Glutsch führt den Kreisfeuerwehrverband

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Kurt Zieger

Neben den Berichten der einzelnen Abteilungen des Kreisfeuerwehrverbands Biberach standen die Neuwahlen fast der gesamten Vorstandschaft im Mittelpunkt der harmonisch verlaufenen Verbandsversammlung. Neuer Vorsitzender ist Herbert Glutsch aus Maselheim, der das Amt von Berthold Rieger aus Andelfingen übernahm. Neuzugänge wurden mit Beifall, ausscheidende Mitglieder mit Ehrungen bedacht. Die Versammlung 2020 findet in Ringschnait statt.

Mit klingendem Spiel eröffnete Tambourmajorin Rebecca Kerler mit dem Spielmannszug Laupheim die Versammlung. Vorsitzender Berthold Rieger konnte Vertreter von 104 Einsatzabteilungen des Kreisfeuerwehrverbands Biberach begrüßen. Ein besonderes Willkommen galt Kreisbrandmeisterin Charlotte Ziller, vielen Freunden und Gönnern des Verbands wie auch Vertretern der Kommunen, Polizei, DRK, Wirtschaft und Politik, darunter Landrat Heiko Schmid und dem Bundestagsabgeordneten Josef Rief und dem Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger.

Nach der Totenehrung stellte Bürgermeister Martin Rude als Hausherr die Gemeinde Altheim mit ihren herausragenden Punkten vor und dankte zugleich der Feuerwehr Altheim für ihr stetes Engagement auf vielen Gebieten. Landrat Heiko Schmid entbot den Feuerwehren aufrichtigen Dank für ihre Tatkraft bei Tag und Nacht. 3800 Feuerwehrleute im Kreis Biberach hätten bei 2163 Einsätzen ihre Zuverlässigkeit bewiesen. „Bürger können sich bei uns auf die Feuerwehren als Dienst an den Menschen verlassen“, lobte Schmid und dankte gleichzeitig allen Partnern, die den Dienst der Feuerwehrleute ermöglichen. Mit derzeit 41 Jugendfeuerwehren mit 820 Jugendlichen, darunter 107 Mädchen, sei es um den Nachwuchs nicht schlecht bestellt. Die Erinnerung an die neue Heimstatt in Biberach mit dem Zitat „Wir wollen bessere Dienstleister sein“ führte Schmid weiter als Aufforderung zu dem Bemühen, möglichst viele finanzielle Unterstützungen zu erhalten und diese auch weiterzugeben. Besonderer Dank an diesem Tag gelte dem scheidenden Vorsitzenden Berthold Rieger und dem langjährigen Geschäftsführer Alfons Christ: „Sie waren verdiente Profilträger der Feuerwehr auf verschiedenen Ebenen.“

Im Rückblick auf 20 Jahre Arbeit im Verband und vor allem auf vier Jahre Vorsitzender zog Berthold Rieger ein positives Resultat: „Ich habe zwei Vorsitzende und fünf Kreisbrandmeister erlebt und versuchte stets, im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten allen Abteilungen ein verlässlicher Partner zu sein.“ Bei allen Veranstaltungen habe er einen Christophorus als Segensgeschenk überreicht. Dennoch stimme es ihn bedenklich, dass bei einer Verbandsversammlung nur 80 Prozent aller Abteilungen vertreten sei. Für die Zukunft wünsche er sich, dass der Kreisfeuerwehrverband ins Landratsamt besser eingebracht werde. „Mehr Akzeptanz auf dem Landratsamt würde dem Verband gut tun.“

Geschäftsführer Alfons Christ hat beim Studium früherer Unterlagen herausgefunden, dass der Kreisfeuerwehrverband Biberach bereits 1928 gegründet wurde und damit in Altheim nicht die 56., sondern die 91. Verbandsversammlung abgehalten werde. Auch in der neuen Satzung stehe der Mensch stets im Mittelpunkt. „Deutschlands Feuerwehren gelten als Vorbild in der Welt“, betonte Christ. Er erinnerte an die Landesfloriansfeier auf dem Bussen mit Bischof Gebhard Fürst: „Solche Feiern haben in Oberschwaben nichts von ihrer Attraktion verloren.“ 20 Gemeinden erhielten bereits Informationsbesuche, doch sollten die Feuerwehren noch mehr in die Gemeinden und die Schulen integriert werden.

Wegen eines nicht eingegangenen Zuschussbetrags konnte Kassier Florian Hofmann trotz sparsamen Umgangs mit den Finanzen nicht vermeiden, von einem Minus in der Kasse des Jahres 2018 zu berichten. Florian Retsch stellte die einwandfreie Kassenführung fest, was zum Vorschlag einer einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft führte.

Kreisjugendleiter Thomas Zielmann lobte das Interesse der Jugendlichen, die trotz Schule, Arbeit und Studium den Wehren ihrer Gemeinden treu bleiben. 172 Austritten aus der Jugendfeuerwehr stünden 181 Eintritte gegenüber, 83 Jugendliche seien zu den Aktiven über gewechselt. 41 von 45 Gemeinden im Landkreis Biberach verzeichnen Jugendfeuerwehren, dazu gebe es 62 Kindergruppen. Bei den 741 Jugendlichen nehme der weibliche Anteil zu. 358 Betreuer seien zusätzlich zum normalen Feuerwehrdienst im Jugendbereich im Einsatz. Zielmann verwies auf die Abnahme der Leistungsspange in Langenenslingen und den Sportpokal in Biberach. Eine Ehrungsordnung und ein Kinder- und Jugendschutzgesetz werde derzeit erarbeitet.

Nach den Aktivitäten der Altersabteilung mit Kreisobmann Anton Miller referierte Rebecca Kerler über die drei Spielmannszüge in Biberach, Ochsenhausen und den Landessieger Laupheim. Diakon Hans-Jürgen Hirschle stellt den Wert der Notfallseelsorge heraus, die seit 2002 zu den Feuerwehren gehört. „Von den 36 Ansprechpartnern, darunter 24 Frauen, gehören leider nur sieben zum Bereich Riedlingen“, bemängelte er. „Notfallseelsorge ist ein Kind der Not“, unterstrich er. Bei 110 Einsätzen im Jahr 2018 vom Kindstod über Brände bis zum Selbstmord könne der Helferkreis dank permanenter Fortbildung in den Bereichen Trauer, Körpersprache, Aggression aber auch aktiven Zuhörens im Einzelfall wertvolle Hilfe leisten.

Nachdem Kreiskämmerer Holger Adler der gesamten Vorstandschaft zurief: „Ihr habt hervorragende Arbeit geleistet“, konnte er im Auftrag der Versammlung die einstimmig Entlastung bekanntgeben.

Breiten Raum nahmen die allesamt geheimen Wahlen der Vorstandschaft und des Ausschusses ein. Für den Zeitraum der kommenden fünf Jahre leitet Herbert Glutsch aus Maselheim nun den Kreisfeuerwehrverband Biberach. Seine beiden Stellvertreter sind Thomas Engler aus Oberessendorf und Willi Städele aus Warthausen. Kassier bleibt Florian Hofmann aus Biberach, das Amt des Geschäftsführers übernimmt Gerhard Blank aus Bad Buchau. Die Ausschussmitglieder sowie die neuen Kommandanten der Wehren im Kreis sowie die ausgesprochenen Ehrungen werden in gesonderten Berichten dargestellt.

Zu den markanten Terminen 2019 gehören die Kreisfloriansfeier am 4. Mai in Altheim, die Abnahme von Leistungsabzeichen und das 70-jährige Bestehen des Spielmannszugs Laupheim. Nach dem Dank an die hervorragende Organisation der Verbandsversammlung durch die Feuerwehr Altheim mit Kommandant Bernd Wiedmann bedankte sich Herbert Glutsch als neuer Vorsitzender für das ihm geschenkte Vertrauen. „Feuerwehr ist ein großes Netzwerk für Menschen in Not“, betonte er. Dies weiterzuführen sei Ansporn und Freude an der Arbeit zugleich.

Neue Feuerwehrkommandanten im Kreis

Thomas Menz, Uttenweiler; Peter Lorek ,Seekirch; Christian Jäggle, Zell-Bechingen; Moritz Klaiber, Steinhausen; Wolfgang Rief, Gutenzell; Andreas Ruß, Schönebürg; Wolf-Niels Fritsche, Oggelshausen; Manuel Birk, Bellamont; Manuel Baisch, Hailtingen; Alexander Huber, Kirchdorf; Stefan Scheffold, Ingoldingen; Patrick Christ, Hochdorf; Sven Layer, Biberach

Verbandsausschuss des Kreisfeuerwehrverbands

Michael Guter, Erolzheim; Stefan Kuc, Riedlingen; Walter Breimeier, Berkheim; Uli Ocker, Ertingen; Andreas Sauter, Bad Schussenried; Sascha Weihs, Biberach und Martin Musch, Schemmerhofen

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