„Wer Spieler schont, kassiert eben ein paar Tore“

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„Wer Spieler schont, kassiert eben ein paar Tore“
„Wer Spieler schont, kassiert eben ein paar Tore“ (Foto: Günter Kram)
Johannes Kienzler

Meckenbeurens Trainer Kevin Blaser war bedient. „Ein 0:8 möchte niemand hinnehmen, egal in welcher Liga.“, sagte er nach der Klatsche in der dritten Runde des Bezirkspokals im Derby beim TSV Tettnang.

Man habe phasenweise verpasst, in die Zweikämpfe zu kommen und dann gegen eine Mannschaft verloren, die gespickt sei mit guten Einzelspielern. Aber eben eine Klasse tiefer in der Kreisliga A kickt.

Um sich in dieser Saison ausschließlich auf den Klassenerhalt in der Bezirksliga konzentrieren zu können, waren die Meckenbeurer hauptsächlich mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft angetreten. Zu hoch sei den Meckenbeurern in diesem Jahr das Verletzungsrisiko in den englischen Pokalwochen gewesen. Doch das 0:8 war dann doch ein Schock.

Der hochverdiente Sieger des Abends waren die Tettnanger, die in dieser Saison nicht nur den Wiederaufstieg in die Bezirksliga anstreben, sondern auch im Pokal so weit wie möglich kommen wollen. „Wer nach Tettnang kommt und meint, er müsste Spieler schonen, der kassiert eben ein paar Tore“, so Trainer Mico Susak schmunzelnd. Die Tettnanger unterstrichen mit dem Kantersieg ihrerseits ihre Aufstiegsambitionen.

Hinten solide, vorne effektiv

Tettnang dominierte von der ersten Minute an. Über ihre Flügelspieler initiiere der Kreisligist schnelle Konter und zeigte schönen Kombinationsfußball. Im Gegenzug gelang es der Verteidigung, die wenigen Konteransätze der Meckenbeurer routiniert zu entschärfen. Ebenjenen fehlte es Zweikampfstärke und in der gegnerischen Hälfte an Kreativität, um den Tettnangern auch nur ein Mal ernsthaft gefährlich zu werden.

„Wir haben unseren Zuschauern einen superschönen Fußball gezeigt“, sagte Susak nach dem Spiel, „und unsere Tore waren gut herausgespielt.“ Auch weiterhin wolle man in den Pokalspielen keine Spieler schonen. Im Gegensatz zu den Kontrahenten aus Meckenbeuren, die am Ende gottfroh waren, dass sich das Thema Pokal in dieser saison erledigt hatte. Auf eine Revanche mit dem Derbygegner aus Tettnang würden sich Spieler und Trainer mit Sicherheit freuen.

2020 Wiedersehen in der Liga?

Dass es diese Revanche in der nächsten Saison auch in der Liga geben könnte, davon sind beide Trainer überzeugt. „Ich sehe Lindau, Ailingen und Tettnang als Favoriten in der Kreisliga A“, sagte Blaser. „Den Tettnangern gönne ich den Aufstieg am meisten.“ Auf eine gemeinsame Zeit in der Bezirksliga, wie in der Saison 2017/2018, würde sich auch Tettnangs Trainer Susak freuen. „Ich hoffe“, sagte er, „dass Meckenbeuren die Klasse hält und wir aufsteigen.“

Generell gebe es zwar schon einen Klassenunterschied zwischen den beiden Ligen, so Blaser. Doch die Topmannschaften der Kreisliga A seien von denen in der Bezirksliga nicht allzu weit entfernt. Die entscheidenden Unterschiede lägen etwa in der Kaderbreite.

Ob die Meckenbeurer die Rivalen aus Tettnang am Mittwoch also unterschätzt haben? Nein, antwortete Blaser entschieden.

Und doch: Den Vorwurf, sich dem Derbykonkurrenten durch den Einsatz eines Zweitmannschaftskaders schon vor Spielbeginn quasi ergeben zu haben, muss sich der Verein aber wohl dennoch gefallen lassen.

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