Wie das Regionalwerk den Umstieg von Mais auf Wildblumen fördern will

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 Eine Wildbiene fliegt inmitten von Blüten
Eine Wildbiene inmitten von Blüten: Das Regionalwerk möchte die Vielfalt bei den Pflanzen für Biogas fördern und damit auch Lebensräume schützen. (Foto: Symbol: dpa)
Mark Hildebrandt

Mehr Informationen zum Thema Wildpflanzen-Biogas gibt es unter dem Menüpunkt „Projekte“ unter www.elobau-stiftung.org – dort kann man sich auch für das Wildblütenfest am 27. Juli in Kißlegg anmelden.

Stiftungszwecke der Elobau-Stiftung sind die Bereiche Bildung, Umweltschutz und Integration geflüchteter Menschen. Sie wurde im September 2016 errichtet. 99 Prozent der Gesellschaftsanteile hält die Elobau-Gruppe. Im Umweltsektor fördert und untersucht die Stiftung Blühflächen für Bienen in Privatgärten (etwa über die Aktion „Blühender Landkreis Ravensburg“ in Kooperation mit dem Bau- und Umweltamt in Ravensburg), die Wiederherstellung von Grünland in traditionelle Heuwiesen und auch die Anlage von speziellen Blühwiesen für die Biogasgewinnung. (sz)

Das Thema Bienensterben ist in aller Munde. Und auch das Regionalwerk Bodensee möchte im Energiesektor etwas dagegen tun, genauer gesagt beim Thema Biogas. Vorbild und Partner ist die seit etwas mehr als zweieinhalb Jahren bestehende Elobau-Stiftung aus Leutkirch. Umwelt und Nachhaltigkeit sind ein Stiftungszweck unter mehreren. Sie fördert dabei auch Landwirte, die Energiemais durch eine besondere Wildpflanzensaat ersetzen.

Wichtig sei, sagt der Stiftungs-Vorsitzende Peter Aulmann, dass es bei dem Projekt nicht um die typischen Silphie-Wiesen ginge. Das seien Monokulturen, die darüber hinaus spät blühten. Vielmehr gehe es um Biodiversität - und hierfür gibt es eben spezielle Saatmischungen mit heimischen Pflanzen. Vergleichbar mit einer Blütenwiese, wie mancher sich das vorstelle, sei das nicht, das wachse alles schon sehr hoch, aber dafür gebe es mehr Ertrag – mit der erprobten Mischung für etwa fünf Jahre.

Die Wertschöpfung sei für sich genommen über eine Dauer von fünf Jahren geringer als beim Mais. Allerdings habe der auch Nachteile, da dieser den Boden regelrecht auslauge. Das sei bei der Wildwiese anders. Pro Hektar macht die im Jahr im Schnitt allerdings etwa 500 Euro Mindereinnahmen aus, wenn man alle Kosten und Erträge mit einrechnet. Für die steht der Verein gerade und zahlt sie Teilnehmern zum Ausgleich. Schließlich solle es keinen finanziellen Anreiz geben, sagt Peter Aulmann. Gesucht seien Landwirte, die auch inhaltlich hinter dem Projekt stünden.

Und hier wird auch das Regionalwerk einsteigen, wie dessen Geschäftsführer Michael Hofmann sagt. Erst einmal will der Energieversorger ab dem Jahr 2020 zehn Hektar fördern, dafür erhalten die teilnehmenden Landwirte 500 Euro pro Jahr und Hektar. Der Boden sei das Asset, der Vermögenswert der Landwirte, sagt Hofmann. Das Problem sei, dass Biogas durch den intensiven Maisanbau in der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen werde. Das Projekt bezeichnet er als Möglichkeit, die Vielfalt in der Region voranzubringen.

Es gehe jetzt darum, mit dem Pilotprojekt vor allem Landwirte in den Gründungsgemeinden des Regionalwerks anzusprechen – und das mit dem Wissen der Stiftung im Hintergrund. Die Pilotphase dort sei ja erfolgreich angelaufen. Peter Aulmann verweist darauf, dass die Elobau-Stiftung das Knowhow aus einem schon früher angelaufenen Projekt genutzt hat. Ein Vorreiter ist Martin Frick aus Kißlegg, der seit sieben Jahren ein Wildpflanzenbiogas-Projekt ergänzend zum Mais betreibt. Ende Juli gibt es ein Hoffest, bei dem Interessenten sich einen Einblick verschaffen können.

Hofmann sagt, es gehe nicht darum, Mais zu verteufeln: Vielmehr gehe es darum, ergänzend die Vielfalt zu steigern. Das sei ein langfristiges Projekt. Je mehr das Regionalwerk wachse, desto mehr Fläche könnte gefördert werden. Das sei nicht nur direkt für Insekten, sondern indirekt auch für den Tourismus wichtig, da über die Wildpflanzen das Landschaftsbild auch wieder vielfältiger würde.

Aulmann findet Partnerschaften seiner Stiftung wie die mit dem Regionalwerk wichtig, setzt aber auch auf ein breiteres Engagement, sei es über Blühpatenschaften oder das Ziel, öffentliche Mittel einzusetzen. Und auch das Regionalwerk sucht weitere Partner und will Landwirtschafts- und Umweltorganisationen mit an Bord holen. Einen Blühtarif oder ähnliches plane er nicht, sagt Hofmann, da stecke einfach eine große ideelle Komponente hinter.

Mehr Informationen zum Thema Wildpflanzen-Biogas gibt es unter dem Menüpunkt „Projekte“ unter www.elobau-stiftung.org – dort kann man sich auch für das Wildblütenfest am 27. Juli in Kißlegg anmelden.

Stiftungszwecke der Elobau-Stiftung sind die Bereiche Bildung, Umweltschutz und Integration geflüchteter Menschen. Sie wurde im September 2016 errichtet. 99 Prozent der Gesellschaftsanteile hält die Elobau-Gruppe. Im Umweltsektor fördert und untersucht die Stiftung Blühflächen für Bienen in Privatgärten (etwa über die Aktion „Blühender Landkreis Ravensburg“ in Kooperation mit dem Bau- und Umweltamt in Ravensburg), die Wiederherstellung von Grünland in traditionelle Heuwiesen und auch die Anlage von speziellen Blühwiesen für die Biogasgewinnung. (sz)

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