Ein süßes Hobby: Altheimer Kinder beim Imker

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Niels, Emma, Anna und Paul schlemmen: „Ach, wie ist das Schlecken schön!“
Niels, Emma, Anna und Paul schlemmen: „Ach, wie ist das Schlecken schön!“ (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Acht Nachwuchsimker interessierten sich für das Altheimer Ferienangebot, bei dem Gerold Auchter Einblicke in seine Arbeit als Hobbyimker gab. Die Höschen an den heimgekehrten Bienen zu entdecken war ebenso interessant wie das Suchen nach einer Königin auf einer Wabe, doch das Schlecken von frisch geschleudertem Honig wollte sich keiner entgehen lassen.

Gerold Auchter betreut seit vielen Jahren Bienen in seinem Obstgarten unweit des Altheimer Schutte-Platzes. Bienenstand und Gartenhaus mit der Honigschleuder sind getrennt voneinander, ideal für die acht Nachwuchsimker, sich in zwei Gruppen ganz aus der Nähe mit den Einzelheiten einer Imkerei zu befassen.

Da auch Gerolds Enkel Jonas dabei war, wusste man schon, dass es in einem Bienenvolk viele fleißige Arbeiterinnen gibt, aber auch Männchen, die Drohnen, und eine Königin. „Bei den Bienen muss man sich ruhig verhalten“, weiß Jonas, man sollte nicht nach ihnen schlagen. Drohnen seien auch etwas größer und dicker, hätten aber keine Stacheln. Wenn Bienen zu ihrem Bienenstock zurückkommen, haben sie oft gelb oder orange gefärbte Höschen an ihren Beinen. „Das ist mitgebrachter Blütenstaub“, war in der ersten Runde mit Jonas, Lukas, Michael und Cenk zu hören. Was ganz wichtig war: Bienen mögen keinen Rauch. „Sonst kann man die Bienen nicht beobachten.“

Interessant war, einzelne Waben zu inspizieren. „Ich habe eine Königin entdeckt“, war plötzlich zu vernehmen. Und tatsächlich: Sie ist etwas größer und hat einen längeren Bauch als andere Bienen. „Wenn Anfang Juni eine neue Königin ausgeschlüpft ist, will sie oft wegfliegen, denn zwei Königinnen beieinander, das geht nicht“, erklärt Auchter seinen jungen Zuhörern. „Sie nimmt einen Teil des bisherigen Volkes mit und lässt sich als Schwarm vielleicht am Ast eines Baumes nieder. Diesen Schwarm muss ich möglichst schnell einfangen, dann habe ich ein neues Volk gewonnen.“

Nicht alle Waben sind gleich voll und schwer, doch manche sind schon ganz gut gefüllt. Weil Bienen auch noch an ihnen hängen, muss man sie ganz ruhig vom Bienstock ins Haus zum Schleudergerät tragen. Dort stehen Niels, Emma, Anna und Paul mit Gertrud Auchter an der Schleuder. Die mitgebrachten Waben werden in die Schleuder eingesteckt, vorsichtig darf man an ihr drehen. Dann heißt es: Warten, bis der frische Honig zu tropfen anfängt. Nicht immer sind die Waben schon genügend gefüllt. Doch das Warten hat sich gelohnt. Wie herrlich ist es, mit dem Finger nun den frischen Honig zu probieren!

Doch zuvor erfährt man, dass Königinnen ihre Eier in den Waben ablegen. Nach der Eiablage benötigt eine Königin 17 Tage um zu schlüpfen, eine Arbeitsbiene 21 und eine Drohne 24 Tage. Das von der Wabe abgeschälte Wachs wird in einer Fabrik zu neuen Waben wieder verarbeitet, damit sich der Kreislauf schließt.

„Honig auf dem Frühstücksbrot ist etwas Feines“, schwärmt Emma, „meine Mamma mag ihn im Tee.“ Paul mag am liebsten cremigen Honig, Anna, wenn er so richtig flüssig ist. Für Niels ist klar, dass man Honig vor allem zum Lebkuchenbacken benötigt. „Doch besonders wichtig sind die Bienen für das Bestäuben von Obst und Feldfrüchten“, betonen Gerold und Gertrud Auchter. Daher sei es notwendig, Kinder für das Leben mit Bienen und für die Hobbyimkerei zu interessieren.

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