Raiba Biberach übertrifft Wachstumsprognose

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Vorstandssprecher Gerolf Scheer in Aßmannshardt.
Vorstandssprecher Gerolf Scheer in Aßmannshardt. (Foto: Josef Assfalg.)
Josef Aßfalg

Die Mitglieder der Raiffeisenbank Biberach erhalten für das Geschäftsjahr 2017 drei Prozent Dividende. Das hat die Generalversammlung am Dienstag in der Mehrzweckhalle Aßmannshardt beschlossen. Mit großer Mehrheit wurde zudem die Satzung geändert.

Nach seinem wirtschaftlichen Rückblick verwies Vorstandssprecher Gerolf Scherer darauf, „dass es unsere Aufgabe ist, Entwicklungen, die die Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft gefährden, frühzeitig erkennen und Konzepte entwickeln, mit denen wir diesen Herausforderungen begegnen können“. Dabei bekenne sich die Raiffeisenbank Biberach ausdrücklich zur Präsenz ihrer Geschäftsstellen in ihrer Region.

Wachstum übertroffen

„Unsere Bank hat sich als verlässlicher Partner in der Region präsentiert und Marktanteile ausgebaut“, sagte Scherer, bevor er auf die einzelnen Positionen der Bilanz einging. (siehe Kasten). Das zeige die Bilanzsumme, das Kundengesamtvolumen und die Gewinn- und Verlustrechnung. So habe sich die Bilanzsumme um 4,3 Prozent auf 822 Millionen erhöht. Der Verbandsdurchschnitt lag bei 4,1 Prozent. Das im Vorjahr prognostizierte Wachstum sei übertroffen worden. Hervorzuheben sei die Entwicklung des Kundengesamtvolumens auf 1702 Millionen Euro. Diese Kennzahl zeige alle Einlagen und Kredite, einschließlich die der Verbundpartner. Der Zuwachs betrage 5,9 Prozent – der Verband liege bei 4,1 Prozent.

Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Müller gab den Prüfungsbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes bekannt. Die Bilanzstruktur der Bank sei gezeichnet durch einen überdurchschnittlichen Anteil an Wertpapieren und verfüge über eine angemessene Eigenkapitalausstattung, so der Bericht laut Müller. Die Ertragslage war noch zufriedenstellend, sei aber unter den Vergleichswerten.

Vom Bilanzgewinn mit 97 2458 Euro werden 39 1140 Euro als Dividende ausgeschüttet, das entspricht einer Dividende von drei Prozent. Alle 317 anwesenden Mitglieder stimmten der Dividendenausschüttung zu.

Ebenfalls einstimmig votierte die Versammlung für eine Reduzierung der Aufsichtsratsmitglieder von 17 auf 15 Personen. Die Mitgliederstruktur könne mit dieser Zusammensetzung gut abgebildet werden, befand Gerhard Müller.

Bei den turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Arno Dolderer aus Schemmerhofen, Helmut Grell aus Fischbach, Anton Hagel aus Altheim und Anton Kloos aus Warthausen in ihren Ämtern bestätigt. Mario Krause aus Mühlhausen kandidierte nicht mehr.

Der Schemmerhofener Bürgermeister Marion Glaser nahm die Entlastung der Mitglieder des Vorstands mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung vor. Der Aufsichtsrat wurde mit sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung entlastet.

Bei der Satzungsänderung sind der Erwerb und die Veräußerung, die Vermietung und Verpachtung, sowie die Verwaltung von Immobilien und die Bebauung von Grundstücken hinzugekommen. Mit 97,98 Prozent stimmte die Versammlung der Änderung zu.

Scherer weist Kritik zurück

Vorstandssprecher Gerolf Scherer ging auch auf die Kritik eines Mitglieds wegen der Filialschließungen und den Abbau von Geldautomaten im südlichen Landkreis ein. „Ich kann die Emotionen sehr gut verstehen“, sagte Scherer. „An 25 Abenden haben wir unsere Mitglieder über die Beweggründe von Aufsichtsrat und Vorstand ausführlich informiert“. Die einzelnen Geldautomaten seien jetzt gerade mal zwischen anderthalb und fünf Kilometern voneinander entfernt, „dazu bieten wir noch den Geldbringdienst an“, relativierte Scherer die Schließung.

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