Tänzerische Eleganz und Turnen im Hochform

Lesedauer: 6 Min
 Die Abteilung Tanz & Fitness setzte die musikalische Vorlage von CandyLand in ein buntes Tanzgeschehen um.
Die Abteilung Tanz & Fitness setzte die musikalische Vorlage von CandyLand in ein buntes Tanzgeschehen um. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Mit tosendem Beifall zeigte sich das Publikum beim Altheimer Bürgerball des FV Altheim in der ausverkauften Festhalle von den durchweg sehenswerten Attraktionen tief beeindruckt. Ob tänzerische Eleganz oder Turnen in Hochform, ob Tanz und Fitness oder köstliche Einblicke in Altheims Musikerleben, die Zuschauer kamen oft aus dem Staunen kaum heraus, was ideenreich, kreativ und bühnenwirksam unter durchweg einhemischer Regie gezeigt wurde.

Mirt klingendem Spiel zog der Musikverein Altheim mit Bernd Marquart in großer Besetzung in die Halle ein. Passende Titel, in die das Publikum mit Rufen in den Refrain einstimmen konnte, sorgten für die notwendige Stimmung, sodass auch die Fischerin vom Bodensee eine fröhlich-lautstarke Wiederkehr feiern durfte.

Nach der Begrüßung durch Nico Schäfer im Namen des FVA übernahmen Michi und Paddy, Xaver, Jonas und Johannes der Abteilung Fußball in wechselnder Besetzung die orginelle jederzeit publikumsnahe Moderation.

Graziös, tanzfreudig, mit variantenreichen Bewegungsabläufen sorgten eine Gruppe der Abteilung Tanz & Fitness mit Ellen Schwörer und Marion Spies für den ersten Hingucker des Abends. Locker, mit einem Lächeln im Gesicht, setzten 16 junge Damen die musikalische Vorlage von Candyland in ein buntes Tanzgeschehen um, für das Publikum ein Genuss zum Zuschauen.

In freundschaftlicher Verbundenheit zwischen Altheims Vereinen hatten sich Manuela Rieger und Tina Kopp eine nur dem Anschein nach chaotische Probe des Musikvereins ausgedacht. Locker in Dirndl oder als Bernhardiner ging man der Frage nach: Was ist besser, Sofa und Fernseher oder Fitness-Studio, wenn beides schon bezahlt ist? „Jetzt ist gnug globt ond gläschtert, jetzt wird gspielt“, hieß es plötzlich, wengleich der Dirigent nicht immer das letzte Wort bekam, denn das Flügelhorn als Traum aller Frauen oder das Saxofon mit dem besten Ton waren sich nicht auf Anhieb einig. Nach drei Anläufen schien sogar der Radetzky-Marsch als Gegenpol zu fehlenden Märschen beim Jahreskonzert zu klappen, doch was da bei einem höchst amüsanten Marsch-Puzzle herauskam, war bemerkenswert. Ganz anders zu modern rhythmisch betonter Melodik Tamara Weidners „Independent Crew“ als choreografisch ausgeklügelte Präsentation ganz unterschiedlicher Bewegunsgformen, temporeich, ansteckend, die Musik in tänzerischer Vielfalt toll umgesetzt.

Nach und nach tauchten zu mitternächtlicher Stunde 18 geisterhaft einheitlich geschminkte Gestalten zu gspenstischer Musik aus ganz unsichtbaren Verstecken der Bühne auf. Choreographisch bis ins Kleinste durchdacht die Darbietung der Abteilung Turnen mit Gabi Wormser und Renate Strang. Selbst Bürgermeister Rude wurde in das turnerische Geschehen mit Bodenmatten, Kasten und Schwebalken mit einbezogen („A Netz roicht“). Zugleich bot die Gruppe Reklame für eine neue Halle.

„Was soll i no älles do?“ fragten sich die Moderatoren der Abteilung Fußball. Auf einem ganz difficilen Ort der Sportanlage kamen in leicht erkennnbarer Zweideutigkeit publikumswirksame Erkenntnisse zur Sprache, garniert mit fußballtypischen Sprüchen profilierter Sportplatzbesucher.

Afrikanische Rhythmen, einheitlich passendes mit großem Aufwand hergestelltes Äußeres vom Gesicht bis zur Kleidung, dazu geschmeidige Bewegungen in chorisch verblüffender Vielfalt – so bot Rosi Vogel mit 24 jungen Damen der Abteilung Tanz & Fitness eine bühnenfüllende, fernsehreife Präsentation chorischer Anmut und Eleganz voll Schwung und Daynamik. Ob in gemeinschaftlichem Auftritt oder separaten Gruppierungen, alles floss nahtlos ineinander, sodass man aus dem Staunen kaum herauskam. Tosender Beifall für eine Darbietung der Extraklasse.

Auf der Haid-Baustelle trafen sich nach Martins Ansage Danny und Levin als Bauarbeiter Hennig-Sepp und Andy Bucher, um nicht nur über Altheims Schilderwald zu sinnieren. Der kleine Paul imitierte wohlgereimt und prächtig den Bürgermeister: „Immer für Sie da, auch in der Bude, ich, Ihr Bürgermeister Martin Rude.” Über Thuro und Rosi mit der beheizbaren Tastatur in der Kreissparkasse war der Weg nicht weit zu den quadratischen Hochzeitseinladungen mit zu kleinen Briefmarken und anderen Begebenheiten, die Altheims Dorfgeschehen glossierten.

Unter der Gesamtleitung von Jürgen Zoll ein mit vielen Höhepunkten gestalteter gut dreistündiger Bürgerball 2019, nach dessen Programmende JD Beats alias Martin Brölz die Bühne zum Tanzen bis in den frühen Morgen freigab.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen