Erster B 31-Abschnitt bei Überlingen bald fertig

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Tübingens Regierungspräsident Klaus Tappeser (zweiter von links) auf der B31-Baustelle bei Überlingen. Rechts von ihm haben sich
Tübingens Regierungspräsident Klaus Tappeser (zweiter von links) auf der B31-Baustelle bei Überlingen. Rechts von ihm haben sich Projektleiter Jens Kehrer und Matthias Mews, Leiter der Bauleitung Überlingen, aufgebaut. Links steht Dirk Abel, Pressesp (Foto: U. Jauß)
Schwäbische Zeitung

Der Löwenanteil des B31-Ausbaus zwischen Überlingen West und Überlingen Ost wird wohl in wenigen Wochen für den Verkehr freigegeben. Diesen Zeitplan bestätigte der zuständige Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser am Dienstag bei einem Baustellenbesuch. Die gesamte Ausbaustrecke ist viereinhalb Kilometer lang. Der letzte Abschnitt wird laut Plan Ende 2019 fertig sein. Der Streckenausbau dient nicht nur einer Verbesserung der Überlinger Verkehrssituation. Wenn alles komplett fertig ist, soll er auch auf der stark frequentierten Ost-West-Verbindung entlang des nördlichen Bodenseeufers für etwas Entlastung sorgen.

Tappeser geht davon aus, dass der nun fertig werdende Abschnitt Ende Mai oder Anfang Juni befahren werden kann. Der zuständige Projektleiter Jens Kehrer versicherte ihm vor Ort, es käme letztlich nur noch aufs Wetter an.

Baustellenbesuch B 31n Stockach-Überlingen
Der Neubau der B 31n zwischen Stockach und Überlingen ist Bestandteil der Netzkonzeption zur Neuordnung des Straßennetzes am nördlichen Bodenseeufer.

Der Fahrbahnaufbau müsse noch aufgetragen werden, danach dann noch die entsprechenden Markierung. „Dafür brauchen wir trockenes Wetter“, betonte Kehrer.

Letztes Teilstück wird in Angriff genommen

Für den regionalen oder Fernverkehr am Bodensee bringt der Abschluss des ersten Bauabschnitts noch nichts. Er wird nach wie vor über die alte B31 entlang der Stadt Überlingen geleitet und trifft westlich davon auf die dort bereits bis zum Jahr 2000 ausgebaute B31 neu. Mit den Arbeiten für das letzte Teilstück des gegenwärtigen Projekts wird aber laut Tappeser nun zügig begonnen. „Bisher ist alles im Plan. Wie versprochen werden wir bis zur Landesgartenschau in Überlingen in zwei Jahren fertig sein“, sagte der Regierungspräsident.

Zumindest sollen die ganzen viereinhalb Kilometer zwischen Überlingen West und Ost dann für den Verkehr freigegeben sein. Mit 20 000 Fahrzeugen pro Tag wird dann gerechnet. Kleinere Bauarbeiten würden nach der Landesgartenschau fortgesetzt, hieß es bei der Baustellenbesichtigung. Dies könne etwa Anschlussstellen betreffen. Laut Tappeser liegen die Kosten für das Gesamtprojekt bei 34,4 Millionen Euro. Der Bund zahle fast alles. Nur 150 000 Euro blieben beim Landkreis und der Stadt Überlingen hängen.

Beginn der Bauarbeiten bei Überlingen war 2015. Fünf Jahre zuvor hatte es einen bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss gegeben. Wobei die grundsätzliche Entscheidung für den Bau der gesamten B31 neu von Stockach bis Überlingen Ost bereits 1980 gefallen ist. Tappeser erinnerte an die langen Zeiträume, um mögliche Illusionen über eine schnellen weiteren Ausbau der B31 an andere Orten einzudämmen. Bis Ende 2020 werde zwar die Umgehung zwischen Friedrichshafen und Immenstadt in Betrieb gehen. Danach herrsche Unklarheit. Als dringend nötiges nächstes Projekt sieht Tappeser die Umgehung des Winzerortes Hagnau. Die Gemeinde erlebt tägliche Staus. Wie der Regierungspräsident berichtete, würden gegenwertig Streckenvarianten gesammelt. „Ende 2019 wollen wir dann dem Verkehrsministerium ein Variantenbündel vorschlagen“, sagte er. Ausdrücklich betonte Tappeser, es werde keine Nulllösung kommen. Bis die Umgehung aber wirklich in Betrieb gehen könne, sei schwer abschätzbar. Er meinte: „Vor 2030 wird der Verkehr nicht auf die Straße dürfen.“

Eine weitere Engstelle ist der Abschnitt zwischen Friedrichshafen und der bayerischen Landesgrenze bei Kressbronn. Er wurde noch nicht einmal in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Auf bayerischer Seite ist jedoch ein vierspuriger Ausbau vorgesehen. Sollte er kommen, sagte Tappeser, werde man den Verkehr auf baden-württembergischer Seite natürlich durch entsprechende Maßnahmen aufnehmen müssen.

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