Landesgartenschau: Pflanzen und Vorfreude wachsen

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  Voller Vorfreude auf die Landesgartenschau: die Garten- und Landschaftsbauer (vorne rechts Reiner Bierig, Geschäftsführer des
Voller Vorfreude auf die Landesgartenschau: die Garten- und Landschaftsbauer (vorne rechts Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verbandes VGL, neben ihm Edith Heppeler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Die Vorfreude scheint allen ins Gesicht geschrieben, als am Dienstagmorgen 13 Garten- und Landschaftsbauer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL) auf dem Landesgartenschaugelände in Überlingen im Galopp ihre zwölf Konzepte für acht Villengärten und vier schwimmende Gärten vorstellen. VGL-Geschäftsführer Reiner Bierig ist vom bereits Vollbrachten begeistert: „Es ist grandios, was hier passiert.“

„Sensationell“ nennt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Edith Heppeler den Baufortschritt. Zwar sind die Gärten noch nicht fertig, aber sechs Monate vor Eröffnung schon weit gediehen. Zwar sei man nicht mit Flächen gesegnet, aber dafür mit Atmosphäre – nicht zuletzt durch den Bodensee. Reiner Bierig verspricht den Überlingern und Gästen ab Ende April Gärten „nicht von der Stange“. Und er ist sich sicher, dass sich die beteiligten Landschaftsgärtner noch einiges einfallen lassen werden. Fest steht ohnehin: Schwimmende Gärten hat nicht jede Landesgartenschau. Auch sein Verband baut erstmals schwimmende Gärten.

Die ersten Villengärten wurden ab September gebaut, Anfang nächsten Jahres werden die schwimmenden in Angriff genommen. Kein Garten wird wie der andere sein. So symbolisiert der mit dem Titel „Infinity – Unendlichkeit“ als liegende Acht die Unendlichkeit, ist aber auch ein Zeichen für Energiefluss und steht für Balance und Humor. Der mit der Überschrift „Die Leichtigkeit des Seins“ wirkt mit seinen leichten und luftigen Staudenpflanzungen filigran und wie natürlich gewachsen.

Mit „Verbindung“ ist der schwimmende Schaugarten überschrieben, in dem die große Stahlkuppel das Universum symbolisiert, das große Ganze, das sich um unseren Planeten formt. In der Mitte dieses Kosmos hängt die Erde, umspült von ihrem wichtigsten Element, dem Wasser. „Insel der Träume“ heißt der schwimmende Garten, in dem Wasser, Wind, Sonne und Bewegung die Elemente sind, die auf besondere gestalterische Weise umgesetzt werden. Hintergrund: Grüner Lebensraum im urbanen Umfeld wird immer begrenzter, und genau das ist die Herausforderung, der sich die Planer stellen: Eine ästhetische Verzahnung zwischen Wohn- und Außenraum zu schaffen.

Ein Villengarten trägt den Titel „See-Sehnsucht“. Der Garten spiegelt die vertraute Heimat am Bodensee, bringt Berge und Wasser in seiner Gestaltung zusammen und vermittelt das Gefühl, mittendrin zu leben. Über die Stufen aus Muschelkalk gelangt man zum See und seine schwungvollen Wellen spiegeln sich in den Formen des Rasens und der Pflanzfläche wider.

Entspannen mitten in der Natur

„Lauschig und luftig“ wird ein See-pavillon, der zurückhaltendes Feingefühl spüren lässt. Die Materialien sind hochwertig, bodenständig, farblich reduziert und perfekt aufeinander abgestimmt, was dem Garten seine lauschig-luftige Atmosphäre, passend zur direkten Seelage, schenkt. Der aus heimischem Holz gestaltete Pavillon fungiert als erweiterter Wohnraum und verspricht eine traumhafte Ruhezone.

„Garten Belvedere“ heißt der Villengarten, der einen überwältigenden Ausblick auf den See bietet. Eine eigens für den Garten entworfene Stahlpergola aus Baustahl überspannt mit filigranem Design diese Ruhezone und zeichnet einen spannenden Schattenwurf auf den Maggia-Gneis aus dem Tessin. Die im Hochbeet gezogenen Weinreben erobern langsam auch dieses Terrain, spenden im Sommer kühlen Schatten und im Herbst süße Früchte.

„Leben leben“ lautet der Titel des Villengartens, der ein kühles Plätzchen zwischen fröhlich wippenden Gräsern und bunten Stauden verspricht – mit einzigartigen Entspannungsmomenten mitten in der Natur. Eine virtuose Garteninszenierung erwartet die Besucher im „Grünen Salon“, in dem man märchenhaft am goldenen Tisch sitzt, auf dem Stuhl des Froschkönigs aus Stahl und Glasperlen. In der „Architektur aus Glas und Stein“ verschmilzt der große Pool optisch mit den Weiten des Bodensees und gewährt selbst beim Schwimmen einen wunderschönen Ausblick auf Alpen und Nachbarufer. Zeitgemäß formal ist der „Garten der Entspannung“, der Herz und volle Lebenslust verspricht, und im „Verlorenen Garten“ sucht man vergebens nach geraden Linien. Die gesamte Gestaltung ist fließend. Alle verwendeten Materialien stammen aus dem europäischen Raum.

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