Abstimmen: Schwäbische.de für Grimme Online Award nominiert

Das Grimme-Institut hat die Schwäbische für die Multimedia-Reportage „Schmerz“ für den Grimme Online Award nominiert.
Das Grimme-Institut hat die Schwäbische für die Multimedia-Reportage „Schmerz“ für den Grimme Online Award nominiert. (Foto: Schwäbische)
Schwäbische.de
Yannick Dillinger
Leiter Digitales / Stellvertretender Chefredakteur

Das Grimme-Institut hat die „Schwäbische Zeitung“ für die Multimedia-Reportage „Schmerz / боль“ über das Flugzeugunglück von Überlingen für den Grimme Online Award 2018 nominiert. Die Fachjury gab am Donnerstag in Köln ihre 28 Favoriten unter den Hunderten Einreichungen bekannt. Die „Schwäbische Zeitung“ ist zum ersten Mal dabei – in der Kategorie „Wissen und Bildung“.

„Für unsere Redaktion ist es eine große Ehre, dass wir es bei diesem renommierten Preis in die Endauswahl geschafft haben“, sagt Chefredakteur Hendrik Groth. Welcher der 28 Beiträge einen der acht Preise erhält, entscheidet sich bei der Preisverleihung am 22. Juni in Köln. Leser können ab sofort unter http://www.grimme-online-award.de/voting für ihren Favoriten abstimmen.

„Dieses Projekt ist für alle Beteiligten eine absolute Herzensangelegenheit gewesen. Am allermeisten freuen wir uns über die tollen Rückmeldungen der Angehörigen der damals verunglückten Menschen, der sonstig Betroffenen und der Leser. Die Nominierung zum Grimme Online Award ist quasi der Punkt auf dem i, eine tolle Auszeichnung für das intensive Zuhören, Filmen, Aufschreiben, Mitfühlen und Zusammenkomponieren“, sagt Projektleiter Yannick Dillinger (stellvertretender Chefredakteur und Leiter Digitales).

Das Projekt:

Am Abend des 1. Juli 2002 stoßen im Himmel über Owingen bei Überlingen am Bodensee zwei Flugzeuge zusammen: DHL-Flug 611 und Bashkirian Airlines-Flug 2937. Alle 71 Insassen sterben, unter ihnen befinden sich 52 russische Kinder. Witali Kalojew, ein Angehöriger, tötet zwei Jahre später den damals diensthabenden Fluglotsen Peter Nielsen. Das Unglück von Überlingen hat die Leben vieler für immer verändert - in Russland wie am Bodensee.

Die „Schwäbische Zeitung“ hat Anfang Juli 2017 in einer aufwendigen Multimedia-Reportage Menschen zu Wort kommen lassen, deren Leben durch das Flugzeugunglück von Überlingen geprägt wurde. Auf www.schwaebische.de/schmerz erzählt etwa Bernhard Kitt, wie er Kinderleichen in seinem Obstgarten entdeckte, Sulfat Chammatov lässt die Betrachter Anteil nehmen an seiner Trauer über den Tod seines Sohns an Bord des russischen Flugzeugs, Hans-Peter Walser blickt auf seine schwierigen Aufgaben als Einsatzleiter inmitten des Chaos zurück, die Journalisten Martin Hennings und Alexei Makartsev schildern ihre Suche nach Worten für eine Katastrophe, für die es eigentlich kaum Worte geben konnte.

Sie alle – und einige Menschen mehr – sind die Protagonisten in einem „Storytelling“, das in Videos, 360-Grad-Panoramen, Bildern und Texten versucht, des historischen Ereignisses angemessen zu gedenken. Eine russische Version der Multimedia-Reportage finden Sie unter www.schwaebische.de/bol.

Dem Projektteam gehörten an: Yannick Dillinger, Christian Schellenberger, Martin Hennings, Simon Haas, Michael Scheyer, David Weinert und Alexei Makartsev.

Die Intention:

Wieso die „Schwäbische Zeitung“ so viel Kraft investiert hat für dieses Leuchtturmprojekt, hat Yannick Dillinger im Interview mit dem Branchendienst „Kress“ beantwortet.​

Die Reaktionen:

Tausende Menschen - Deutsche und Russen - haben auf schwäbische.de, Facebook, bashinform.ru und Twitter über das Unglück von damals diskutiert. 56 Prozent der Leser sind jünger als 34 Jahre. 47 Prozent der Leser sind weiblich, 53 Prozent männlich. Das Feedback war durchweg positiv.

Auch aus Russland erreichten die „Schwäbische Zeitung“ Dutzende positive Stimmen. „Wir hatten uns für die russische Übersetzung und die Suche nach einem Partner, der das Spezial auf seinen Kanälen ausspielt, entschieden, da das Thema natürlich besonders in Russland auch 15 Jahre danach noch überaus präsent ist. Wir wollten aktiv den Dialog zwischen Russen und Deutschen fördern - analog wie digital“, erklärt Yannick Dillinger.

Der Grimme Online Award:

Mit dem Grimme Online Award werden seit dem Jahr 2001 vom Grimme-Institut qualitativ hochwertige Online-Angebote ausgezeichnet. In vier Kategorien werden insgesamt maximal acht Preise vergeben.

Der Grimme Online Award Information zeichnet herausragende Beiträge aus, die demonstrieren, wie das Internet oder Apps für aktuelle Formen des Online-Journalismus und der Informationsvermittlung, für vertiefende Analysen und Reportagen, aber auch für publizistische Kritik und Kontrolle oder publizistisch relevante Service-Leistungen eingesetzt werden können. 

Der Grimme Online Award Wissen und Bildung zeichnet beispielhafte Angebote aus, die der Vermittlung von allgemein relevanten Wissensinhalten dienen und einen Beitrag für gesellschaftliche Bildung, Beratung und Aufklärung leisten.

Der Grimme Online Award Kultur und Unterhaltung zeichnet herausragende Online-Angebote aus, die hochwertige Formate sowie kreative Konzepte der Kulturvermittlung und Unterhaltung entwickeln. Unterhaltung muss auf hohem inhaltlichen und formalen Niveau geboten werden.

Der Grimme Online Award Spezial prämiert innovative und qualitativ herausragende Konzepte und Beispiele für publizistisch relevante Angebote sowie publizistische Einzelleistungen von besonderer Qualität, die den ersten drei Kategorien nicht zuzuordnen sind.

Eine unabhängige Nominierungskommission und Jury - Journalisten, Medienwissenschaftler, Internet-Experten und Fachleute aus Kultur und Bildung - bewerten sowohl inhaltliche, funktionale als auch gestalterische Aspekte. Sie orientieren sich bei der Beurteilung an onlinespezifischen Bewertungsmaßstäben. Zudem spielen auch journalistische Qualität, soziale Verantwortung und gesellschaftliche Relevanz eine Rolle.

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