Pater Mathew ist 25 Jahre Priester – seine Gemeinden bitten ihn: „Bleiben Sie noch lange bei uns“

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 Am Altar der Kirche Sankt Oswald vereint: (von links) Pfarrpensionär Viktor Moosmayer, Pfarrer Stefan Ziellenbach, Pater Mathew
Am Altar der Kirche Sankt Oswald vereint: (von links) Pfarrpensionär Viktor Moosmayer, Pfarrer Stefan Ziellenbach, Pater Mathew und Pfarrpensionär Günther Gerlach. (Foto: Kurt Kiechle)
Kurt Kiechle

Am Palmsonntag hat Pfarrvikar Mathew Edackancheriyil Paily in seiner indischen Heimat Kerala sein 25. Priesterjubiläum gefeiert. Aus diesem freudigen Anlass sind am gestrigen Sonntag zahlreiche Gemeindemitglieder aller sieben Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit „Unteres Rottal“ der Einladung des Jubilars zu einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Oswald in Achstetten gefolgt. Das gut gefüllte Gotteshaus zeugte von der Beliebtheit, die der Jubilar, der sich fern der Heimat in den Dienst Gottes und der Menschen stellt, genießt.

Schmerzliche Lücke geschlossen

Dass die Seelsorgeeinheit quasi aus der Not heraus zu einem neuen Mitglied in der Person von Pfarrvikar Mathew kam, hat eine traurige Vorgeschichte. Mit dem plötzlichen Tod von Pfarrer Johannes Weimar im Jahr 2010 entstand eine schmerzliche Lücke. Umso größer war dann die Freude, als der damalige Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Magnus Weiger, am 3. Juni 2011 einen jungen Priester aus Indien in den Pfarreien Burgrieden, Rot, Bühl, Achstetten, Bronnen, Stetten und Bihlafingen willkommen heißen konnte. „Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zeit, die hoffentlich lange dauern wird“, sagte Weiger.

Dieser Wunsch auf Konstanz hat sich schon jetzt erfüllt, wiewohl man allseits hofft, dass sich der 51-jährige Pfarrvikar Mathew noch lange hier wohlfühlt und segensreich wirken kann. Seit seinem Amtsantritt im Schwabenland stellt er sich den vielfältigen priesterlichen Aufgaben, wofür der jetzige Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Stefan Ziellenbach, und das gesamte Pastoralteam sehr dankbar sind. Die Wertschätzung spiegelte sich in den Grußworten am Sonntag wider.

In Begleitung von acht Ministranten, Kreuz- und Fahnenträgern, Pfarrer Stefan Ziellenbach und den Pfarrpensionären Viktor Moosmayer und Günther Gerlach zog der Priester- Jubilar in das Gotteshaus ein, wo er sogleich vom Katholischen Kirchenchor von Sankt Oswald unter der Leitung von Andrea Schöttler mit dem freudig gesungenen „Jubilato cantate dominus“ musikalisch begrüßt wurde. Der Chor, mit instrumentaler Unterstützung der ganzen Familie Schöttler, hat mit seinen weiteren Vorträgen diesem Dankgottesdienst eine besondere Note verliehen, wofür es kräftigen Beifall gab.

Er freue sich von ganzem Herzen, betonte Pater Mathew. Es sei ein Fest für alle und für die Menschen, „für die ich mich in den christlichen Dienst gestellt habe“, betonte er und dankte Gott, dass er ihm 25 Priesterjahre geschenkt habe.

Auch Pfarrer Stefan Ziellenbach, der die Festansprache hielt, bezeichnete das Priesterjubiläum als ein Fest der Freude. Direkt an die Adresse seines Mitbruders gerichtet sagte Ziellenbach, er sei sehr dankbar, dass Pater Mathew über die ursprüngliche Dienstzeit hinaus in der Seelsorgeeinheit geblieben sei. „Wir glauben, dass Sie gerne da sind – das spüren wir.“ In der Zeit seines Wirkens im Schwabenland habe der Pfarrvikar schon viele Menschen seelsorgerisch begleitet, von der Taufe bis zum Tod.

Ins Herz geschlossen

Wie ein roter Faden zog sich durch die Predigtworte der Begriff „Einheit“ – die Einheit im Glauben, in der oft in Frage gestellten Kirche, in der tief gespaltenen Gesellschaft und in den Lebensgemeinschaften. Auch die vor Jahren gebildete Seelsorgeeinheit sei für die betroffenen Kirchengemeinden eine Herausforderung, ein Zeichen der Einheit gewesen. Als deren Sprecher dankte der Vorsitzende des gewählten Ausschusses, Harald Seidel, Pfarrvikar Mathew für seinen segensreichen Dienst. Er lobte insbesondere die Offenheit, Bescheidenheit und die spürbare Freude am Glauben, mit denen Pater Mathew den Menschen begegne. „Auch deswegen haben viele Sie ins Herz geschlossen. Bitte bleiben Sie noch lange hier bei uns.“ Gruß- und Dankesworte kamen auch von der Mitarbeitervertretung der Seelsorgeeinheit.

„Wenn das Herz voll ist, dann fehlen die Worte“, bemühte Pater Mathew ein Sprichwort und beließ es deshalb bei einem kurzgefassten Dankeschön an alle, die zu diesem Tag beigetragen hatten. Der Einladung ins Gemeindehaus zu Weißwurst, Saiten und Getränken folgten viele Gottesdienstbesucher.

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