Zwischen Bodensee-Radhaube und Giraffenklavier

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Die Mitglieder des Förderkreises Heimatkunde besuchen bei der letzten Exkursion des Jahres Feldkirch.
Die Mitglieder des Förderkreises Heimatkunde besuchen bei der letzten Exkursion des Jahres Feldkirch. (Foto: Philipp Junginger)
Barbara Schupp

Den Abschluss der diesjährigen Exkursionen des Förderkreises Heimatkunde bildete laut einer Pressemitteilung der Besuch der Stadt Feldkirch mit seinem Wahrzeichen der Schattenburg.

Zu Beginn stand laut dem Bericht des Förderkreises die Besichtigung des Schattenburgmuseums auf dem Plan. Dieses Heimatmuseum wird vom 1912 gegründeten Heimatpflege- und Museumsverein betreut. Bei einer Führung werden den Besuchern historische Kulturgüter, wie die goldene Bodensee-Radhaube, die heute den Status eines Weltkulturerbes besitzt, gezeigt. Bei der unterhaltsamen Führung verstanden es die zwei Führer Georg Fink und Ilse Wehinger durch ihre Erzählungen die Geschichte lebendig werden zu lassen, schreibt der Förderkreis Heimatkunde. Neben dem ältesten Laptop der Welt, einer kleinen Schreibschatulle, wurden diverse Kuriositäten gezeigt wie ein Raucherstuhl oder ein Giraffenklavier. Auch Sprichwörter flossen immer wieder in die Ausführungen ein.

Die Schattenburg gehört heute der Stadt Feldkirch, nachdem diese den Komplex 1825 für 933 Gulden erworben hat. Nach dem Übergang an die Stadt diente sie zeitweilig als Gefängnis, Kaserne und sogar als Obdachlosenasyl. Heute beherbergt die Burg das Schattenburgmuseum und eine Gastwirtschaft.

Nach dem Besuch dieser Schlosswirtschaft stand am Nachmittag die Stadtbesichtigung auf dem Programm. Die Tour führte durch die Feldkircher Altstadt, die laut Förderkreis Heimatkunde ein besonderes Flair nicht nur durch die historischen Gebäude, sondern auch durch die Laubengänge besitzt. Los ging es am Montforthaus, ein 2015 als Kultur- und Kongresszentrum eröffneter Neubau. Die Stadt Feldkirch wurde um 1200 von Hugo I. von Montfort gegründet und feierte 2018 ihre 800-Jahr-Feier. Ihr Stadtwappen ist das Montfortwappen, allerdings nicht in rot sondern als schwarze Fahne auf silbernem Grund. 1375 verkaufte der kinderlose Graf Rudolf V. von Montfort die Stadt und die Burg an die Habsburger, blieb aber bis zu seinem Tod 1390 als Vogt im Amt. In der Stadt hielten sich laut der Mitteilung berühmte Persönlichkeiten auf wie Hieronymus Münzer, James Joyce oder Sir Arthur Conan Doyle, der das von den Jesuiten gegründete Elitegymnasium Stella Matutina besuchte. Feldkirch diente sogar schon als Kulisse für einen James-Bond-Film.

Kunst in der Johanniterkirche

Während des Rundgangs wurde auch die Johanniterkirche besichtigt, in der bei archäologischen Grabungen vergeblich nach Gräbern der Montforter Grafen gesucht wurde. Die ehemalige Kirche wird heute hauptsächlich als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst genutzt. Die bemalte Fassade des Gasthaus Lingg zieren unzählige nackte Knaben. Diese wurden laut dem Förderkreis 1888 von Florus Scheel nackt gemalt und kurz darauf, nach einem Aufschrei in der Bevölkerung, züchtig bekleidet. Erst bei der Renovierung 1969 wurden die gemalten Kleider wieder entfernt. Im Rathaus mit seiner reich verzierten Fassade zeigt ein Gemälde von Florus Scheel die Altstadt im 17. Jahrhundert. Der Sitzungssaal beeindruckt durch seine geschnitzte Holzdecke.

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