wenglor: „Wir haben das Schlimmste überstanden““

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Das neue wenglor-Führungstrio (von links): Rafael, Fabian und Dieter Baur.
Das neue wenglor-Führungstrio (von links): Rafael, Fabian und Dieter Baur.

Der Sensorenhersteller wenglor sensoric ist raus aus dem Tal der Tränen, visiert im laufenden Jahr wieder ein Umsatzplus zwischen 10 und 15 Prozent an. „Wir haben das Schlimmste überstanden und sind guter Dinge“, meint Firmengründer Dieter Baur im SZ-Gespräch. und verweist darauf, dass seit Anfang des Jahres auch die Kurzarbeit des vergangenen Jahres kein Thema mehr ist..

Von unserem Redakteur Alexander Mayer

Es geht also wieder aufwärts. Nach Worten von Dieter Baur lassen vor allem die Umsätze im Export hoffen. Beim Auslandsgeschäfts ist der Tettnanger Sensorenhersteller fast schon wieder im Bereich des Superjahres 2008 angelangt. Nur der Inlandmarkt stagiere. Unterm Strich peilt wenglor 2010 so in deutliches Umsatzplus an – ein Sprung von 38 Millionen Umsatz im Jahr 2009 auf rund 43 Millionen am Ende dieses Jahres. Dieter Baur zuversichtlich, auch mit dem Wissen, dass man in der Vision-Sensorik und bei optischen Lesersensoren einige Innovationen im Produkt-Portfolio hat: „Ich hoffe wir werden 2013 wieder dort stehen, wo wir im Superjahr 2008 schon waren.“

Mit dem Beginn des Aufschwungjahres ist in die Chefetage der Elektronikschmiede im TettnangerOberhof auch ein neues Gesicht eingezogen. Familienmitglied Rafael Baur. Während sein Bruder Fabian bereits als Geschäftsführer für die Bereiche Vertrieb, Einkauf und IT verantwortlich ist, wird sich Rafael Baur dem technischen Bereich widmen. Er hat sein Studium der Elektrotechnik an der renommierten Zürcher ETH 2008 erfolgreich abgeschlossen. Auch Praxiserfahrung bringt der 27-Jährige bereits mit. Vielseitige Erfahrungen hat er während Auslandsstudien und Praktika in Frankreich und den USA und als Unternehmensberater im Bereich Technik und Innovation gesammelt. Dieter Bauer freut sich natürlich, „dass ein weiteres Familienmitglied im Unternehmen Verantwortung übernimmt. „Damit ist ein weicher Übergang gewährleistet “, meint der Firmenchef, der zwar weiterhin in der Geschäftsführung bleibt, die Zukunft seines Unternehmens aber abgesichert hat.

Gleich nach dem Betriebsurlaub stellte sich der neue Mann im Führungstrio allen wenglor-Mitarbeitern als neuer Geschäftsführer vor: „Nachdem ich schon als Kind und Jugendlicher fast täglich von wenglor und dem Sensorgeschäft gehört habe, bin ich nun endlich auch ein Teil davon. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit euch allen und die vielen, neuen Herausforderungen.“

wenglor hatte im vergangenen Jahr im Vergleich zum Superjahr 2008 ein Umsatzminus von 25 Prozent eingefahren. Kurzarbeit und Entlassungen (rund 30 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen waren die Leidtragenden) waren die Folge. Und nur noch marginale Gewerbesteuerzahlungen. Die gab es schließlich aber doch. Dieter Baur: „Entgegen unserer ursprünglichen Annahme.“ Von der Kurzarbeit waren von 260 Mitarbeitern in Tettnang rund 100 betroffen. Es ging um Arbeitsplätze in der Fertigung und im kundennahen Bereich. Ausgenommen von Kurzarbeit war die Entwicklung und die Forschung. „Bereiche, die natürlich wichtig für die unternehmerische Zukunft von wenglor sind“, meint Marketing-Leiterin Anika Bollinger. Einschnitte in der Forschung und Entwicklung wären kontraproduktiv gewesen, heißt es weiter. So hat wenglor in diesem Bereich personalmäßig sogar leicht aufgebaut.

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