Positives Signal für touristische Bedeutung

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Kloster Heiligkreuztal – ein tourristisches Zugpferd.
Kloster Heiligkreuztal – ein tourristisches Zugpferd. (Foto: Achim Mende)
Schwäbische Zeitung

Drei Tage lang befasste sich eine Tagung mit der Geschichte und Bedeutung von Kloster Heiligkreuztal. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die für die Betreuung und Präsentation des einstigen Zisterzienser-Nonnenklosters zuständig sind, hatten die Tagung gemeinsam mit den beteiligten Institutionen vor Ort ausgerichtet. Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, stellte in seinem Eröffnungsbeitrag den großen Erfolg der Tagung in den weiteren Zusammenhang des enormen kulturtouristischen Potenzials der Region.

Alle Teilnehmerplätze ausverkauft – das hört man nur selten bei historischen Tagungen. Die Tagung „Geistliche Frauen im Mittelalter. Die Zisterzienserinnen in Heiligkreuztal“ hat aber wohl mit ihrer Fragestellung so sehr das Interesse der Fachwelt und der ebenfalls eingeladenen Laien getroffen, dass schon Wochen vor dem Ereignis alle Plätze reserviert waren. Und das in Heiligkreuztal, einer Klosteranlage, die heute still und abgeschieden liegt. Der Andrang war so groß, dass die Vorträge in weitere Räume übertragen wurden.

Den Anlass für die Tagung bot die Weihe des Münsters von Heiligkreuztal im Jahr 1319, vor 700 Jahren. Und die Vorträge an den drei Tagen in Heiligkreuztal schlugen denn auch den Bogen von der Gründung und Erbauung des mittelalterlichen Klosterkomplexes über wirtschaftliche Fragen des Zisterzienserklosters und die spezifische Situation des Frauenklosters in Heiligkreuztal. Am Samstag standen zwei besondere Kostbarkeiten auf dem Programm, die sich in der abgeschiedenen Lage von Heiligkreuztal erhalten haben: die berühmte Christus-Johannes-Gruppe aus dem 14. Jahrhundert und die gerade frisch restaurierten Wandmalereien im Kreuzgang. Musik und Liturgie und die Spiritualität der Zisterzienserinnen waren weitere Themen. Die Ergebnisse der Tagung werden publiziert und allgemein zugänglich gemacht: Bereits im nächsten Frühjahr soll ein Buch erscheinen, das die Vorträge zusammenfasst.

Schlösser-und-Gärten-Geschäftsführer Michael Hörrmann wertete das starke Interesse auch als sehr positives Signal für die Region: „Die große Resonanz in der Öffentlichkeit zeigt, wieviel Potenzial die Monumente in dieser wunderbaren Landschaft Oberschwabens haben.“ Er wies darauf hin, dass die ganz in der Nähe gelegene Heuneburg mit ihren einzigarten Keltenfunden künftig von den Staatlichen Schlössern und Gärten, der bei weitem größten Institution des Kulturtourismus in Südwestdeutschland, betreut werden wird: „Mit diesen beiden Zugpferden hat der Tourismus in der Region ganz enormes Potenzial für die Zukunft.“

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