Kurt Zieger

Vereinseigene Kräften der Heckaschlupfer Waldhausen haben ihrem Zunftball 2019 einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt: Mit ihrer speziellen Airline war die ganze Welt zu Gast im Bürgersaal. Mitreisende und Gäste am Flughafen erlebten heitere und bedrohliche Momente.

Jeder Tisch im proppevollen Bürgersaal war zwei verschiedenen Ländern zugeordnet. So wie sich viele bunt-gekleidete Gestalten trafen, so fanden sich etwa Brasilien und die Schweiz an den Enden desselben Tisches zusammen. Das Motto des Balls fand bereits hier eine sinnfüllende Ausdeutung. Nach einer Schunkelrunde zum Aufwärmen mit Waldhausens „Sonde und Harry“ fanden auch Bürgermeister Martin Rude und seine Frau in der Economy-Class ihre Plätze.

„Nur die besonderen Gäste“ monierte Flugbegleiterin Rosi, „können sich wieder nicht an die Zeit halten.“ Doch sie kamen: Giuseppi, der als Pyramidenbauer eine neue Pizzeria eröffnen will; Scheich Häberle, der sich wie in Altheim im Labyrinth der Großbaustellen verirrt, und ein spezielles Pferd mit Problemen an Darm und Gelenken. Mit viel Lokalkolorit will es zum besten Pferdedoktor in Waldhausen. Doch da war noch Herr Amazon, der kein Schwäbisch kann, doch in Waldhausen den Feinstaub misst, dazu Jo mit Morbus Fasnet Muphilitis und der Kartoffelbauer aus China, der den Knollen-Heini sucht. Nun konnte der Flug starten.

Mit einer originellen Plauderei ohne Worte hießen Alex und Christian die Gäste willkommen. Da der Papierkram unaufhaltsam wächst, war auch Flugkapitän Armin nicht erstaunt, dass Waldhausen plötzlich Waldhasen hieß. Für Unterhaltung an Bord sorgten Theresa, Leonie, Celine und Laura mit einer selbst ausgedachten Tanzpräsentation mit Bierkisten.

Im Rahmen der Sicherheitsübungen an Bord mussten sich alle Passagiere der Economy-Klasse an den Anweisungen des Flugpersonals beteiligen. Übungen im Schlauchboot jedoch betrafen nur die Passagiere der ersten Reihen, falls man auf dem Heiligkreuztaler Weiher notwassern müsste.

Will man Schmetterlinge im Bauch reanimieren, überlegte sich Alex bei einem romantischen Abendessen zu zweit, reicht da morgens kuscheln und abends essen, was man will? Passend als Augenschmaus für alle danach eine Squaredance-Präsentation mit Susanne, Daniela, Bettina und Michaela. Als publikumswirksamer Spaß die Fountains mit Nadine, Fabi, Vincent, Lukas und Jan und ihrer Demonstration, wie man Wasser aus Krügen weitergibt, wenn man weder Becher noch Tassen zur Hand tat.

„Älles ischt wia em letzta Jahr, mir händ nix zum Saga“, jammerten Ingrid und Priska als Waldhausens Klageweiber, ohne die ein Zunftball nicht denkbar ist. Sauber und klar, gesungen und rezitiert, ging es nicht nur um neue Schuhe und neuen Hut, sondern um die Definition von „0815“ auf dem Altheimer Rathaus. Und wer wusste schon, dass man unter „Ufo“ ein “unheimlich faules Objekt” zu verstehen hat ?

Nach dieser umjubelten Sicht der Dinge beschäftigten sich die Flugbegleiter mit eierlegenden Schafen und selbstöffnenden Kofferdeckeln und einem Neuner-Bus für neun Freunde, in dem der Bräutigam jedoch keinen Platz mehr findet.

Köstlich die zum Anschauen das Seniorenjoga mit Hartmut und den beiden Alexens, wegweisend für alle Flugreisende Rosis Empfehlung an alle Frauen, den Koffer für ihren Mann selbst mitzupacken, denn „Männer nehmen immer zu wenig mit”. Sie jedoch bräuchte eigentlich einen Kleiderschrank als Reisegepäck, daher zieht sie alles an, was sie brauchen könnte. Da hat man wenigstens nichts vergessen.

Nach gut drei Stunden unterhaltsamem und nicht allzu turbulentem Flug landete die Heckaschlupfer-Airline knapp aber direkt an der Donau. Die Fluggäste zeigten sich beeindruckt, was eine kleine Zunft mit eigenen Kräften mit Ideen und Fantasie für einen Zunftball alles auf die Bretter stellen kann.

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