Steinzeit-Jungbauern „raufen“ den Faserlein

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Die steinzeitlichen Jungbauern im Flachsfeld unterwegs.
Die steinzeitlichen Jungbauern im Flachsfeld unterwegs. (Foto: Klaus Weiss)
Klaus Weiss

Im Rahmen des Kinderferienprogramms konnten Kinder den im Frühjahr ausgebrachten Leinsamen „raufen“. Einen interessanten und lehrreichen Vormittag verbrachten die Kinder auf dem Acker bei Alleshausen.

Auch in den Schulferien sind einige Schulkinder der Federseegrundschule Alleshausen mit dem Flachsprojekt verbunden. Der große Acker zwischen Moosburg und Alleshausen wurde überwiegend und maschinell mit Ölleinsamen bestellt, aus dem dann später das Bio-Leinöl hergestellt wird. Nur eine kleine Fläche, um die 100 Quadratmeter, wurde im Rahmen eines prähistorischen Projektes des Federseemuseums und der Grundschule Alleshausen von Hand mit Faserlein angesät.

Etliche Kinder haben sich zum Kinderferienprogramm auf dem Flachsacker eingefunden, um den im Frühjahr gesäten Leinsamen nun zu ernten oder vielmehr zu raufen, wie es richtig heißen muss. Das Wort raufen kommt von rupfen – und so werden die Faserleinpflanzen auch geerntet. Das Flachsanbauprojekt soll auf die einst so fortschrittlichen Flachsbauern der Jungsteinzeit am Federsee aufmerksam machen. Das war das erklärte Ziel der Initiatorin Regina Lutz (Museumsführerin).

Büschel für Büschel raufen die Steinzeit-Jungbauern den ausgereiften Flachs aus dem trockenen Ackerboden, während Regina Lutz hilfreich zur Seite steht und erklärt. Mit dabei ist auch Museumspädagoge Patrik Geiger, der zum ersten Mal bei der Flachsernte dabei war. Einige Lehrerinnen der Alleshausener Grundschule helfen auch tatkräftig mit. Noch für einige Tage haben die Kinder den noch etwas feuchten Faserlein zu Garben aufgestellt, bevor die Flachsbüschel dann zwei bis drei Wochen zum Verrotten auf dem Acker ausgelegt werden, um dann weiterverarbeitet werden zu können.

Feldarbeit macht hungrig

In weiteren Projekten soll der Faserlein in der Grundschule Alleshausen historisch, nach dem Leitsatz „Vom Leinsamen bis zum Leinentuch“ weiter verarbeitet werden. Ähnliches, auf prähistorische Art, wird dann auch im Federseemuseum auf dem Programm stehen. Feldarbeit macht hungrig, deshalb hat Regina Lutz Flachskekse gebacken, die reißenden Absatz bei den Kids fanden und sich als Leckerbissen herausstellten. Für die Kinder jedenfalls war die Feldarbeit eine interessante und auch lustige Sache, konnten sie doch bei einer weiteren Verarbeitungsstufe des selbst gesäten Flachs dabei sein.

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