Ausstellung in Überlingen würdigt den närrischen Viererbund

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 Die Plakate kündigen die Ausstellung an, und dann auch noch in drei verschiedenen Größen. Auf „Fasnet Hoch 4“ freuen sich die K
Die Plakate kündigen die Ausstellung an, und dann auch noch in drei verschiedenen Größen. Auf „Fasnet Hoch 4“ freuen sich die Kuratoren Reiner Rammelt, Peter Graubach und Thomas Proß (von links). (Foto: Städtische Galerie)
Schwäbische Zeitung

Narrenvater Thomas Proß ist voller Vorfreude. Seiner Ansicht nach ist die geplante Ausstellung zum Narrentag 2020 die erste überhaupt, die konkret den Viererbund zum Thema hat, heißt es in einer Pressemitteilung. Genauso sieht es auch sein Vorgänger im Amt Reiner Rammelt. Es würde vor allem auch der Geschichte dieser närrischen Verbundenheit viel Raum gewährt. Gemeinsam mit Narrenrat Peter Graubach sind Proß und Rammelt die Kuratoren von „Fasnet Hoch 4“, die von Samstag, 25. Januar, bis Sonntag, 4. Oktober, in der Städtischen Galerie Überlingen stattfindet.

Wie wichtig die Überlinger Narretei dem Kulturamt ist, zeigt auch die Länge der Ausstellung. Bis Anfang Oktober, können Besucher vieles erfahren über Schuttig, Federahannes, Narro und Hänsele, heißt es weiter. Aufgeteilt ist die Ausstellung in fünf Bereiche. Erzählt wird in „Fasnet Hoch 4“ zum einen die Geschichte des Viererbunds. Zum anderen präsentieren auch alle vier Zünfte ihre Stadt und die Besonderheiten ihrer Fasnet.

In einem weiteren Ausstellungsbereich werden Werke von regional und überregional bekannten Künstlern gezeigt; beigesteuert von allen vier Zünften. Neben Bildern des langjährigen Narrenbuch-Schreibers Viktor Mezger und des Fotografen Siegfried Lauterwasser wird auch ein Bild von Otto Dix zu sehen sein. „Alemannische Masken“ heißt es. Es wurde im Jahr 1952 geschaffen, also zur Zeit der Viererbund-Gründung, und zeigt bereits einen Elzacher Schuttig und ein Überlinger Hänsele in dämonisch wirkender Harmonie.

Im Ausstellungsbereich „Geschichtle“ werden Anekdoten und Kuriositäten rund um den Viererbund zusammengetragen. Schließlich sollen die Ausstellungsbesucher auch den Charme und die Einzigartigkeit von Besenwirtschaften selbst erleben. Dazu wird eine legendäre Besenwirtschaft aus Überlingen original nachgebildet. „Da muss man auch selbst mal die Enge der Räume spüren“, meint Thomas Proß. Neben einer Hörstation mit den Narrenmärschen werden auch einige Umzugsfilme gezeigt, darunter auch die filmische Rarität über das große Narrentreffen 1938 in Überlingen, damals noch im Wirkungskreis der Vereinigung, aus der man 1952 ausgetreten ist.

Aufgebaut wird die Ausstellung „Fasnet Hoch 4 – Schwäbisch-alemannische Narretei im Viererbund“ in diesen Tagen, auch durch den Städtischen Bauhof. Zur Vernissage am Freitag, 24. Januar, wird Professor Werner Mezger einen Vortrag halten. Während des Narrentags ist der Eintritt zur Ausstellung frei. Sonst gibt es Zulass für drei Euro. Geben wird es auch ein Kombiticket für sechs Euro, für die Ausstellung und das Städtische Museum. Neben einer Begleitbroschüre sind auch Führungen vorgesehen. „Angedacht sind auch Führungen speziell für Kinder“, ergänzt Peter Graubach.

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