Klare Signale und saubere Akzente

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Jugenddirigent Vinzenz Jochum leitet Stamm- und Jugendkapelle des Musikvereins Altheim bei der diesjährigen Serenade.
Jugenddirigent Vinzenz Jochum leitet Stamm- und Jugendkapelle des Musikvereins Altheim bei der diesjährigen Serenade. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Die Grünanlage zwischen Schule und Turnhalle in Altheim bot den idealen Rahmen, um bei einer lauen Sommernacht sich an einer beschwingten Serenade des Musikvereins Altheim erfreuen zu können. Nahtlos fügten sich die Jungmusiker in die Stammkapelle ein. Neben Bernd Marquart führte auch Vinzenz Jochum die große Musikerschar zu schwungvollen Interpretationen.

Als musikalischen Gegenpol zu rein symphonischer Blasmusik wollte Bernd Marquart mit gut ins Ohr gehenden, doch ebenso sauber vorbereiteten Melodien den Freunden beschwingter Blasmusik eine Freude bereiten. „Zu manchen Konzertprogrammen passt eben weder Marsch noch Walzer oder Polka“ meinte der Dirigent, daher sollte die Serenade auch diese Seite der Altheimer Musiker zeigen. Dass dieses Vorhaben bei angenehmen Temperaturen unter freiem Himmel umgesetzt werden konnte, erhöhte das Vergnügen der Musiker und die Freude der vielen Zuhörer, unter ihnen Bürgermeister Martin Rude mit Frau, Ehrenmitglieder und frühere Dirigenten.

Was manche nur so als „volkstümliche Blasmusik“ abtun, kann bei sauberer Intonation durchweg den Anspruch hörenswerter Wiedergabe verlangen. Davon konnte man sich bei der Altheimer Serenade überzeugen. Nach dem Konzertmarsch „Im Banne der Sterne“ und dem Alphornzauber mit Rainer Matheußer als Solist zeigten die Musiker die Bandbreite ihres Repertoires mit einem vielfarbigen James-Bond-Medley. Klare Signale, saubere Akzente, solistische Passagen und typische 007-Bond-Rufe bildeten einen abwechslungsreichen Wohlklang.

Danach standen immer wieder Kompositionen von Kurt Gäble und Alexander Pfluger auf dem Programm. Beide Komponisten vereinen instrumentalen Anspruch und gehörgefällige Melodienvielfalt. Ruhig, besinnlich, tonlich ausgewogen Gäbles „Keiner ist wie du“, anregend sein Walzer „Lebensfreude pur“, reich an Erinnerungen sein umfangreiches Medley „Rock it“ mit immer noch bekannten Titeln auch für die älteren Zuhörer. Weich und fast einschmeichelend Pflugers Polka „Magische Momente“, so richtig gemütlich seine „Steeefans-Polka“ mit Allgäuer Flair, die dennoch das Publikum gegen Ende in den Rhythmus mit einband, oder seine „Bodensee-Polka“ mit ihren lyrischen Intermezzi, bei denen sich die Tenorhörner aufs neue gut in Szene setzen konnten. Flott und schmissig dagegen das Potpourri „Mährisches Feuer“ mit sauberer Korrespondenz zwischen Flügelhorn und Tenorhorn, zwischen Flöten und Klarinetten bis zum rasanten Schluss. Ein klares Posaunensolo belebte alsdann den gebundenen Dreiertakt bei „The second Waltz“, den Moderator Bernd Marquart mit Andre Rieu in Verbindung brachte.

Besonders gespannt waren die Zuhörer auf das erstmalige Zusammenwirken der Stamm- und der Jugendkapelle des Vereins. In mehreren Proben wurden gemeinsame Werke erarbeitet und im Sinne einer Erstaufführung präsentiert. Bernd Marquart stellte zunächst Kurt Gäbles melodiös bekannte Weise „Möge die Musik uns zusammenführen“ und das ruhige „You raise me up“ mit einem tonlich ausgewogenen Saxophon-Solo vor. Vinzenz Jochum eigentlich als Leiter der Jugendkapelle führte die große Musikerschar durch die motivierende Art seines Dirigierens mit dem „Kompliment“ der Sportfreunde Stiller rhytmisch prägnant mit solistischen Passagen und „Narcotic“ mit sauber agierenden Registern zu beachtenswerten Interpretationen. Reicher Beifall lohnte das gemeinschaftliche Agieren beider Gruppierungen.

Nach dem oft gespielten und stets gern gehörten „Bayerischen Defiliermarsch“ bedankten sich die Musiker mit einer Zugabe für den reichen Applaus und gönnten sich selbst auch einen entspannten Ausklang des Serenadenabends in einer lauen Sommernacht.

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