Wo Wunschträume wahr werden

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Frühlingskonzert der Musikwerkstatt im Rittersaal: Musikschulleiter Thomas Lorenz begleitet die kleine Theresa am Bass, ihr Klar
Frühlingskonzert der Musikwerkstatt im Rittersaal: Musikschulleiter Thomas Lorenz begleitet die kleine Theresa am Bass, ihr Klarinettenlehrer Axel Bernhard spielt Klavier dazu. (Foto: Helmut Voith)

Zum traditionellen Frühlingskonzert hat die Musikwerkstatt am Sonntag in den Rittersaal eingeladen – genauer gesagt zu zwei Konzerten am Nachmittag und frühen Abend. Schon beim ersten ist der Rittersaal so randvoll, dass die Besucher noch an den Wänden entlang stehen und in den Fensternischen sitzen. Was Wunder, wenn da über 40 Musiker auftreten und Eltern, Großeltern und Geschwister als Bewunderer mitbringen.

„Keiner muss, aber jeder, der will, darf auf die Bühne“, sagt Thomas Lorenz, der Leiter der freien Musikschule, und das seien so viele, dass sie Mühe gehabt hätten, auch alle drankommen zu lassen. Da wohl niemand beide Konzerte bis zum Ende anhören wird, ist die Programmfolge von Anfang an bunt gemischt und zeigt damit das ganze Spektrum der Schule. „Das Programm soll flott durchgehen“, drängt Lorenz und Schlag auf Schlag kommen sie vor: von der Fünfjährigen, die gerade mal ein paar Wochen Klavier spielt, bis zur Erwachsenen, die es noch einmal wissen will und mit satter Altstimme ihren Lieblingssong „Starry Starry Night“ von Don McLean singt. Da ist die kleine Theresa, die stolz auf ihrer Klarinette einen Klezmer und Basies Blues spielt, von ihrem Lehrer Axel Bernhard am Klavier und von Lorenz am Kontrabass begleitet. Süß, wie die kleine Dania, die kaum auf den Klavierhocker reicht, an den Tasten sitzt und zugleich „Hopp, hopp, hopp“ ins Mikro trällert. Doch dann bleibt sie sitzen und wartet, denn jetzt kommt ihr größerer Bruder Rubino mit der Ukulele hinzu – und zur Überraschung der Zuhörer singen und spielen sie gemeinsam Rubinos Eigenkomposition „Mein Teddybär“. „Dies Lied ist ein Hit“, sagt sein Lehrer Gregor Panasiuk und greift selber zur Gitarre und singt mit – bald singen beim flotten Rhythmus auch die Zuhörer mit.

Wie Thomas Lorenz sagt, spielen die Schüler Stücke, die sie sich wünschen: „Die sollen ihr Ding machen.“ Oder sie bekommen ein paar Vorschläge und wählen aus, was ihnen am besten gefällt. Dazu passt der Aufsteller nahe der Bühne mit dem Spruch: „Wir machen die Musikschule, die wir uns als Kinder gewünscht haben.“

Das nützen mittlerweile nicht nur Eltern, die ihre Kinder zum Musizieren animieren wollen, sondern auch Erwachsene, die sich, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder das Berufsleben abgeschlossen ist, den Wunschtraum der Jugend erfüllen. So sei der älteste „Schüler“ inzwischen 83. Um die 70 herum habe er das Gitarrenspiel erlernt und sei inzwischen ein guter Gitarrist. Er ist an diesem Sonntag nicht dabei, doch auch so wechseln sich auf der Bühne junge und ältere Musikerinnen und Musiker ab – mit unterschiedlichem Leistungsstand, an unterschiedlichsten Instrumenten und mit Stücken vom Barock bis Pop. Ein bunter klingender Melodienstrauß.

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