehren aus Betzenweiler, Dürnau und Moosburg unterstützten dann die Wehren aus Buchau, Ertingen und Dürmentingen. Etwas über 200 Einsatzkräfte konnten dann auch am Samstag gezählt werden, die vom DRK Ortsverein Bad Buchau verpflegt wurden. Am Samstagabend dann die schwere Entscheidung der Einsatzleitung die Suche zumindest vorerst einzustellen. Klaus Merz, bedankte sich für die engagierte Hilfe bei der Suchaktion, und zeigte sich überzeugt, dass alle Möglichkeiten zur Auffindung des Mannes ausgeschöpft worden seien, machte aber, wie viele Hilfskräfte auch, keinen Hehl daraus dass er bedrückt sei, den Vermissten nicht gefunden zu haben.

200 Einsatzkräfte suchen nach dem Mann

Am Samstagabend wurde die Suche zwar offiziell eingestellt, aber zwischenzeitlich ist das Kripo-Angelegenheit, und die hat für Sonntag eine weitere Suche angeordnet.

Allerdings nicht mehr im Bereich Kanzach-Seelenwald. Abgsucht wurden die Federseegebiete, und das dazugehörende Umland, weiter durch die Riedflächen in Richtung Schussenried und bis Stafflangen. Die Rettungshundestaffeln Biberach/Orsenhausen und Ulm waren mit zwölf Hunden dabei sowie eine DRK Drohne und die Laupheimer Drohnengruppe der Feuerwehr.

Insgesamt sind wieder um die 200 Einsatzkräfte im Dienst. Alle Feuerwehren um den Federsee sowie Bad Schussenried, Biberach-Stafflangen und Muttensweiler. Wie ein Sprecher der Ulmer Polizei sagte, waren die Hundestaffeln bis in den Sonntagabend unterwegs. Die Polizei gehe jedem Hinweis aus der Bevölkerung nach. „Wir haben alles menschenmögliche getan und werden das auch weiter tun“, versicherte er. 

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