Nabu will schwalbenfreundliche Häuser kennzeichnen

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 von links nach rechts: Thomas Körner (Nabu-Bezirk), MdL Klaus Hoher und Hartmut Walter (Nabu Überlingen) bei der Übergabe von P
von links nach rechts: Thomas Körner (Nabu-Bezirk), MdL Klaus Hoher und Hartmut Walter (Nabu Überlingen) bei der Übergabe von Plakette und Urkunde. (Foto: Nabu)
Schwäbische Zeitung

Den Schwalben fehlen Nistmöglichkeiten. Und so steuern die „Sommerboten“ in einigen Gegenden in Baden-Württemberg einer düsteren Zukunft entgegen. Die Naturschützer wollen rufen dazu auf, den Vögeln mehr Nistmöglichkeiten zu bieten und wollen schwalbenfreundliche Unterkünfte auch kennzeichnen.

Mehl- und auch Rauchschwalbe, die einst so typischen Begleiter des Menschen, wurden mit ihren Beständen für Baden-Württemberg in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft, schreibt der Nabu weiter. Eine Ursache für den Rückgang der Schwalbenpopulation seien der Verlust und die Zerstörung von Nestern und Nistmöglichkeiten.

Positives Zeichen setzen

Vielerorts laufen schon länger einzelne Hilfsmaßnahmen der Naturschützer für diese Arten. In diesem Jahr kommt eine weitere Aktion hinzu: Der Nabu möchte ein positives Zeichen setzen und Menschen und Häuser auszeichnen, bei und an denen die Glücksbringer willkommen sind.

Wer ein Haus, eine Ferienunterkunft, ein Hotel oder sonstiges Gebäude besitzt und Schwalben an den Wänden duldet oder sogar durch das Aufhängen von Nisthilfen fordert, kann sich bei der Nabu-Gruppe melden. Der Nabu vergibt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, in solchen Fällen die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“.

Die an Hausfassaden nistenden Mehlschwalben wie auch die in Ställen, Carports oder Schuppen nistenden Rauchschwalben sind laut Nabu hierzulande in ihren Beständen gefährdet. Eine der Hauptursachen dafür ist die mutwillige Beseitigung von Nestern oder die gezielte Störung der Vögel beim Bau der Nester durch den Menschen. Dabei gibt es für das Problem der verschmutzten Hauswände eine ganz simple Lösung. Ein einfaches Brettchen, das unterhalb des Nestes angeschraubt wird, fängt den Schwalbendreck auf. Das Sauberkeitsempfinden der Besitzer, Gäste und Nachbarn ist also keine Ausrede mehr, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Gegenteil: Umfragen in Tourismusregionen haben laut Nabu gezeigt, dass Urlauber das Vorkommen der wendigen Flugkünstler begrüßen und sogenannte Vergrämungsmaßnahmen wie Drähte, Seile oder Flatterbänder dagegen als abstoßend empfinden.

Der Nabu möchte Hausbesitzer dafür belohnen, dass sie die Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen. „Für Hotels, Pensionen und Restaurants, die auch die Geflügelten Sommerboten an ihren vier Wänden willkommen heißen, möchten wir einen positiven Anreiz schaffen, in dem dies sichtbar für alle seine Wertschätzung erfährt“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Durchführung des Projektes erfolgt mit Nabu-Aktiven vor Ort. Alle schwalbenfreundlichen Hotels, Cafés oder Ferienunterkünfte werden auf Wunsch vom Nabu Görwihl auf der Internetseite veröffentlicht. So können sich interessierte Urlauber ganz leicht über schwalbenfreundliche Unterkünfte informieren.

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