Pfarrer Heinrich-Maria Burkard (vorn) und Pfarrer Peter Schmid bei der Präsentation der Broschüre „Ich geleite dich ins Leben“.
Pfarrer Heinrich-Maria Burkard (vorn) und Pfarrer Peter Schmid bei der Präsentation der Broschüre „Ich geleite dich ins Leben“. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Bei erst durchwachsenem, danach aber sehr freundlichem Wetter war das Anna-und Klosterfest Heiligkreuztal 2018 aufs Neue ein Anziehungspunkt für viele Pilger und Interessenten. Vielfältige Angebote im kirchlichen und klösterlichen Bereich boten einen rundum gelungenen Festtag.

Den Festgottesdienst im vollbesetzten Münster eröffnete Pfarrer Heinrich-Maria Burkhard mit dem Blick auf Anna und Joachim als den Großeltern Jesu und den Patronen des Münsters. Jede Familie soll sich heutzutage freuen, wenn sie mit Großeltern durchs Leben gehen kann.

In seiner Festpredigt stellte Pfarrer Peter Schmid einen Opa in den Mittelpunkt, der im Alter von 70 Jahren zum ersten Mal Großvater wurde. In der Erkenntnis, dass seine Enkelinnen ihn spürbar verändert haben, fragte er sich: „Was hat Gott für das Leben der beiden an Gutem bereitet? Wie kann ich im Alltäglichen dabei mithelfen ?“ Nach Zoff und Schwierigkeiten bräuchten Kinder heilsamen Trost und beruhigenden Zuspruch. „Daran können Kinder wachsen“, so Schmid. Großeltern schulden ihren Enkeln das Zeugnis eines gelungenen Lebens, auch im Blick darauf, wie Misslungenes gemeistert wurde. „Früher war es anders, nicht besser, doch gut bleibt, was dem Leben dient.“ So könnten Großeltern Schutzengel für ihre Enkel sein. Mit modernen, nicht überall bekannten Weisen gestaltete der Münsterchor die musikalische Aufwertung des Festgottesdienstes.

Im Angebot des Nachmittags nahm die Vorstellung der Broschüre „Ich geleite dich ins Leben – Josefs Weg mit Jesus“ einen besonderen Platz ein. Heinrich-Maria Burkard und Peter Schmid stellen nach langen Studien den heiligen Josef vor, wie er mit den Tonfiguren des peruanischen Künstlers Raul Castro den Besuchern im Kornhaus die Kindheitsgeschichte Jesu neu entdecken hilft.

Peter Schmid erläuterte bei der Präsentation der Broschüre zunächst den Lebensweg von Raul Castro. Er stammt aus der Inkastadt Cusco in Peru und kam mit seiner Frau Rosario und seinem Sohn Fidel über Lima und Dunningen ins ehemalige Franziskannerinnenkloster Heiligenbronn. Dort schuf er eine eine Weihnachtskrippe im Stil und der Tradition seiner südamerikanischen Heimat. In Zusammenarbeit mit Peter Schmid als Superior folgten die Gestaltung des Heiligenbronner Leidenswegs und weitere Figurenzyklen aus dem Leben Jesu. Ab 2005 lebte und wirkte Raul Castro im Kloster Heiligkreuztal und schuf nach Ideen von Pfarrer Schmid neue Projekte für die Gleichnisse Jesu und den Weg der Menschwerdung Gottes in 14 Stationen, betrachtet mit den Augen des heiligen Josef. Da es beim Brennen von keinem der vielen Figuren auch nur einen Schaden gab, liegt nach Schmids Überzeugung ein besonderer Segen auf diesen Arbeiten.

Das 500 Jahre alte Kornhaus beherbergt nun diesen Schatz. Heinrich-Maria Burkard hat die Kernpunkte der 14 Stationen in Bildern festgehalten. Zusammen mit Peter Schmid beleuchtet er im Text der 60 Seiten vor allem die Hintergründe der Zeit, in der Jesu lebte. „Das Evangelium wird so lebendiger“ betont er. Nach dem Gnadenbild am Eingang spricht Josef im Text der Broschüre an allen Stationen zu den Besuchern. Beginnend mit der Vermählung über die zwei großen Ja-Worte, die Auseinandersetzung mit den Gesetzen dieser Welt hin zur Verkündigung der frohen Botschaft an Maria mit Jesu Geburt, der Begegnung mit Hanna und Simeon, dem Besuch der Sterndeuter, der Flucht nach Ägypten bis zum Sterben des heiligen Josef erleben die Besucher eine Führung der besonderen Art. „Jesu Worte und Verhalten und Verhalten lassen viele Rückschlüsse auf das zu, was Jesus von seinem Vater Josef gelernt hat,“ unterstrich Burkhard. Josef könne so ein Wegbegleiter eines erfüllten Lebens sein. Die Broschüre ist zum Preis von 7,50 Euro im Kornhaus und im Klosterladen erhältlich.

Nicht weniger vielseitig und interessant war das übrige Rahmenprogramm. Dazu zählten das restaurierte Mühlrad, die Führungen durch die Klosteranlage, der Blick in das Museum in der Bruderkirche, weitere Ausstellungen und der Kinderflohmarkt. Über die 700 Jahre alte Johannessminne im Münster wird separat berichtet. Für die musikalische Bereicherung im Herrengarten sorgte der Musikverein Altheim mit seiner Stammbesetzung und seiner Jugendkapelle, die Bewirtung vom Frühschoppen über Mittagessen und Kaffeezeit hatten wie alljährlich in bewährter Manier die Heiligkreuztaler Vereine übernommen. Ein Teil des Erlöses wird für die Aufgaben der Frommen Josefs-Vereinigung Heiligkreuztal verwendet.

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