„Die Gemeinde muss sich sehr anstrengen“

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Attenweilers Bürgermeisterin Monika Brobeil sorgt sich darum, genug Fachkräfte für die Gemeinde zu finden.
Attenweilers Bürgermeisterin Monika Brobeil sorgt sich darum, genug Fachkräfte für die Gemeinde zu finden. (Foto: privat)

Die Attenweiler Bürgermeisterin Monika Brobeil blickt im Interview mit SZ-Redakteur Andreas Spengler auf das vergangene Jahr 2018 zurück, spricht über die Herausforderungen für die Gemeinde und anstehende Projekte vom Breitbandausbau bis zum Angebot an Kindergartenplätzen.

Der Breitbandausbau hat das Jahr über dominiert: Wie weit sind die Arbeiten das Jahr über fortgeschritten?

Im Dezember konnten wir noch die verbleibenden Einblas- und Spleißarbeiten für das Glasfaser vergeben. So hoffen wir, dass wir Anfang 2019 die Arbeiten abschließen und wenn die notwendigen Dokumentationen vorliegen, das Netz an den Betreiber übergeben können. Sobald die entsprechenden Termine sicher sind, wird es eine Informationsveranstaltung geben.

Wie sehen dann die weiteren Schritte aus?

Die Erfahrung zeigt, dass es immer wieder zu Verzögerungen kommen kann. Wir sind auf der Zielgeraden, aber dennoch möchte ich noch keine genaueren Termine benennen. Der Gasausbau in der Gemeinde geht weiter und in diesem Rahmen wird die Gemeinde sicherlich auch weiterhin Leerrohre mitverlegen. Wenn dann später in den Ortsteilen der FTTB-Ausbau erfolgt (Glasfaser bis in die Häuser) hat hier die Gemeinde die entsprechende Infrastruktur zumindest in Teilen vorbereitet.

Der Gemeinde mangelt es Bauplätze. Jetzt wurden Bebauungspläne für Attenweiler und Oggelsbeuren auf den Weg gebracht. Warum dauert die Erschließung so lange?

Im Moment sind wir noch bei den Bebauungsplänen. Hier gilt es, Details mit den zuständigen Ämtern abzuklären. In Oggelsbeuren sind wir hier schon auf einem guten Weg. In Attenweiler ist das Hauptproblem die Zufahrt über die Landstraße. Aber auch hier zeigen sich mittlerweile Lösungen ab, so dass wir hoffen, die Bebauungspläne 2019 als Satzung beschließen zu können.

Die Verträge mit der Anschlussunterbringung in Oggelsbeuren laufen Ende 2020 aus. Haben Sie schon Ideen, wie die Stiftung Heimat geben danach tätig sein könnte?

Die beteiligten Gemeinden sind froh, die Anschlussunterbringung in einem so guten Rahmen gewährleisten zu können. Es gibt auch in der Stiftung Überlegungen, wie die Gebäude und das Areal später entsprechend dem Stiftungszweck genutzt werden können. Dem möchten wir nicht vorgreifen.

In Rupertshofen soll der Kindergarten erweitert werden. Wie sieht hier der Zeitplan aus und glauben Sie, dass die Gemeinde mit dieser Maßnahme dann ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stellen kann?

Mit dem Anbau und der Sanierung möchten wir in Rupertshofen die gleichen Betreuungsmöglichkeiten wie in Attenweiler anbieten. Das heißt Kinder ab einem Jahr und bis zur Ganztagsbetreuung aufzunehmen. Ein großes Anliegen ist uns dabei, die Qualität unserer Einrichtungen zu erhalten. Im Januar sollen die Planungen vorgestellt und die Fördergelder beantragt werden. Wenn alles gut geht, könnte Ende des Jahres mit den Arbeiten begonnen werden.

Was hat die Gemeinde dieses Jahr in Sachen Hochwasser- und Starkregenschutz unternommen?

Attenweiler ist von den Hochwassern weniger schwer betroffen, als andere Gemeinden. Dies wurde uns auch von Ingenieurbüro bestätigt. Im Gemeinderat wurden daher die rechtlichen Seiten, vor allem auch die Haftungsfragen, erläutert. Aufgrund des geringen zu erwartenden Schadens beim ausschlaggebenden HQ 100 wird die Gemeinde hier nicht weiter vorgehen. Eine Beratung eventuell betroffener Eigentümer fand bereits 2017 statt.

Die Feuerwehren in Rupertshofen und Attenweiler haben neue Fahrzeuge erhalten. Warum war das aus Ihrer Sicht notwendig?

In Rupertshofen stand bisher nur ein Anhänger zur Verfügung, der bei einem Einsatz von einem Traktor gezogen werden musste. Dies zu organisieren wurde in den letzten Jahren aber immer schwieriger. Daher entschied man sich für die Beschaffung eines Mannschaftstransportwagen(MTW). Bei gemeinsamen Einsätzen kann er darüber hinaus für Besprechungen oder zur Rast der Atemschutzträger genutzt werden. In Attenweiler wird viel mit der Jugend gearbeitet. Um hier auch die Ortsteile besser einbeziehen zu können und bei einem Einsatz die Kameraden entsprechend an den Einsatzort bringen zu können, wurde hier ebenfalls ein entsprechend angepasstes MTW beschafft.

Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte im Gemeindeleben im Jahr 2018?

Mein persönliches Highlight war sicher der Überraschungsempfang zu meinem Geburtstag.

Welche Projekte waren prägend für das Jahr 2018?

Neben dem aufwendigen Breitbandausbau war sicherlich die Umstellung auf das neue Kassen- und Haushaltsrecht sehr prägend. Der Aufwand für Kasse und Kämmerei zum Beispiel für die Bewertung des gesamten Vermögens war enorm und es stand in der schwierigsten Phase auch ein Personalwechsel in der Kämmerei an. Ich bin froh und den Mittarbeitern sehr dankbar, dass wir so weit gekommen sind und auch der erste Haushalt in der neuen Form bereits vorberaten wurde und im Januar voraussichtlich beschlossen wird.

Wo sehen Sie Herausforderungen auf die Gemeinde im kommenden Jahr zukommen?

Durch das neue Haushaltsrecht müssen Abschreibungen künftig erwirtschaftet werden. Die Gemeinde kann 2019 mit einem ordentlichen Ergebnis von 220 Euro rechnen, muss sich aber in den kommenden Jahren noch sehr anstrengen, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Eine weitere Sorge macht mir immer wieder der Fachkräftemangel. Sei es in der Verwaltung oder in der Kinderbetreuung, es wird schwierig, geeignetes Personal zu finden. Daher bin ich umso dankbarer, dass wir bisher immer gute Lösungen finden konnten.

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