Eine Insel der Ruhe in der Kirche

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 Bezaubern in der Kirche: Silvia Bleicher, Verena Wegschneider, Andrea Schöttler, Dr. Sonja Scheu.
Bezaubern in der Kirche: Silvia Bleicher, Verena Wegschneider, Andrea Schöttler, Dr. Sonja Scheu. (Foto: Sonja Niederer)
Sonja Niederer

Das Trio Madame d’Anches und Andrea Schöttler an der Orgel sorgten bei ihrem gemeinsamen Konzert am Sonntagabend in der Sankt Oswald Kirche in Achstetten für Labsal und Erquickung für Geist und Seele.

Den Besuchern in der sehr gut besetzten Kirche bot sich die Gelegenheit ,den kalten und grauen Novembertag hinter sich zu lassen, sich ganz der Musik der hochkarätigen Musikerinnen hinzugeben und zur Ruhe zu kommen. Die drei versierten Musikerinnen des Trio d’Anches, mit Verena Wegscheider auf der Querflöte, Dr. Sonja Scheu mit der Klarinette und Silvia Bleicher am Saxofon interpretierten einerseits klassische Kompositionen, aber auch moderne Arrangements mit leicht abgewandelter Besetzung. Große Teile des Repertoires sind selbst arrangiert und so ideal auf das Ensemble zugeschnitten. Beim Konzert am Sonntag hat sich Andrea Schöttler mit der Orgel oder am Piano zu ihnen gesellt und die Musikerinnen präsentierten sich als harmonisches Quartett oder zeigten ihr Können als Solistinnen.

„Quartett in F-Dur“

Gleich mit dem ersten Stück dem „Quartett in F-Dur“ von Alessandro Scarlatti, bekamen die Zuhörer einen Eindruck von ihrem sehr guten Zusammenspiel. Sehr schön war auch das fröhliche und anspruchsvolle Allegro des „Konzert in G-Dur op. 29“ von Carl Stamitz anzuhören, welches Verena Wegscheider mit der Querflöte und Andrea Schöttler an der Orgel interpretierten.

Johann Sebastian Bachs, „Concerto d-Moll“, welches als Orgelsolostück zu hören war, gab dem Trio Madame d`Anches Zeit sich nach unten in den Chorraum zu begeben. Dort präsentierten sie die erfrischende Melodie der „Sonate g-Moll“ von Robert Stark und die gute Akustik der Kirche kam dabei so richtig zur Geltung. Bei dem Werk „Syrinx“ von Claude Debussy entlockte Solistin Wegscheider ihrer Alt-Querflöte geheimnisvolle, fast orientalisch anmutende Klänge und das Publikum lauschte verzückt. Mit meditativen Melodien, bei denen die Luft im Kirchenschiff fast zu vibrieren schien, folgte bei „Aria“ von Eugéne Bozza ein Duett von Andrea Schöttler an der Orgel und Silvia Bleicher auf dem SaxNach einem weiteren Orgelsolostück „Prélude, Fugue et Variation op.18“ von César Franck, von Schöttler einfühlsam interpretiert, wagte Silvia Bleicher den Sprung in die Moderne mit zwei Werken des Komponisten Derek Brown.

Brown ist ein amerikanischer Saxophonist aus Chicago. Er ist vor allem für seinen besonderen Spielstil bekannt, der als „BEATBoX SAX“ bezeichnet wird und verschiedene erweiterte Techniken und perkussive Effekte kombiniert. Bleicher präsentierte von ihm die Stücke „Human Error“ und „Blueberry Jam“.

Mit dem ersten Satz des „Grand Trio op 35“ von Eugéne Walckiers überzeugte das Trio Madame d’nches das Publikum nochmals bei einer sehr schönen und perlenden Melodie. In der eingeforderten Zugabe gesellte sich dann auch noch Andrea Schöttler mit nach vorne in den Chorram, und gemeinsam sorgten die vier exzellenten Musikerinnen mit „Air“ aus einer Orchestersuite von Johann Sebastian Bach für einen glänzenden Abschluss des wunderbaren Konzertes.

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