Zweckverband verlegt 3,5 Kilometer neue Wasserrohre

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Die neuen Rohrleitungen sollen bei Dieglishofen an eine strategisch wichtiges Verbundleitung angeschlossen werden.
Die neuen Rohrleitungen sollen bei Dieglishofen an eine strategisch wichtiges Verbundleitung angeschlossen werden. (Foto: Thilo Bergmann)

Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung möbelt sein Leitungsnetz auf. 1,7 Millionen Euro kosten die aufwändigen Arbeiten. Sichtbar ist das Bauvorhaben derzeit vor allem zwischen Bechlingen und Höll an der Kreisstraße 7790. Der Verkehr fließt dort seit rund vier Wochen nur einseitig an der Baustelle vorbei. In einem Graben, der so tief ist, damit Frost den Leitungen nichts anhaben kann, drückt ein Arbeiter blaue Rohre mit einem langen Hebel aneinander, seine Kollegen vom Tiefbau kippen weiter hinten Sand und Erdreich darüber und verdichten das ganze mit schwerem Gerät. Die Rohre sind aus Polyethylen oder Gusseisen, je nach dem wo die Leitung hinführt und wie viel Wasser durch sie fließen soll.

Die neuen Rohre ersetzen über 100 Jahre alte Trinkwasserleitungen aus sogenanntem Grauguss. Diese müssen über kurz oder lang ersetzt werden, denn das Risiko eines Wasserrohrbruchs wird mit jedem Jahr größer und teilweise liegen die Leitungen heute auf Privatgelände.

Straßen geben Richtung vor

Ganz neue Wege hat der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung deshalb für seine neuen Leitungen genommen. „Früher konnte man kreuz und quer bauen. Das geht heute nicht mehr“, sagt Zweckverbandsgeschäftsführer Ralf Witte. Heute orientiert sich der Verband bei den Bauarbeiten an den Verläufen von Straßen und Wegen. Die neuen Rohre führen von Bechlingen und Höll in Nord-Süd-Richtung nach Osten bis kurz vor Brünnensweiler. Unterwegs werden diese außerdem bei Dieglishofen an eine bestehende Wasserversorgung des Zweckverbandes Wasserversorgung Unteres Schussental angeschlossen. „Das hilft bei der Versorgungssicherheit in der Region“, sagt Holger Kumpf vom Ingenieurbüro Wasser-Müller aus Biberach. Auf diese Weise könne man sich gegenseitig aushelfen, wenn Quellen gewartet werden müssten, es einen Rohrbruch gebe oder die Feuerwehr viel Löschwasser brauche.

3,5 Kilometer ist die neue Trinkwasserverbindung lang.
3,5 Kilometer ist die neue Trinkwasserverbindung lang. (Foto: Ing. Büro Wasser-Müller)

Ebenfalls neu ist, dass der Zweckverband den Hochbehälter Dieglishofen vom Netz nehmen wird. Dieser hatte bislang die Aufgabe, Druck aus der Leitung zu nehmen von dem aus dem Hochbehälter Brünnensweiler kommenden Wasser. Diese Aufgabe übernimmt jetzt ein technisches Bauteil im Verlauf der Strecke, sagt Kumpf.

Alte Leitungen bleiben in der Erde

Die neuen Rohre halten laut Hersteller 50 bis 100 Jahre. „Wir rechnen betriebswirtschaftlich mit 100 Jahren“, sagt Witte. Die jetzt verlegten Rohre werden in einigen Wochen auf Druck geprüft, gereinigt und dann in Betrieb genommen. Die ausgedienten Leitungen verbleiben aber in der Erde und werden nicht ausgebuddelt. Zu teuer.

„Normalerweise sieht man nicht, was wir machen“, sagt Witte. Deshalb fallen die Baumaßnahmen an der Straße auch eher auf. Nebenbei verlegt der Zweckverband an dieser Stelle außerdem ein Leerrohr für Glasfaser, das bei Bedarf vermietet werden könnte. Was die Baustelle ebenfalls aufwändig macht: Das Landratsamt verbreitert gleichzeitig den den Geh- und Radweg über dem Leitungsgraben, erklärt Witte und ergänzt: „In vier bis sechs Wochen werden wir fertig sein.“

Von links: Ralf Witte (Geschäftsführer Zweckverband Haslach-Wasserversorgung), Gebhard Zwisler (Wassermeister Zweckverband), Hol
Von links: Ralf Witte (Geschäftsführer Zweckverband Haslach-Wasserversorgung), Gebhard Zwisler (Wassermeister Zweckverband), Holger Kumpf (Ingenieurbüro Wasser-Müller). (Foto: Thilo Bergmann)
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