30.000 Blumenzwiebeln für Landesgartenschau gepflanzt

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Landschaftsplanerin Petra Pelz (rechts stehend) erklärt den ehrenamtlichen Helferinnen Ulli Oehme (links) und Roswitha Allgöwer
Landschaftsplanerin Petra Pelz (rechts stehend) erklärt den ehrenamtlichen Helferinnen Ulli Oehme (links) und Roswitha Allgöwer was geplanzt werden soll. (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Eine Stadt blüht auf: Damit das im kommenden Frühjahr zum Startschuss der Überlinger Landesgartenschau geschieht, haben 25 Gartenbaubetriebe und mehr als 30 ehrenamtliche Helfer begonnen fast 30 000 Blumenzwiebeln, tausende Stiefmütterchen und knapp 50 Zierapfelbäume zu pflanzen. Bei idealem Pflanzwetter haben sie parallel am neu angelegten Uferpark, in den Villengärten, dem Rosennobelgärten und den Menzinger Gärten gearbeitet.

Winterharte Stiefmütterchen und Hornveilchen, Tulpen -und Schachbrettblumen sollen zum Auftakt erblühen. „Das muss richtig knallen“, sagt Pflanzplanerin Petra Pelz. Sie wünscht sich, das Apfelbaum- und Tulpenblüte zusammenfallen. „Allerdings ist das auch von der Witterung abhängig“. Im Uferpark begleitet sie die Ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter, erklärt was wo gepflanzt werden muss, um den von ihr gewünschten Effekt zu erzielen.

Mit ihrem Konzept zur Landesgartenschau hat sie sich vom Wein, Apfelanbau, dem Wasser, der Historie Überlingens und der badischen Genussregion inspirieren lassen. Mit den insgesamt 24 sogenannten Wechselflorflächen im Uferpark, sprich Anbauflächen, deren Bepflanzung Jahreszeitenbedingt unterschiedlich wechselt, möchte sie dem Besucher kulinarische Geschichten über die Region vermitteln. In der Überlinger Landesgartenschau wird die Wechselflorfläche um Pfingsten herum neu bepflanzt.

Elegantes Lustwandeln

„Blumen erzählen Geschichten“, ist Petra Pelz überzeugt. Als Leitgehölz hat sie den Zierapfel gewählt, der im Mai zarte, weiße Blüten zeigt. Im Herbst trägt er viele erbsengroße rote Früchte. Dazu entstehen Anbauflächen mit dem Titel „Felchen“. Hier sollen Blautöne und schaumige Blüten von Doldenblütlern den See in das Konzept einbinden. Mit dem „Kräuter-Super-Food“-Thema möchte sie den natürlichen Charme der Umgebung hervorheben. Sie selbst bezeichnet das als „kulinarischen Lustgarten“, denn das Lustwandeln hat sie zum übergeordneten Thema ihres Gesamtkonzepts erkoren.

In den Villengärten, umrahmt von schwimmenden Blumeninseln auf dem See, setzt sie auf Pastelltöne uns strahlende Farben. An zwei weiteren Orten, den innerstädtischen Ausstellungsbereichen Menzinger Gärten und den Rosennobelgärten sollen Blumen Geschichten aus der Historie Überlingens erzählen.

Eine halbhohe blaue Bepflanzung soll an die Gründung der Sternwarte durch Bruno Müller erinnern. Der „Geist der Gunzoburg“ soll mit feurigen Orange-, Rot- und Blautönen heraufbeschworen werden. An sämtlichen Standorten können sich Besucher von der Blütenvielfalt während der Landesgartenschau inspirieren lassen. Im Jahr darauf werden die Blütenfelder nämlich nicht mehr zu sehen sein. „Das würde zu viel Pflegeaufwand bedeuten“, erklärt Roland Leitner, Geschäftsführer der Überlinger Landesgartenschau.

Überlingen macht sich bereit für die Landesgartenschau
Es soll ein Publikumsmagnet werden: im Jahr 2020 findet in Überlingen die Landesgartenschau statt. Derzeit laufen in der Stadt am westlichen Bodensee auf Hochtouren die Arbeiten für einen neuen Uferpark. Immerhin werden zur Landesgartenschau in zwei Jahren rund 800 000 Besucher erwartet.

Allerdings werden wohl die Staudenflächen „und ich denke auch die Zierapfelbäume erhalten bleiben“, sagt er. Im Uferpark, der zugleich der größte Bereich der Landesgartenschau ist, ist zudem eine drei Meter hohe Aussichtsplattform entstanden. Die Stadt Überlingen werde über die Landesgartenschau von der Veranstaltung profitieren. Staudenbeete sollen erhalten bleiben und nach der Landesgartenschau sei der neu angelegte Uferpark für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

Doch zunächst wird an der Umsetzung des Konzepts von Petra Pelz gearbeitet. Ulli Oehme aus Herdwangen ist passionierte Hobbygärtnerin und hat sich als ehrenamtliche Helferin gemeldet. „Ich bin einfach gerne draußen und liebe es, im Garten zu arbeiten“, erklärt sie. Ebenso wie Roswitha Allgäuer aus Überlingen: „Heute helfe ich nur zwei Stunden mit. Ich bin Hebamme und da warten heute noch andere auf mich“, erklärt sie.

Insgesamt sind die Helfer gut gelaunt bei der Arbeit, auch wenn der morgendliche Regenguss nicht unbedingt zu einem Aufenthalt unter freiem Himmel eingeladen hatte. Ulli Oehme sieht das pragmatisch: „Wieso? Ist doch bestes Pflanzwetter“.

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