Landesgartenschau soll Brücke über den See schlagen

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 Der Uferpark im Westen Überlingens ist für die Landesgartenschau 2020 entstanden.
Der Uferpark im Westen Überlingens ist für die Landesgartenschau 2020 entstanden. (Foto: LGS/Achim Mende)

Die Landesgartenschau 2020 in Überlingen wird die erste Landesgartenschau am Bodensee – und die erste mit einem eigenen Schiffsanleger. Durch die Kooperation mit der Blumeninsel Mainau und den Bodensee-Schiffsbetrieben (BSB) hoffen die Organisatoren aus Überlingen, die Brücke über den Bodensee schlagen zu können.

Oberbürgermeister Jan Zeitler freut sich darüber, „die stärksten Touristenmagnete am Bodensee“ als Partner gewinnen zu können. „Diese Kooperation ist für alle Beteiligten wertvoll“, sagte er jüngst bei einer Pressekonferenz im historischen Sitzungssaal des Rathauses. „Die erste Landesgartenschau am Bodensee soll die Bedürfnisse der Menschen erfüllen“, sagte er. Damit spielte er darauf an, dass für die meisten Gäste, die an den Bodensee kommen, eine Schifffahrt zu ihrem Aufenthalt dazu gehört. Aus diesem Grund werde voraussichtlich auch häufig das Kursschiff „Überlingen“ am Ufer der Stadt anlegen, die ihm seinen Namen gab.

Die Brücke über den Bodensee solle auch mithilfe von Ticketkombinationen geschlagen werden, sagte Edith Heppeler, die Geschäftsführerin der Landesgartenschau. Diese Tagestickets sollen insbesondere Busreisende anlocken. „Wir haben lange überlegt, wie es funktionieren kann, die Landesgartenschau und die Mainau an einem Tag zu besichtigen“, sagte sie. Die Idee sei nun, dass die Reisegruppen morgens in Überlingen ankommen, mittags mit dem Schiff eine Stunde lang über den See zur Blumeninsel fahren und abends dort wieder von ihren Bussen abgeholt werden. Solch ein Ticket soll 36 Euro pro Person kosten. Individualreisende zahlen für Landesgartenschau und Mainau 35 Euro, doch die Schifffahrt ist bewusst nicht inbegriffen – weil vermutlich nicht alle, die selbst anreisen, von der Mainau aus weiterreisen möchten, wie Heppeler erläuterte.

Entschleunigte Anreise

„Die Mainau freut sich sehr auf 2020, weil das Thema ,Garten erleben’ in den Fokus gerückt wird“, sagte Bettina Gräfin Bernadotte, die Geschäftsführerin der Insel Mainau. Durch die Landesgartenschau und die enge Kooperation werde der Bodensee zum verbindenden Element. Gäste, die die Möglichkeit nutzen, über die „Gartenlinie“ mit dem Schiff anzureisen, könnten also schon auf dem Weg entspannen und entschleunigen. Markus Zeiler, Gartendirektor der Insel Mainau, kündigte an, dass die Blumeninsel auch mit einem eigenen Garten bei der Landesgartenschau in Überlingen vertreten sein wird. Er wird sich auf dem Areal der Menzinger Gärten befinden und unter anderem eine Blumenfigur zeigen – gewissermaßen ein Markenzeichen der Mainau.

Der Gartendirektor berichtete auch, dass die Mainau und die Landesgartenschau Überlingen einen Planungsworkshop für angehende Landschaftsarchitekten veranstalten. Im März 2019 werden sich Studenten der Hochschule Nürtingen und der Pennsylvania State University treffen, um gemeinsam Entwürfe und für Gärten und Installationen unter dem Motto „Wassergärten“ zu entwerfen. Diese sollen im Anschluss an den Wettbewerb auf der Mainau und in Überlingen umgesetzt werden. „Ich kann mir gut vorstellen, dass zum Thema ,Wasser’ auch kritische und politische Arbeiten entstehen“, sagte Zeiler.

Fürstengarten der Adelshäuser

Auf der Landesgartenschau in Überlingen ist darüber hinaus ein Fürstengarten geplant, in dem sich Adelsfamilien der Bodenseeregion präsentieren werden. Die Häuser Baden, Württemberg und Bernadotte seien gerne mit dabei, sagte Zeiler. Außerdem solle der deutsche Rosenkongress anlässlich der Landesgartenschau Anfang Juni 2020 in Überlingen tagen.

Damit die Landesgartenschau optimal ans Netz der Weißen Flotte angebunden werden kann, saniert die BSB die Mole in der Nähe der Bahnhofstraße. Dazu werden der Steg und sein Zugang saniert. Das kündigte BSB-Geschäftsführer Norbert Reuter an. Während der Hochsaison der Schifffahrt von Mitte Juni bis Mitte September werden von dort aus vier Verbindungen am Tag geboten. „Es gibt keinen Grund, individuell anzureisen“, sagte er. „Mit dem Schiff kommt man entspannt und geht entspannt.“ Im Bereich des Stegs werde auch das Kirchenschiff dauerhaft anlegen, eine alte Fähre, die als schöner Treffpunkt dienen soll und an dem auch für Kinderbetreuung gesorgt ist. Ein Raum für eine kleine Auszeit eben.

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