Immer dem gelben Schirm hinterher! Die Waldrappe folgen dem Fluggerät ihrer Ziehmutter bedingungslos.
Immer dem gelben Schirm hinterher! Die Waldrappe folgen dem Fluggerät ihrer Ziehmutter bedingungslos. (Foto: Waldrappteam)

Seltener Vogel soll heimisch werden

Der Waldrapp war früher ein Zugvogel, der im Herbst sein Brutgebiet verließ, um in geeigneten Lebensräumen zu überwintern. Die Vögel zeigen ab Mitte August Anzeichen von Zugstimmung, schreibt das Waldrappteam auf seiner Homepage. Dieser Drang zum Herbstzug ist genetisch fixiert. Anhand von unerfahrenen Jungvögeln zeigte sich aber, dass eine Zugrichtung nicht angeboren ist. Wo ihr Wintergebiet liegt, lernen junge Waldrappe von erfahrenen Artgenossen. Da jedoch bereits seit circa 400 Jahren keine selbstständig migrierenden Waldrappe mehr in Europa leben, kann diese Weitergabe der Zuginformationen nicht mehr erfolgen.

Um neue ziehende Kolonien zu gründen, ist es notwendig, die zukünftigen Wildvögel mit den nötigen Informationen zu versorgen. Dazu wird eine Gruppe von bis zu 32 aus Zoos stammender Küken von zwei menschlichen Zieheltern von Hand aufgezogen und auf sie geprägt. Sie folgen ihren Bezugspersonen überall hin, selbst wenn diese in Ultraleichtflugzeugen sitzen und ihnen vorausfliegen. „Die Zieheltern übernehmen damit für die unerfahrenen Jungvögel die Aufgabe der migrationserfahrenen Artgenossen und können sie in ein geeignetes Wintergebiet führen“, schreibt das Waldrappteam. 2011 zeigte sich erstmals, dass diese Tradition tatsächlich weitergegeben wird. Bereits ein Jahr später fungierte der erste natürlich aufgewachsene und von Artgenossen ins Wintergebiet geleitete Jungvogel seinerseits als Leitvogel. Für jede neue Kolonie ist dieses Prozedere nötig. Jeder Vogel muss nur einmal von seinem zukünftigen Brut- ins Wintergebiet geführt werden. Den Rückweg findet er selbstständig.

Verhaltensforscher Johannes Fritz hat das Waldrappteam im Jahr 2002 gegründet und bereits erste Erfolge verzeichnet. 2008 war der Zug trotz Schwierigkeiten erfolgreich, 2011 kam der erste von Hand aufgezogene Vogel wieder zurück. 2012 kehrte der erste wilde Waldrapp in sein Brutgebiet zurück. Seit 2014 wird das Projekt von der EU gefördert.

29 der seltenen Vögel erreichen in Begleitung ihrer menschlichen Ziehmütter ihr Winterquartier in der Toskana. So war der Flug über die Alpen.

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Seltener Vogel soll heimisch werden

Der Waldrapp war früher ein Zugvogel, der im Herbst sein Brutgebiet verließ, um in geeigneten Lebensräumen zu überwintern. Die Vögel zeigen ab Mitte August Anzeichen von Zugstimmung, schreibt das Waldrappteam auf seiner Homepage. Dieser Drang zum Herbstzug ist genetisch fixiert. Anhand von unerfahrenen Jungvögeln zeigte sich aber, dass eine Zugrichtung nicht angeboren ist. Wo ihr Wintergebiet liegt, lernen junge Waldrappe von erfahrenen Artgenossen. Da jedoch bereits seit circa 400 Jahren keine selbstständig migrierenden Waldrappe mehr in Europa leben, kann diese Weitergabe der Zuginformationen nicht mehr erfolgen.

Um neue ziehende Kolonien zu gründen, ist es notwendig, die zukünftigen Wildvögel mit den nötigen Informationen zu versorgen. Dazu wird eine Gruppe von bis zu 32 aus Zoos stammender Küken von zwei menschlichen Zieheltern von Hand aufgezogen und auf sie geprägt. Sie folgen ihren Bezugspersonen überall hin, selbst wenn diese in Ultraleichtflugzeugen sitzen und ihnen vorausfliegen. „Die Zieheltern übernehmen damit für die unerfahrenen Jungvögel die Aufgabe der migrationserfahrenen Artgenossen und können sie in ein geeignetes Wintergebiet führen“, schreibt das Waldrappteam. 2011 zeigte sich erstmals, dass diese Tradition tatsächlich weitergegeben wird. Bereits ein Jahr später fungierte der erste natürlich aufgewachsene und von Artgenossen ins Wintergebiet geleitete Jungvogel seinerseits als Leitvogel. Für jede neue Kolonie ist dieses Prozedere nötig. Jeder Vogel muss nur einmal von seinem zukünftigen Brut- ins Wintergebiet geführt werden. Den Rückweg findet er selbstständig.

Verhaltensforscher Johannes Fritz hat das Waldrappteam im Jahr 2002 gegründet und bereits erste Erfolge verzeichnet. 2008 war der Zug trotz Schwierigkeiten erfolgreich, 2011 kam der erste von Hand aufgezogene Vogel wieder zurück. 2012 kehrte der erste wilde Waldrapp in sein Brutgebiet zurück. Seit 2014 wird das Projekt von der EU gefördert.

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