Auch in der Bodenseeregion wurde im Mittelalter viele angebliche Hexen verfolgt. Ein Vortrag am Dienstag informiert darüber.
Auch in der Bodenseeregion wurde im Mittelalter viele angebliche Hexen verfolgt. Ein Vortrag am Dienstag informiert darüber. (Foto: Städtisches Museum)
Schwäbische Zeitung

Bildervortrag von Nikolaus Nemes im Städtischen Museum Überlingen am Dienstag, 11. September, ab 20 Uhr.

Wie der Irrglaube an Monster, Dämonen und Fabelwesen gehören auch Hexenwahn und -verfolgung dem Weltbild des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit an. In einem Bildervortrag im Städtischen Museum heute ab 20 Uhr werden Ursachen, Entstehung, Begriffe, literarische Vorbilder, Rezeption und die Verbreitung des Hexenwahns gezeigt.

Die nach 1419 in Gerichtsakten nachweisbaren kirchlichen und weltlichen Hexenprozesse, die Praxis der Teufelsaustreibung mit peinlichem Verhör, Folter und erzwungenem Bekenntnis zu „Teufelspakt“ und „Teufelsbuhlschaft“, endeten für die unschuldigen Opfer meist auf dem Scheiterhaufen. Neben Franken war das Bodenseegebiet eine bevorzugte Region für Hexenprozesse, in der Regel ausgelöst durch Missernten, Hagelwetter, Hungerjahre, Seuchen und den latent psychopathologisch begründeten Volksglauben am Schadenzauber, nicht selten begleitet von Ketzer- und Judenverfolgung.

Auch auf die Positionen von Befürwortern und Gegnern der Hexenverfolgung mit ihrer Auswirkung auf die Sozialstruktur der Gemeinden werden im Vortrag erläutert.

Bildervortrag von Nikolaus Nemes im Städtischen Museum Überlingen am Dienstag, 11. September, ab 20 Uhr.

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