Wie ein Schlachthof aufs Tierwohl achten will

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 Matthias Minister, Geschäftsführer des Überlinger Schlachthofs und des Zerlegebetriebs Fairfleisch legt Wert auf artgerechte Ti
Matthias Minister, Geschäftsführer des Überlinger Schlachthofs und des Zerlegebetriebs Fairfleisch legt Wert auf artgerechte Tierhaltung. (Foto: Fairfleisch/MLR BW/Jan Potente)

Der Überlinger Schlachthof

Früher hatte Überlingen einen städtischen Schlachthof, der viele Jahre an einen großen Dienstleister verpachtet war. Als ihm der Platz zu klein wurde, ist er ausgestiegen. 1992 hat sich vor Ort die Schlachthof-Initiative Überlingen gebildet, in der sich Metzger und Landwirte aus Überlingen und dem Umland gemeinsam mit dem Umwelt- und Naturschutzverband BUND zusammentaten. Sie wollten verhindern, dass die regionalen Schlachthöfe komplett verschwinden. Die Initiative hat schon nach kurzer Zeit eine GmbH gegründet, um den Schlachthof zu betreiben. „Der Schlachthof war aber schon 100 Jahre alt und befand sich an einem ungünstigen Standort in der Stadt“, sagt der heutige Geschäftsführer Matthias Minister. Der neue Standort befindet sich an der Landstraße in Richtung Frickingen-Altheim beim Überlinger Teilort Bambergen. Parallel zu dieser Entwicklung gründete Matthias Minister den Zerlegebetrieb Fairfleisch in Radolfzell, der heute direkt an den Schlachthof angegliedert ist. Er selbst kommt als Agraringenieur aus dem landwirtschaftlichen Bereich. „Meine Motivation ist es, die Tierhaltung zu verbessern“, sagt er. „Schon vor 30 Jahren war für mich klar, dass der Weg in Richtung Konzentration falsch ist.“ Deshalb habe er einen Weg gesucht, wie die Fleischproduktion so gestaltet werden kann, dass auf das Tierwohl geachtet wird, sie aber gleichzeitig wirtschaftlich ist. Seiner Ansicht nach ist das Konzept durchaus massentauglich. Vor allem dort, wo die Konzentration auf wenige große Schlachthöfe noch nicht stattgefunden hat. „Dieses Rad kann nicht mehr zurückgedreht werden“, sagt er. Aber dort, wo es noch möglich ist, sollten die Politik und die Kommunen regionale Schlachthöfe unterstützen.

Der Überlinger Betrieb sticht in der Corona-Krise hervor. Geschäftsführer Matthias Minister fordert ein Umdenken zur artgerechten Tierhaltung. Er nimmt Politiker und Verbraucher in die Pflicht.

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Der Überlinger Schlachthof

Früher hatte Überlingen einen städtischen Schlachthof, der viele Jahre an einen großen Dienstleister verpachtet war. Als ihm der Platz zu klein wurde, ist er ausgestiegen. 1992 hat sich vor Ort die Schlachthof-Initiative Überlingen gebildet, in der sich Metzger und Landwirte aus Überlingen und dem Umland gemeinsam mit dem Umwelt- und Naturschutzverband BUND zusammentaten. Sie wollten verhindern, dass die regionalen Schlachthöfe komplett verschwinden. Die Initiative hat schon nach kurzer Zeit eine GmbH gegründet, um den Schlachthof zu betreiben. „Der Schlachthof war aber schon 100 Jahre alt und befand sich an einem ungünstigen Standort in der Stadt“, sagt der heutige Geschäftsführer Matthias Minister. Der neue Standort befindet sich an der Landstraße in Richtung Frickingen-Altheim beim Überlinger Teilort Bambergen. Parallel zu dieser Entwicklung gründete Matthias Minister den Zerlegebetrieb Fairfleisch in Radolfzell, der heute direkt an den Schlachthof angegliedert ist. Er selbst kommt als Agraringenieur aus dem landwirtschaftlichen Bereich. „Meine Motivation ist es, die Tierhaltung zu verbessern“, sagt er. „Schon vor 30 Jahren war für mich klar, dass der Weg in Richtung Konzentration falsch ist.“ Deshalb habe er einen Weg gesucht, wie die Fleischproduktion so gestaltet werden kann, dass auf das Tierwohl geachtet wird, sie aber gleichzeitig wirtschaftlich ist. Seiner Ansicht nach ist das Konzept durchaus massentauglich. Vor allem dort, wo die Konzentration auf wenige große Schlachthöfe noch nicht stattgefunden hat. „Dieses Rad kann nicht mehr zurückgedreht werden“, sagt er. Aber dort, wo es noch möglich ist, sollten die Politik und die Kommunen regionale Schlachthöfe unterstützen.

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